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Eurovignette 2026: Nur für schwere Lkw, noch in Luxemburg und Schweden

Die Eurovignette gilt nur für Lkw ab 12 Tonnen und 2026 nur noch in Luxemburg und Schweden. Pkw brauchen sie nicht. Preise, Richtlinie, Ausstiege.

BlitzBuddy6 Min. Lesezeit
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Die Eurovignette ist eine zeitbezogene Straßenbenutzungsgebühr für schwere Lkw, keine Pkw-Vignette. Nach dem offiziellen Buchungsportal müssen Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mindestens 12 Tonnen sie kaufen, und Stand 16. Oktober 2026 gilt sie nur noch in Luxemburg und Schweden. Als Pkw-Fahrer brauchst du keine. Hier steht, was sie kostet, welche Länder ausgestiegen sind und was die EU-Richtlinie dahinter vorgibt.

Was ist die Eurovignette?

Das Portal eurovignettes.eu nennt die Eurovignette eine Straßenbenutzungsgebühr. Sie berechtigt zur Fahrt auf Autobahnen und mautpflichtigen Straßen der Eurovignetten-Länder, und eine gültige Eurovignette reicht für alle, auch wenn du durch mehrere fährst. Verkauft wird sie im Auftrag der Länder von der deutschen Firma AGES; das bestätigt auch Skatteverket, die schwedische Steuerbehörde. Gespeichert wird sie elektronisch, einen Papierbeleg musst du nicht mitführen, und ein Konto brauchst du für die Buchung nicht. Online bezahlst du mit Tank- und Flottenkarten oder mit Mastercard und Visa; laut FAQ geht die Buchung auch an Verkaufsstellen. In Schweden gilt sie laut Skatteverket auf allen Autobahnen und auf Abschnitten der E4, E10, E12, E14, E22 und E65.

Das Wort Eurovignette kommt in der EU-Richtlinie 1999/62/EG nicht vor. Sie unterscheidet die Benutzungsgebühr, eine Zahlung, die während eines bestimmten Zeitraums zur Benutzung der Verkehrswege berechtigt (Art. 2 Nr. 16), von der Mautgebühr, die sich nach der zurückgelegten Strecke und dem Fahrzeugtyp richtet (Art. 2 Nr. 7). Nach Art. 8 können zwei oder mehr Mitgliedstaaten ein gemeinsames System von Benutzungsgebühren einführen. Nach unserer Einordnung, nicht nach dem Wortlaut der Richtlinie, ist die Eurovignette ein solches System: eine Zeitgebühr, die in mehreren Ländern gilt.

In welchen Ländern gilt sie 2026?

LandStand am 16. Oktober 2026Quelle
LuxemburgEurovignette weiterhin erforderlichBuchungsportal, Skatteverket
SchwedenEurovignette weiterhin erforderlichBuchungsportal, Skatteverket
Niederlandenicht mehr erforderlich seit 1. Juli 2026, stattdessen die Vrachtwagenheffing nach KilometernBuchungsportal, Rijksoverheid
Dänemarknicht mehr erforderlich seit 1. Januar 2025, stattdessen eine KilometergebührBuchungsportal
Deutschlandkein Eurovignetten-Land, eigene Maut nach StreckeBuchungsportal, BFStrMG § 1

Für die Niederlande schreibt das Portal: Wer ausschließlich Autobahnen in den Niederlanden befährt, kann über AGES eine Rückerstattung beantragen. Die Rijksoverheid bestätigt, dass Lkw dort seit dem 1. Juli 2026 die Vrachtwagenheffing zahlen. In Deutschland gilt das Bundesfernstraßenmautgesetz: Für Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs mit mehr als 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse ist auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen Maut zu zahlen, eine Gebühr nach Strecke im Sinne der Richtlinie (§ 1 Abs. 1); Kraftomnibusse sind ausgenommen (§ 1 Abs. 2). Welche Fahrverbote für Lkw in Deutschland an Sonn- und Feiertagen gelten, steht im Beitrag zum Fahrverbot für Lkw. Wie es in den Niederlanden für Pkw aussieht, steht im Beitrag zur Maut in den Niederlanden.

Was kostet die Eurovignette?

Die Tarifliste gilt vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026; die Beträge sind dieselben wie in der Liste vom 25. März bis 31. Dezember 2025. Der Preis hängt von der CO2-Klasse, der Euronorm und der Achszahl ab. Beispiel für CO2-Klasse 1 mit Euro 6, in Euro:

Laufzeit1 bis 3 Achsen4 oder mehr Achsen
Ein Tag813
Eine Woche2745
Ein Monat76124
Ein Jahr7641.274

Die Spanne beim Jahrestarif reicht von 191 Euro (CO2-Klasse 5, 1 bis 3 Achsen) bis 2.404 Euro (CO2-Klasse 1, Euro 0, 4 oder mehr Achsen). Rückwirkend buchen kannst du nicht: Der Gültigkeitsbeginn darf nach dem Portal nicht vor dem Zeitpunkt der Buchung liegen.

Was die EU-Richtlinie vorgibt

Die Richtlinie 1999/62/EG in der Fassung der Richtlinie (EU) 2022/362 setzt die Rahmenregeln:

  • Laufzeiten und Höchstanteile. Für schwere Nutzfahrzeuge müssen mindestens Tag, Woche, Monat und Jahr angeboten werden. Der Tagestarif darf höchstens 2 Prozent des Jahrestarifs betragen, der Wochentarif 5 Prozent, der Monatstarif 10 Prozent (Art. 7a Abs. 2).
  • Gewichtsgrenze. Als schweres Nutzfahrzeug gilt in der Richtlinie jedes Fahrzeug über 3,5 Tonnen (Art. 2 Nr. 18). Bis zum 25. März 2027 darf ein Mitgliedstaat Maut- oder Benutzungsgebühren aber auf Lkw ab 12 Tonnen beschränken, wenn er das begründet und der Kommission mitteilt (Art. 7 Abs. 13). Die Eurovignette verlangt laut Portal ab 12 Tonnen.
  • Das Ende der Benutzungsgebühr. Ab dem 25. März 2030 erheben die Mitgliedstaaten im transeuropäischen Kernverkehrsnetz keine Benutzungsgebühren für schwere Nutzfahrzeuge (Art. 7 Abs. 10). In hinreichend begründeten Fällen, etwa bei kurzen Abschnitten, sind Ausnahmen möglich (Abs. 11). Wer ein gemeinsames Benutzungsgebührensystem nach Art. 8 anwendet, muss es bis zum 25. März 2032 anpassen oder auflösen (Abs. 12).
  • Pkw. Wo ein Staat für Pkw eine Benutzungsgebühr erhebt, muss er laut Art. 7a Abs. 3 mindestens einen Tag, eine Woche oder zehn Tage, einen Monat oder zwei Monate und ein Jahr anbieten. Der Tagestarif darf höchstens 9 Prozent des Jahrestarifs betragen.

Brauchst du als Pkw-Fahrer eine Eurovignette?

Nein. Das Portal nennt als Pflicht nur Fahrzeuge ab 12 Tonnen, Skatteverket nur Lkw für die Güterbeförderung ab 12 Tonnen. Ob dein Auto, Wohnmobil oder Transporter im Zielland etwas zahlt, regelt jedes Land selbst, mit einer eigenen Vignette, einer Maut nach Strecke oder gar nicht. Einen Überblick gibt der Beitrag zur Vignette in Europa. Wer mit einem Fahrzeug über 3,5 Tonnen nach Österreich fährt, findet die dortige Streckenmaut im Beitrag zur GO-Box in Österreich.

Vor der Abfahrt buchen

Gebühren wie diese buchst du vor der Abfahrt, nicht am Steuer. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge zu Maut und Vignette findest du unter Maut, Vignette und Umweltzonen.

Quellen

Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Brauche ich als Pkw-Fahrer eine Eurovignette?

Nein. Nach dem Buchungsportal müssen Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mindestens 12 Tonnen die Eurovignette kaufen. Für Pkw regeln die Länder selbst, ob es eine eigene Vignette oder Maut gibt, etwa in Österreich oder der Schweiz.

In welchen Ländern gilt die Eurovignette noch?

Nur noch in Luxemburg und Schweden, so das Buchungsportal und die schwedische Steuerbehörde Skatteverket (Stand 16. Oktober 2026). Dänemark ist seit dem 1. Januar 2025 und die Niederlande sind seit dem 1. Juli 2026 nicht mehr dabei; beide erheben stattdessen eine Gebühr nach Kilometern.

Gilt die Eurovignette in Deutschland?

Nein, Deutschland gehört nicht dazu. Für Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs mit mehr als 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse gilt nach § 1 des Bundesfernstraßenmautgesetzes eine Maut auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen.

Kann ich die Eurovignette rückwirkend buchen?

Nein. Laut Buchungsportal kann der Gültigkeitsbeginn nicht vor dem Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit) der Buchung liegen. Nach Skatteverket muss die Gebühr bezahlt sein, bevor die Fahrt auf einer gebührenpflichtigen Straße beginnt.

Wird die Eurovignette abgeschafft?

Ab dem 25. März 2030 sind Benutzungsgebühren für schwere Nutzfahrzeuge im transeuropäischen Kernverkehrsnetz nach Art. 7 Abs. 10 und 11 der Richtlinie 1999/62/EG nur noch in begründeten Ausnahmen erlaubt. Gemeinsame Systeme nach Art. 8 müssen bis zum 25. März 2032 angepasst oder aufgelöst werden.

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