Ein Blitzer ist eine amtliche Messanlage: Er misst Geschwindigkeit, Rotlicht oder Abstand und hält einen Verstoß im Bild fest. In Deutschland gibt es feste Anlagen, versetzbare Geräte und mobile Messungen von Polizei und Kommunen. Eine bundesweite amtliche Liste aller Standorte haben wir nicht gefunden, einzelne Länder veröffentlichen ihre Messstellen aber zu Aktionstagen. Hier liest du, welche Arten es gibt, wie sie messen, wo du offizielle Angaben findest und was § 23 Absatz 1c StVO zu Blitzer-Apps sagt.
Die Arten im Überblick
Wie die Geräte der amtlichen Verkehrsüberwachung messen müssen, legt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in ihren Anforderungen fest. Die wichtigsten Bauarten:
| Bauart | So wird gemessen | Einsatzart laut PTB | PTB-Anforderung |
|---|---|---|---|
| Verkehrsradar | Die Frequenz der vom Fahrzeug reflektierten Radarstrahlung ändert sich mit der Geschwindigkeit (Dopplereffekt). | stationär, transportabel; die PTB nennt außerdem Messungen aus einem fahrenden Fahrzeug (moving) | 12.04, November 2021 |
| Weg-Zeit-Messung mit Helligkeitssensoren | Sensoren am Fahrbahnrand erfassen das Fahrzeug nacheinander; aus der Zeitverschiebung und dem bekannten Sensorabstand ergibt sich das Tempo. | stationär, semistationär, transportabel | 12.07, Juli 2022 |
| Laserhandmessgerät | Der Bediener visiert das Fahrzeug an, das Gerät misst die Entfernungsänderung in einer bekannten Messzeit. | transportabel | 12.06, Mai 2022 |
| Rotlichtüberwachungsanlage | Die Anlage misst die Zeit vom Beginn der Rotphase bis zum Überfahren der Haltlinie. | stationär | 12.02, Juni 2024 |
| Verkehrs-Kontrollsystem | Aus Videobildern eines festen Standorts, etwa einer Brücke, werden Geschwindigkeit und Abstand berechnet. | stationär, transportabel | 12.03, Januar 2024 |
Zwei Bauarten erklären wir in eigenen Beiträgen: wie Ampel-Blitzer bei Rot messen und die Abstandsmessung auf der Autobahn.
Wer misst, und wo stehen die Geräte?
Gemessen wird von der Polizei und, je nach Land, auch von Kommunen. Das Bayerische Innenministerium nennt für seinen Blitzmarathon 2026 neben der Polizei Bedienstete der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung. Im Fokus standen dort nach seinen Angaben Unfallschwerpunkte auf Landstraßen und Abschnitte, auf denen oft zu schnell gefahren wird, zum Beispiel Tempo 30 vor Schulen.
Feste Anlagen stehen nach Angaben der Polizei Berlin an Unfall- und Deliktsbrennpunkten. Daneben misst die Polizei Berlin nach eigenen Angaben vorrangig mobil, mit Radar und Handlaser, auf den Schnellstraßen auch mit Videofahrzeugen. Warum sie das bevorzugt und wie solche Einsätze geregelt sind, steht im Beitrag über mobile Blitzer und ihre Einsatzarten.
Blitzer aktuell, heute und auf der Karte
Wer „Blitzer heute“ oder „aktuelle Blitzer“ sucht, findet von amtlicher Seite nur einen Teil. Auf den Seiten, die wir am 11. Oktober 2026 gelesen haben, gibt es Standortangaben zu Aktionstagen: Bayern veröffentlichte zum Blitzmarathon am 15. und 16. April 2026 eine Karte und eine Liste der Messstellen, die Polizei Hessen zum ROADPOL-Speedmarathon 2026 eine Übersicht als PDF. Eine tagesaktuelle Liste der Polizei fanden wir nicht, und dieser Beitrag nennt keine Standorte von heute. Sie wären nach kurzer Zeit überholt.
Daneben gibt es Blitzerkarten privater Anbieter. Blitzer.de beschreibt sich auf der eigenen Startseite (Stand 11. Oktober 2026) als Blitzerwarner-App mit Meldungen aus der Community. Die Legende der Live-Karte unterscheidet feste Blitzer, feste Blitzer für Rotlicht und Geschwindigkeit, Abschnittskontrollen, teilstationäre Blitzer (Blitzeranhänger), mobile Blitzer und mobile Abstandsblitzer. Eine amtliche Quelle ist das nicht.
Was § 23 StVO zu Blitzer-Apps sagt
§ 23 Absatz 1c StVO regelt es in drei Sätzen. Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen, also Radarwarn- oder Laserstörgeräte. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch Verkehrsüberwachung anzeigen oder stören können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden.
Ein Handy mit Blitzer-App fällt unter den dritten Satz: Als Fahrer darfst du die Blitzerwarnung während der Fahrt nicht verwenden. Der Bußgeldkatalog nennt unter Nr. 247 für das verbotswidrige Betreiben oder betriebsbereite Mitführen eines Geräts zur Feststellung von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen einen Regelsatz von 75 Euro (Stand 12. August 2026), Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung einen Punkt. Verantwortlich ist, wer das Fahrzeug führt. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.
Was ein Blitzer kostet
Eine einzelne Zahl gibt es nicht. Ist im Bußgeldkatalog ein Regelsatz bis 55 Euro bestimmt, erhebt die Behörde nach § 1 Absatz 1 BKatV ein Verwarnungsgeld, darüber setzt sie eine Geldbuße fest. Dazu können Punkte und ein Fahrverbot kommen. Wie das Verfahren läuft und ab welcher Überschreitung welche Folgen drohen, erklärt der Beitrag zur Strafe beim Blitzer. Wie viel vom angezeigten Wert abgezogen wird, steht im Beitrag wie viel Toleranz abgezogen wird.
Was BlitzBuddy zeigt und was nicht
Die festen Blitzer stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Abstandsmessungen und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. Neben den Blitzern zeigt BlitzBuddy dein Tempo neben dem Limit und Staus auf der Autobahn live von der Autobahn GmbH. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald.
Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.
Quellen
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz, Stand: zuletzt geändert 30. Januar 2026
- Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), Bundesministerium der Justiz, Stand: zuletzt geändert 12. August 2026
- Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Anlage 13, Bundesministerium der Justiz
- PTB-A 12.04 Verkehrsradargeräte (stationär, transportabel), November 2021, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (pdf)
- PTB-A 12.07 Weg-Zeit-Messgeräte mit Helligkeitssensoren, Juli 2022, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (pdf)
- PTB-A 12.06 Laserhandmessgeräte, Mai 2022, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (pdf)
- PTB-A 12.02 Rotlichtüberwachungsanlagen, Juni 2024, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (pdf)
- PTB-A 12.03 Verkehrs-Kontrollsysteme (stationär, transportabel), Januar 2024, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (pdf)
- Mobile Geschwindigkeitsüberwachung, Polizei Berlin
- Stationäre Rotlicht- und/oder Geschwindigkeitsüberwachung, Polizei Berlin
- Blitzmarathon in Bayern 2026: Innenstaatssekretär Kirchner zieht Bilanz, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration
- ROADPOL-Speedmarathon 2026: Übersicht der Messstellen in Hessen, Polizei Hessen (pdf)
- Blitzer.de: Startseite, Blitzer.de, nur für die Selbstbeschreibung des Anbieters
- Blitzer.de: Live-Karte, Blitzer.de, nur für die Legende der Kartensymbole
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 11. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie funktioniert ein Blitzer?
Ein Blitzer misst die Geschwindigkeit (an der Ampel die Zeit seit Beginn der Rotphase). Liegt der Messwert über dem Grenzwert, den der Betreiber eingestellt hat, hält das Gerät die Situation im Bild fest. Je nach Bauart misst es per Radar, per Laser, mit Sensoren am Fahrbahnrand oder per Video.
Wo stehen Blitzer in Deutschland?
Eine bundesweite amtliche Liste haben wir nicht gefunden. Einzelne Länder veröffentlichen Messstellen zu Aktionstagen: Bayern und Hessen taten das zum Blitzmarathon und Speedmarathon im April 2026.
Wo finde ich Blitzer aktuell oder heute?
Tagesaktuelle Listen der Polizei haben wir auf den gelesenen Seiten nicht gefunden. Amtliche Standortangaben gibt es zu Aktionstagen der Länder. Karten privater Anbieter beruhen auf Meldungen ihrer Nutzer und sind keine amtliche Quelle.
Darf ich in Deutschland eine Blitzer-App benutzen?
Nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO darf, wer ein Fahrzeug führt, bei Geräten wie einem Handy die Funktion nicht verwenden, die Verkehrsüberwachung anzeigt. Eine Blitzer-App während der Fahrt zu nutzen, ist also nicht erlaubt.
Was kostet ein Blitzer?
Das hängt vom Verstoß ab. Bis zu einem Regelsatz von 55 Euro erhebt die Behörde ein Verwarnungsgeld, darüber setzt sie eine Geldbuße nach dem Bußgeldkatalog fest. Den Ablauf erklärt der Beitrag zur Strafe beim Blitzer.