Eine Blitzer-App, auch Blitzerwarner-App genannt, vergleicht die GPS-Position deines Handys mit einer Datenbank bekannter Messstellen und warnt per Ton, Sprache oder Anzeige, wenn du dich einer näherst. Je nach Anbieter kommen Meldungen anderer Fahrer dazu, vor allem für mobile Messungen. In Deutschland darf der Fahrer diese Warnfunktion während der Fahrt nicht verwenden (§ 23 Absatz 1c StVO). Hier liest du, wie solche Apps arbeiten, welche Arten es gibt, woher die Standorte stammen, wie die Anbieter abrechnen und wo die Grenzen liegen. Den Gesetzestext und die Rechtslage in den Nachbarländern erklärt der Beitrag Blitzer-App legal oder verboten ausführlich.
Wie funktioniert eine Blitzer-App?
Das Oberlandesgericht Rostock beschreibt das Prinzip in einem Beschluss vom 22. Februar 2017 (21 Ss OWi 38/17 (Z)) am Beispiel der App, um die es im Fall ging: Sie gleicht fortlaufend die per GPS ermittelten Bewegungsdaten mit den Koordinaten fester Messstellen entlang der Route ab und weist mit optischen oder akustischen Signalen auf die Annäherung hin. Mit Internetverbindung kann sie außerdem vor mobilen Messstellen warnen, die andere Verkehrsteilnehmer gemeldet haben. Das Handy misst also nichts selbst und empfängt keine Radarsignale. Es kennt nur Orte.
Wann die Warnung kommt, regelt jeder Anbieter selbst. Der Hersteller des OOONO CO-DRIVER schreibt auf seiner Hilfeseite, die Warnentfernung richte sich nach dem erlaubten Tempolimit: je höher das Limit, desto früher die Warnung. Mit dem Messwert des Blitzers hat die App nichts zu tun; wie viel die Behörde davon abzieht, erklärt der Beitrag Blitzer-Toleranz: Wie viel vom Messwert abgezogen wird.
Welche Arten gibt es?
Die Anbieter lassen sich nach der Art grob ordnen. Die Tabelle gibt wieder, was die eigenen Seiten und die App-Store-Seiten am 16. Oktober 2026 sagen, ohne Wertung.
| Art | So kommen die Warnungen zustande | Beispiel laut eigenen Seiten |
|---|---|---|
| App mit Community-Meldungen | Standortdatenbank plus Meldungen anderer Fahrer | Blitzer.de und Blitzer.de PRO: laut App Store Warnungen zu mobilen und festen Blitzern, Unfällen und Stauenden |
| Navigations-App mit Meldefunktion | Karten-App, in der Fahrer unterwegs Ereignisse melden | Google Maps und Waze nennen in ihrer Hilfe „Mobiler Blitzer“ als Meldetyp und weisen darauf hin, dass nicht alle Meldetypen in allen Ländern verfügbar sind |
| Gerät mit App | kleines Gerät im Auto, per Bluetooth mit einer App verbunden, warnt selbst per Ton und Licht | OOONO CO-DRIVER, siehe OOONO Blitzerwarner |
Ein Radardetektor gehört in keine dieser Gruppen: Er empfängt die Signale der Messgeräte selbst. Radarwarn- und Laserstörgeräte nennt § 23 Absatz 1c Satz 2 StVO ausdrücklich als Beispiel für verbotene Geräte.
Woher kommen die Standorte?
Feste Messstellen lassen sich aus Listen und Karten sammeln. Eine bundesweite amtliche Liste aller Standorte haben wir nicht gefunden; einzelne Länder veröffentlichen ihre Messstellen zu Aktionstagen, wie der Beitrag Blitzer in Deutschland zeigt.
Mobile Messungen kennt eine App nur, wenn jemand sie gemeldet hat. Der Hersteller des OOONO CO-DRIVER schreibt es so: Wird eine mobile Kamera nicht angezeigt, sei sie noch nicht gemeldet worden. Blitzer.de erklärt auf seiner iOS-Seite, dass Sterne die Bewertungen anderer Nutzer zu einer Meldung zeigen; daran erkenne man, wie zuverlässig sie sei. Waze schreibt in der Hilfe, Blitzer würden nach Meldungen von Partnern und Karten-Editoren aufgenommen; was dort nicht gemeldet wurde, kenne Waze womöglich nicht.
Was kostet eine Blitzer-App?
Beträge nennt dieser Beitrag nicht, denn sie ändern sich und stehen im App Store. Die Modelle unterscheiden sich. Im deutschen App Store steht Blitzer.de als „Gratis“ mit In-App-Käufen, Blitzer.de PRO als kostenpflichtiger Download mit In-App-Käufen. Laut Beschreibung stehen bei PRO 14 Tage lang alle Funktionen offen; danach bleiben Warnungen vor festen Blitzern, und ein einmaliger In-App-Kauf ohne Abo schaltet mobile Blitzer und Gefahren frei. Mehr dazu im Beitrag Blitzer.de PRO. Die OOONO-App ist im App Store gratis, wird laut Beschreibung aber mit dem CO-DRIVER verbunden, dem Gerät des Herstellers.
Was das Gesetz in Deutschland sagt
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen Geräten, die das neben anderen Zwecken auch können, „dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden“. Das Oberlandesgericht Rostock sah 2017 den Verbotstatbestand erfüllt, als ein Fahrer ein Mobiltelefon mit aufgerufener Blitzer-App betriebsbereit bei sich führte; der Beschluss bezieht sich auf die damalige Nummerierung (Absatz 1b). Der Bußgeldkatalog nennt unter Nr. 247 einen Regelsatz von 75 Euro (zuletzt geändert am 12. August 2026). Die Nutzungsbedingungen von Blitzer.de halten fest, dass sich der Nutzer vor Fahrtbeginn selbst über die im jeweiligen Land geltenden Gesetze zu Blitzerwarnungen informiert.
Was BlitzBuddy zeigt und was nicht
In Deutschland zeigt BlitzBuddy feste Blitzer und Rotlichtblitzer, mit Entfernung und Tempolimit. Sie stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Warnungen kommen per Ton und Sprachansage, auch bei ausgeschaltetem Bildschirm und mit einer anderen App im Vordergrund. Daneben zeigt die App dein Tempo neben dem Limit, mit Ton oder roter Anzeige beim Überschreiten, und Staus auf der Autobahn live von der Autobahn GmbH. Die Limits kommen aus OpenStreetMap; wo kein Limit verzeichnet ist, zeigt die App kein Schild. Vor mobilen Blitzern warnt BlitzBuddy nicht, und Abschnittskontrollen zeigt die App in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald.
Alle Beiträge zum Thema findest du im Themenbereich Blitzer-Apps und Recht.
Quellen
- OLG Rostock, Beschluss vom 22.02.2017, 21 Ss OWi 38/17 (Z), Landesrecht Mecklenburg-Vorpommern (Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern)
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz, Stand: zuletzt geändert 30. Januar 2026
- Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), Bundesministerium der Justiz, Stand: zuletzt geändert 12. August 2026
- Wie funktionieren Warnmeldungen?, OOONO Help Center, nur für die Angaben des Herstellers
- Apps für iOS, Blitzer.de, nur für die Selbstbeschreibung des Anbieters
- Allgemeine Geschäftsbedingungen, Blitzer.de (Eifrig Media GmbH)
- Blitzer.de PRO im App Store, Apple, Version 4.3.5
- Blitzer.de im App Store, Apple, Version 2.1.1
- OOONO im App Store, Apple, Version 5.6.0
- Navigation in Google Maps verwenden, Google Maps-Hilfe (iPhone und iPad, Abschnitt zum Melden)
- Polizeikontrollen melden, Waze-Hilfe
- Meldungen zu Abschnittskontrollzonen verwalten, Waze-Hilfe
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie funktioniert eine Blitzer-App?
Sie vergleicht die GPS-Position des Handys mit gespeicherten Standorten von Messstellen und warnt per Ton, Sprache oder Anzeige. Je nach Anbieter kommen Meldungen anderer Fahrer dazu. Das Handy misst nichts selbst und empfängt keine Radarsignale.
Warnt eine Blitzer-App auch vor mobilen Blitzern?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei Apps mit Community-Meldungen erscheinen mobile Messungen erst, wenn jemand sie gemeldet hat, schreibt etwa der Hersteller OOONO. BlitzBuddy warnt nicht vor mobilen Blitzern.
Funktioniert eine Blitzer-App ohne Internet?
Gespeicherte feste Blitzer ja, Meldungen anderer Fahrer brauchen eine Verbindung. Bei BlitzBuddy sind die festen Blitzer auf dem Handy gespeichert und funktionieren auch ohne Netz.
Gibt es eine kostenlose Blitzer-App?
BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Bei anderen Anbietern zeigt der App Store, ob der Download kostenlos ist und ob In-App-Käufe dazugehören; Beträge nennen wir nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Blitzerwarner und Radarwarner?
Eine Blitzer-App oder ein Blitzerwarner arbeitet mit Standortdaten. Ein Radarwarner empfängt Signale von Messgeräten; Radarwarn- und Laserstörgeräte nennt § 23 Absatz 1c Satz 2 StVO als Beispiel für verbotene Geräte.