Ratgeber

Blitzer-Anhänger: Was Enforcement-Trailer sind, wer sie einsetzt und wo sie stehen

Was ein Blitzer-Anhänger ist, wie Dresden, Berlin und Hessen ihn nennen und einsetzen, wie lange er an einem Ort bleibt und warum es keine Liste für heute gibt.

BlitzBuddy6 Min. Lesezeit
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Ein Blitzer-Anhänger ist ein Messgerät auf einem Anhänger, das an wechselnden Standorten steht und mehrere Tage am selben Ort messen kann. Bei der Stadt Dresden lautet die offizielle Bezeichnung „semistationärer Enforcement-Trailer“, und die Stadt schreibt, die Geräte seien akkubetrieben. Dresden setzt seit 13. Mai 2026 drei ein, die Polizei Berlin hatte mit Stand 29. Mai 2026 sechs. Eine amtliche Liste, wo sie heute stehen, haben wir nicht gefunden, und dieser Beitrag nennt keine Standorte von heute. Hier liest du, wie die Behörden die Geräte einordnen, wer sie einsetzt und nach welchen Kriterien Orte gewählt werden.

Was „semistationär“ bedeutet

Die amtlichen Quellen ordnen die Geräte unterschiedlich ein:

QuelleWie sie den Anhänger einordnet
Stadt Dresden„Semistationärer Enforcement-Trailer, so die offizielle Bezeichnung“, im Alltag „Blitzer-Anhänger“; akkubetrieben, bleibt mehrere Tage an einem Ort
Polizei Berlin (Senatsantwort, Stand 29. Mai 2026)zählt Geschwindigkeitsmessanhänger zur „mobilen Geschwindigkeitsmessung“, neben Radarwagen und Handlasergeräten; beim Haushalt spricht die Antwort von „semistationären Geschwindigkeitsmessanhängern“
PTB-A 12.07 (Juli 2022)Geräte für den semistationären Einsatz sind für Messungen an unterschiedlichen Standorten ausgelegt, mit schärferen Anforderungen an Funktions- und Speicherprüfungen als beim transportablen Einsatz

Zum Vergleich: Geräte für den stationären Einsatz sind nach der PTB für einen fest ausgewählten Standort ausgelegt, der für die Gültigkeitsdauer der Eichung unverändert bleibt. Die PTB-Anforderung 12.07 gilt für Weg-Zeit-Messgeräte mit Helligkeitssensoren. Welche Anforderung für die Anhänger der einzelnen Städte gilt, sagen die gelesenen Quellen nicht, und deshalb ordnen wir die Dresdner Geräte keiner zu. Die Einsatzarten allgemein erklärt der Beitrag über mobile Blitzer.

Wer Blitzer-Anhänger einsetzt

  • Dresden. Die Stadt testete ab 30. April 2024 drei Monate lang die „Semistation“ TraffiStar S350 der Firma Jenoptik und ab 23. September 2024 einen Enforcement-Trailer mit der Messtechnik PoliScan FM1 der Firma Vitronic. Seit 16. April 2025 setzt sie zwei Anhänger ein, die sie bei der Firma Vetro angemietet hat, seit 13. Mai 2026 einen dritten. Mehr zu den Dresdner Zahlen im Beitrag über Blitzer in Dresden.
  • Berlin. Die Polizei Berlin hatte mit Stand 29. Mai 2026 sechs Geschwindigkeitsmessanhänger. Für 2026 und 2027 wurden die Haushaltsmittel für Verkehrsüberwachungstechnik um jeweils 500.000 Euro erhöht, für stationäre Anlagen und semistationäre Messanhänger. Weitere Zahlen stehen im Beitrag über Blitzer in Berlin.
  • Hessen. Der hessische Innenminister nannte am 14. November 2022 in einer Landtagsantwort acht Geschwindigkeitsmessanhänger der Polizei; eine weitere Anschaffung sei aktuell nicht vorgesehen. Eine neuere Zahl haben wir nicht gelesen.

Dass sowohl Städte als auch die Polizei die Geräte nutzen, passt zum Bild, das der Beitrag wer in Deutschland die Geschwindigkeit überwacht zeichnet: Wer misst, hängt vom Land ab.

Wie lange ein Anhänger an einem Ort steht

Die Stadt Dresden schreibt, die Anhänger seien akkubetrieben und könnten dadurch mehrere Tage eigenständig an einem Standort bleiben. So lasse sich auch über die Dienstzeiten der Beschäftigten hinaus messen. In der Testphase 2024 wurden die Anhänger laut Stadt alle drei bis vier Tage versetzt, 2025 alle sechs bis sieben Tage.

Wie viel ein Anhänger misst, zeigt die Berliner Senatsantwort: 2025 kamen die sechs Anhänger auf 31.884 Messstunden, das sind 62,37 Prozent der möglichen Messzeit nach Abzug von pauschal zehn Tagen Wartung und Eichung je Gerät. Die Radarwagen erreichten 13,20 Prozent. Der Senat schreibt, die Auslastung der mobilen Geräte orientiere sich am verfügbaren Bedien- und Kontrollpersonal.

Wo Anhänger aufgestellt werden

Dresden nennt in der Pressemitteilung vom 6. Mai 2025 das schutzwürdige Umfeld von Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheimen und Krankenhäusern, Unfallschwerpunkte und Umleitungsstrecken bei Baumaßnahmen. Auch Beschwerden von Bürgern würden geprüft. Nach der Bilanz 2025 setzte die Stadt die Anhänger dort ein, wo ein erhöhtes Gefährdungspotenzial besteht, zum Beispiel vor Schulen, in der Nähe von Pflegeeinrichtungen oder an stark befahrenen Straßen. Hinweise von Bürgern zu möglichen Standorten habe sie, soweit die technischen Voraussetzungen gegeben waren, bis auf wenige Ausnahmen umgesetzt.

In Berlin gelten für Messanhänger dieselben Kriterien wie für Radarwagen und Handlaser, nämlich die Geschäftsanweisung Nr. 6/2010: Unfallhäufungsstrecken zuerst, dann schutzwürdige Bereiche, dann Wohngebiete mit vermehrten Überschreitungen und sonstige Strecken mit regelmäßig erheblichen Verstößen.

Sichtbar, aber nicht angekündigt

Die Stadt Dresden sieht in der guten Sichtbarkeit einen Vorteil: Durch die gut sichtbare Platzierung wirkten die Anhänger vorbeugend, viele Verkehrsteilnehmer verringerten nachweislich ihre Geschwindigkeit. Eine Ankündigung einzelner Standorte fanden wir auf den gelesenen Seiten nicht; die Stadt nennt Kriterien, aber keine Liste. Wie die Messtechnik arbeitet, steht im Beitrag Blitzer in Deutschland.

Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt

§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Der Wortlaut unterscheidet nicht zwischen festen Anlagen und Anhängern.

BlitzBuddy zeigt in Deutschland feste Blitzer, die aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden stammen. Ein Blitzer-Anhänger wechselt den Standort und gehört nicht dazu: Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.

Quellen

Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was ist ein Blitzer-Anhänger?

Ein Messgerät auf einem Anhänger, das an wechselnden Standorten steht. Die Stadt Dresden nennt ihre Geräte offiziell „semistationäre Enforcement-Trailer“. Sie sind akkubetrieben und können dadurch mehrere Tage an einem Ort bleiben.

Wie lange steht ein Blitzer-Anhänger an einem Ort?

Mehrere Tage. In Dresden wurden die Anhänger 2025 nach Angaben der Stadt alle sechs bis sieben Tage versetzt, in der Testphase 2024 alle drei bis vier Tage. Eine feste Dauer für Deutschland nennt keine Quelle, die wir gelesen haben.

Wie viele Blitzer-Anhänger gibt es?

Dresden hat seit 13. Mai 2026 drei, die Polizei Berlin hatte mit Stand 29. Mai 2026 sechs, die hessische Polizei nach einer Landtagsantwort vom 14. November 2022 acht. Eine bundesweite Zahl haben wir nicht gefunden.

Wo stehen Blitzer-Anhänger heute?

Eine amtliche Liste für heute haben wir nicht gefunden. Die Städte nennen Kriterien, etwa Schulen, Kitas, Seniorenheime und Unfallschwerpunkte, und dieser Beitrag nennt keine Standorte von heute.

Warnt BlitzBuddy vor Blitzer-Anhängern?

Nein. BlitzBuddy zeigt in Deutschland feste Blitzer und Rotlichtblitzer. Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht.

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