Die Polizei Berlin betrieb nach einer Senatsantwort mit Stand 29. Mai 2026 insgesamt 48 stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen und 82 mobile Geräte: 20 Radarwagen, 56 Handlasermessgeräte und 6 Messanhänger. Eine amtliche Liste, wo die Blitzer in Berlin heute stehen, haben wir nicht gefunden, und dieser Beitrag nennt keine Standorte von heute. Hier liest du, wie sich die stationären Anlagen auf die Bezirke verteilen, nach welchen Regeln die Polizei Messorte wählt und was § 23 Absatz 1c StVO zu Blitzer-Apps sagt.
Wie viele Blitzer es in Berlin gibt
Die Zahlen stammen aus der Antwort der Senatsverwaltung für Inneres und Sport vom 15. Juni 2026 auf eine Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus. Der Senat nennt als Datenstand den 29. Mai 2026:
| Messart | Anzahl | Hinweis des Senats |
|---|---|---|
| Stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen | 48 | 42 in Betrieb; Ausfälle durch Baustellen, fehlenden Strom, Sachbeschädigung, fehlende Standorteichung oder ein defektes Messsystem |
| Radarwagen | 20 | keine funktionsbedingten Ausfälle |
| Handlasermessgeräte | 56 | keine funktionsbedingten Ausfälle |
| Geschwindigkeitsmessanhänger | 6 | keine funktionsbedingten Ausfälle |
Zum Vergleich: Die Antwort vom 25. April 2024 nannte mit Stand 10. April 2024 noch 36 stationäre Anlagen, vier davon nicht funktionsfähig. Die Polizei Berlin zählt Radarwagen, Anhänger und Handlaser zusammen als „mobile Geschwindigkeitsmessung“. Gefragt war nach Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung; ob reine Rotlichtanlagen in der Zahl stecken, sagt die Antwort nicht. Auf ihrer Website (ohne Datum) schreibt die Polizei, sie habe entschieden, stationäre Rotlichtüberwachungsanlagen künftig grundsätzlich um ein Modul zur Geschwindigkeitsüberwachung zu erweitern; wie solche Anlagen bei Rot messen, erklärt der Beitrag über Ampel-Blitzer.
Stationäre Anlagen nach Bezirk
Der Senat schlüsselt die 48 stationären Geschwindigkeitsmessanlagen nach Bezirken auf (Stand 29. Mai 2026):
| Bezirk | Anlagen |
|---|---|
| Mitte | 9 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 8 |
| Reinickendorf | 5 |
| Tempelhof-Schöneberg | 5 |
| Treptow-Köpenick | 5 |
| Lichtenberg | 3 |
| Pankow | 3 |
| Steglitz-Zehlendorf | 3 |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 2 |
| Neukölln | 2 |
| Spandau | 2 |
| Marzahn-Hellersdorf | 1 |
Genaue Orte nennt der Senat dort, wo eine Anfrage danach fragt. Für Neukölln etwa führt er als Standorte der beiden stationären Anlagen die Buschkrugallee an der Anschlussstelle Buschkrugallee und den Tunnel im Ortsteil Britz auf (Stand 26. Mai 2026). Eine Liste für ganz Berlin liefern die Antworten nicht.
Wo mobil gemessen wird
Mobile Geräte sind laut Senat keinem Bezirk fest zugeordnet, sondern werden „temporär und rollierend im gesamten Stadtgebiet“ eingesetzt. Die Polizei setzt nach ihrer Website vorrangig auf mobiles Radar und Handlaser, auf dem Schnellstraßennetz zusätzlich auf Videofahrzeuge. Der Senat begründet das in der Antwort vom 2. Juni 2026: Ortskundige verringerten vor einer stationären Anlage häufig ihre Geschwindigkeit und erhöhten sie danach wieder, mobile Technik erlaube dagegen flexible Reaktionen auf die Unfalllage. Wie sich solche Einsatzarten unterscheiden, steht im Beitrag über mobile Blitzer, die Anhänger behandelt der Beitrag Blitzer-Anhänger: was Enforcement-Trailer sind.
Für die Auswahl der Messorte verweist der Senat auf die Geschäftsanweisung Nr. 6/2010 der Polizei. Sie nennt der Reihe nach:
- durch die Verkehrsunfallanalyse erkannte Unfallhäufungsstrecken,
- besonders schutzwürdige Bereiche, vor allem im Umfeld von Schulen, von Kitas (während der Nutzungszeiten) und von Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren,
- Straßen in reinen Wohngebieten und deren Umfeld, in denen die Polizei vermehrt gefährdende Überschreitungen feststellt,
- sonstige Strecken, auf denen regelmäßig erhebliche Verstöße registriert werden.
Diese Reihenfolge bestimmt laut Senat im täglichen Dienst die Auswahl der Messorte und die Kontrollintensität. Bei Handlaser-Einsätzen misst die Polizei nur zuvor ausgewählte, augenscheinlich zu schnelle Fahrzeuge. 2025 zählte sie 5.256 mobile Messeinsätze bei Tempo 30 und 2.633 bei Tempo 50.
Wie oft die Geräte messen
Der Senat rechnet für 2025 vor, welchen Anteil der möglichen Messstunden die mobilen Geräte erreichten, nach Abzug von pauschal zehn Tagen für Wartung und Eichung je Gerät: Radarwagen 13,20 Prozent, Messanhänger 62,37 Prozent, Handlasergeräte 1,54 Prozent. Die Auslastung orientiere sich am verfügbaren Bedien- und Kontrollpersonal. Stationäre Anlagen sind nach der Antwort grundsätzlich täglich 24 Stunden im Messeinsatz.
Für die Zahl der festgestellten Verstöße geben wir keine Summe an: Die Antwort nennt für 2025 in einer Übersicht 20.349 Verstöße an stationären Anlagen, ihre Tabellen nach Bezirken ergeben zusammen aber ein Vielfaches davon. Den Unterschied erklärt sie nicht.
Wie neue stationäre Anlagen entstehen
Eine stationäre Anlage beantragt die Polizei, die örtlich zuständige Straßenverkehrsbehörde erteilt die Genehmigung, und der Hersteller errichtet sie nach Auftragsvergabe. Über den Standort entscheidet laut Senatsantwort von 2021 der Fachstab Verkehr der Landespolizeidirektion; die Bezirke können Vorschläge einbringen. Grundlage sind nach der Antwort vom 2. Juni 2026 belastbare Unfallanalysen und eine nachweisbare Häufung überwachungsfähiger Deliktslagen. Für 2026 und 2027 wurden die Haushaltsmittel der Landespolizeidirektion für Verkehrsüberwachungstechnik um jeweils 500.000 Euro erhöht, für stationäre Anlagen und semistationäre Messanhänger. Vorbereitende Standortanalysen waren mit Stand 29. Mai 2026 noch nicht abschließend bewertet. Ein Nachfolgesystem für die Videowagen hängt noch von einer Konformitätszulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ab.
Blitzer Berlin aktuell, heute und live
Wer „Berlin Blitzer aktuell“ sucht, findet in den amtlichen Quellen Zahlen und Regeln, aber keine Liste der heutigen Messorte. Mobile Messungen richten sich nach der Unfalllage und dem verfügbaren Personal, wie die Antworten beschreiben, und ihre Orte werden nach unserem Lesestand nicht vorab veröffentlicht. Tagesaktuelle Standorte aus anderen Quellen sind keine amtlichen Angaben.
Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Das gilt in Berlin wie überall in Deutschland; den Wortlaut mit den Folgen gibt der Beitrag Blitzer in Deutschland wieder.
Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Messanhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Wer zuständig ist, wenn nicht die Polizei misst, erklärt der Beitrag wer in Deutschland die Geschwindigkeit überwacht; wie die Stadt Dresden es macht, steht im Beitrag über Blitzer in Dresden. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.
Quellen
- Schriftliche Anfrage 19/26136: Blitzer und Bußgeldstelle, Antwort der Senatsverwaltung für Inneres und Sport vom 15. Juni 2026, Abgeordnetenhaus von Berlin (pdf)
- Schriftliche Anfrage 19/26103: Verkehrssicherheit in Neukölln, Antwort vom 2. Juni 2026, Abgeordnetenhaus von Berlin (pdf)
- Schriftliche Anfrage 19/18792, Antwort vom 25. April 2024, Abgeordnetenhaus von Berlin (pdf)
- Schriftliche Anfrage 19/10194, Antwort vom 10. Dezember 2021, Abgeordnetenhaus von Berlin (pdf)
- Mobile Geschwindigkeitsüberwachung, Polizei Berlin (Seite ohne Datum)
- Stationäre Rotlicht- und/oder Geschwindigkeitsüberwachung, Polizei Berlin (Seite ohne Datum)
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie viele Blitzer gibt es in Berlin?
Nach einer Antwort des Senats betrieb die Polizei Berlin mit Stand 29. Mai 2026 insgesamt 48 stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen, 20 Radarwagen, 56 Handlasermessgeräte und 6 Geschwindigkeitsmessanhänger. 42 der 48 stationären Anlagen waren in Betrieb.
Wer betreibt die Blitzer in Berlin?
Die Polizei Berlin. Sie beantragt stationäre Anlagen, die Straßenverkehrsbehörde genehmigt sie, und die Polizei beschafft und nutzt die Messtechnik. Das schrieb der Senat im Dezember 2021.
Wo stehen die Blitzer in Berlin heute?
Eine amtliche Liste für heute haben wir nicht gefunden. Mobile Geräte setzt die Polizei nach Angaben des Senats temporär und rollierend im ganzen Stadtgebiet ein, und dieser Beitrag nennt keine Standorte von heute.
Gibt es eine amtliche Liste aller Berliner Blitzer?
Wir haben keine gefunden. Die Senatsantworten nennen Zahlen je Bezirk und beantworten Fragen zu einzelnen Orten, etwa zu den beiden stationären Anlagen in Neukölln. Eine vollständige Standortliste enthalten sie nicht.
Warnt BlitzBuddy in Berlin vor mobilen Blitzern?
Nein. BlitzBuddy zeigt in Deutschland feste Blitzer und Rotlichtblitzer. Vor mobilen Blitzern, Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht.