Als Pkw-Fahrer brauchst du für Österreich keine Mautbox. Die GO-Box ist nach der ASFINAG für Kraftfahrzeuge über 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse vorgeschrieben, also für Lkw, Busse und schwere Wohnmobile. Für den Pkw gelten die Vignette und, auf fünf Alpenstrecken, ein Streckenmaut-Ticket; die digitalen Varianten sind an dein Kennzeichen gebunden. Hier steht, wofür die GO-Box gedacht ist, was du stattdessen brauchst und was es mit Telepass und anderen EETS-Geräten auf sich hat.
Wofür die GO-Box gedacht ist
Für Fahrzeuge über 3,5 t gilt auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen keine Vignette, sondern die fahrleistungsabhängige GO-Maut. Laut ASFINAG musst du dir für ein solches Fahrzeug vor der ersten Fahrt auf einer Autobahn oder Schnellstraße eine GO-Box besorgen, und zwar an einer GO-Vertriebsstelle. Die Box ist ein elektronisches Gerät, das per Mikrowellentechnik mit den Mautportalen über der Fahrbahn kommuniziert. Statt der GO-Box ist auch ein zugelassenes Fahrzeuggerät anderer Anbieter möglich, die ASFINAG nennt als Beispiel Toll Collect.
Wie viel das kostet, hängt vom Fahrzeug ab. Der Tarif richtet sich nach der gefahrenen Strecke, der Zahl der Achsen, der Luftverschmutzung, der Lärmbelastung und den Emissionen. Die ASFINAG nennt Kilometertarife ohne Umsatzsteuer, gültig ab 1. Januar 2026. Für einen Lkw oder ein Wohnmobil mit zwei Achsen liegen sie zwischen 0,0587 Euro je Kilometer für ein emissionsfreies Fahrzeug und 0,3274 Euro je Kilometer in der CO₂-Emissionsklasse 1 mit EURO 0 bis III; ein EURO-VI-Fahrzeug der CO₂-Emissionsklasse 1 zahlt 0,2774 Euro. Emissionsklasse und Antriebsart musst du der ASFINAG mit Dokumenten nachweisen. Auf den Streckenmaut-Abschnitten und auf der A 12 zwischen Kufstein und Innsbruck gelten für diese Fahrzeuge erhöhte Tarife.
Was du als Pkw-Fahrer stattdessen brauchst
Für Pkw, Motorräder und Wohnmobile bis 3,5 t gilt die Vignette. Für 2026 gibt es sie als Klebevignette oder digital; die digitale ist an das Kennzeichen gebunden. Preise, Fristen und Strafen bei fehlender Vignette stehen im Ratgeber zur Vignette für Österreich.
Auf den Streckenmaut-Abschnitten ersetzt ein Ticket die Vignette. Auch hier läuft vieles über das Kennzeichen:
| Produkt | Was dahintersteckt | Wo du es bekommst |
|---|---|---|
| Digitale Vignette | Zeitraum, an das Kennzeichen gebunden | Mautshop, ASFINAG App, Vertriebsstellen, Automaten, Mautstellen |
| Streckenmaut-Einzelfahrt | eine Fahrt in eine Richtung, gültig innerhalb eines Jahres | Mautshop, Vertriebsstellen, Automaten, Schalter |
| Mehrfahrten-Karte | unbegrenzt viele Fahrten auf einem Abschnitt, ein Jahr lang | Mautshop, Vertriebsstellen, Schalter |
| Streckenmaut FLEX | erst fahren, später zahlen, jede Durchfahrt wird nachträglich abgerechnet | Mautshop |
Mit einem digitalen Ticket erkennt die Mautstelle dein Kennzeichen elektronisch und öffnet die Schranke. Du fährst in die grün markierte Spur oder in eine beliebige geöffnete Abfertigungsspur, nur nicht in die extra gekennzeichnete GO-Spur. Welche Tickets auf welcher Strecke gelten und was sie 2026 kosten, steht im Überblick zur Maut in Österreich.
Telepass und andere EETS-Geräte
Wer schon ein Mautgerät eines europäischen Anbieters im Auto hat, fragt sich, ob es auch in Österreich zählt. Der Europäische Elektronische Mautdienst, kurz EETS, soll Mautgebühren in der EU mit einem Vertrag bei einem Anbieter und einem Fahrzeuggerät ermöglichen. Auf ihrer EETS-Seite, die zum Bereich GO-Maut gehört, nennt die ASFINAG mit Stand Januar 2026 acht Anbieter mit Vertrag: Telepass, Toll4Europe, tolltickets, TotalEnergies Marketing Services, Axxès, W.A.G. payment solutions (Eurowag), BroBizz und ØresundPAY. Dort geht es also um Fahrzeuge über 3,5 t. Was ein solches Gerät im Pkw in Österreich bewirkt, sagt die ASFINAG dort nicht. Für den Pkw zählt, dass Vignette oder Streckenmaut-Ticket gültig sind. Wie das Gerät in Italien eingesetzt wird, steht im Beitrag zur Maut in Italien.
Was ohne GO-Maut fällig wird
Wer mit einem Fahrzeug über 3,5 t die Maut nicht ordnungsgemäß zahlt, bekommt laut ASFINAG zuerst die Möglichkeit, sie innerhalb von fünf Stunden und 100 Kilometern nachzuzahlen, etwa an einer GO-Vertriebsstelle; Voraussetzung ist ein bestehender Vertrag mit aktiver GO-Box. Erst danach wird eine Ersatzmaut fällig: 270 Euro bei Nichtentrichtung, 200 Euro bei nur teilweiser Entrichtung. Wird auch sie nicht gezahlt, folgen Verwaltungsstrafen von 300 bis 3.000 Euro; § 20 Abs. 2 des Bundesstraßen-Mautgesetzes nennt diese Spanne für nicht ordnungsgemäß entrichtete fahrleistungsabhängige Maut. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.
Dazu eine Warnung der ASFINAG: Gefälschte SMS und E-Mails fordern im Namen der ASFINAG zur Zahlung angeblich offener Maut auf, und nicht autorisierte Anbieter verkaufen Vignetten zu deutlich höheren Preisen. Vignette und Tickets kaufst du am sichersten bei der ASFINAG oder ihren Vertriebspartnern.
Was BlitzBuddy in Österreich zeigt
An der Grenze zeigt BlitzBuddy die Tempolimits des Landes und einen Tipp zu den Regeln dort, etwa zur Vignette. Kaufen musst du sie selbst, am besten vor der Abfahrt und nicht am Steuer. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Eine Übersicht der Länder mit Vignette gibt der Beitrag zu Vignetten in Europa, weitere Beiträge findest du im Thema Maut, Vignette und Umweltzonen.
Quellen
- GO-Maut, ASFINAG
- EETS Maut ohne Grenzen, ASFINAG
- Vignette (Tarife 2026), ASFINAG
- Streckenmaut, ASFINAG
- Digitale Vignette, ASFINAG
- Service- und Kontrollmanagement, ASFINAG
- Vorsicht vor Phishing, ASFINAG
- Bundesstraßen-Mautgesetz 2002, § 20, Rechtsinformationssystem des Bundes
Quellen gelesen am 11. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Brauche ich als Pkw-Fahrer eine Mautbox für Österreich?
Nein. Die GO-Box der ASFINAG ist für Kraftfahrzeuge über 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse vorgeschrieben. Für den Pkw reicht die Vignette, auf den Streckenmaut-Abschnitten ein Streckenmaut-Ticket. Die digitalen Varianten sind an das Kennzeichen gebunden, ein Gerät im Auto brauchst du nicht.
Was ist die GO-Box?
Das elektronische Gerät für die fahrleistungsabhängige GO-Maut in Österreich. Es kommuniziert per Mikrowellentechnik mit den Mautportalen. Du bekommst es an GO-Vertriebsstellen, gebraucht wird es für Lkw, Busse und schwere Wohnmobile über 3,5 t.
Brauche ich mit dem Wohnmobil eine GO-Box?
Nur über 3,5 t. Bis 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse gilt für Wohnmobile die Vignette. Die ASFINAG zählt schwere Wohnmobile über 3,5 t zur GO-Maut.
Gelten Telepass oder andere EETS-Geräte in Österreich?
Auf ihrer Seite zum Europäischen Elektronischen Mautdienst (EETS) nennt die ASFINAG acht Anbieter mit Vertrag (Stand Januar 2026), darunter Telepass. Die Seite gehört zur GO-Maut für Fahrzeuge über 3,5 t. Für den Pkw nennt die ASFINAG dort nichts.