Verkehr und Sicherheit

Blitzer in Nürnberg: Zweckverband, Verkehrspolizei und was beide veröffentlichen

Wer in Nürnberg blitzt: Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung und Verkehrspolizei, wo sie messen, wie das Verfahren läuft und welche Zahlen vorliegen.

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Eine Liste der Blitzer in Nürnberg haben wir weder beim Zweckverband noch bei der Polizei gefunden. Öffentlich sind dagegen die Zuständigkeiten: In Nürnberg messen zwei Behörden, ein kommunaler Zweckverband und die Verkehrspolizei, und beide beschreiben, wie sie arbeiten und was dabei herauskommt. Hier liest du, wer wo zuständig ist, wie ein Verfahren abläuft und welche Zahlen Polizei und Zweckverband nennen.

Zwei Behörden, ein Stadtgebiet

Der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung im Großraum Nürnberg ist nach eigener Darstellung ein Projekt der interkommunalen Zusammenarbeit der Städte Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach und wurde zum 1. Januar 2010 gegründet. In ihn wurde auch die Geschwindigkeitsüberwachung der Stadt Nürnberg eingegliedert; in Erlangen, Fürth und Schwabach wurde sie danach eingeführt. Mit einer Zweckvereinbarung sind außerdem Markt Wendelstein, Markt Schwanstetten, Büchenbach und die Stadt Ansbach dabei. Die Funktion der gemeindlichen Bußgeldstelle nimmt der Zweckverband für alle vier Städte wahr.

StelleWas sie nach eigenen Angaben tut
ZweckverbandÜberwacht den fließenden Verkehr, nach seinem Flyer vor allem in Tempozonen und Streckenverboten bis 30 km/h, in verkehrsberuhigten Bereichen, in Abschnitten zum Schutz von Kindern und älteren Menschen, in Wohngebieten und überall, wo eine erhöhte Unfallgefahr besteht.
Verkehrspolizei NürnbergDie Technische Verkehrsüberwachung der Verkehrspolizeiinspektion misst im Stadtgebiet, auch nachts, und berichtet danach über die Ergebnisse.

Welche Rechte Gemeinden und Zweckverbände in Bayern bei der Geschwindigkeitsüberwachung haben, steht im Beitrag Geschwindigkeitsüberwachung in Deutschland: Wer misst, wo und nach welchen Regeln. Welche Regeln und Zahlen für ganz Bayern gelten, zeigt der Beitrag Blitzer in Bayern.

Was der Zweckverband über sich sagt

Der Zweckverband beschreibt sich als Körperschaft des öffentlichen Rechts, die hoheitliche Aufgaben der Städte übernehme, kein privates Unternehmen. Er führe die Aufgaben von der Erfassung der Ordnungswidrigkeit über das Bußgeldverfahren bis zur Vollstreckung mit eigenen Mitarbeitern aus oder beauftrage Fachdienststellen der Mitgliedsgemeinden. Er bediene sich „nicht der Arbeitnehmerüberlassung (Leiharbeit) oder privater Subunternehmer“. Die Fach- und Rechtsaufsicht liegt bei der Regierung von Mittelfranken, die Finanzen prüfen die Rechnungsprüfungsämter der Verbandsgemeinden und der Bayerische Kommunale Prüfungsverband. In einem Flyer (Dateiname mit 2017, das Druckdatum nennt die Datei nicht) schreibt der Zweckverband, für ihn gälten dieselben Richtlinien wie für die Polizei, er habe keine Gewinnerzielungsabsicht, und seine Erträge gingen an die Verbandsgemeinden.

Zu den Geräten schreibt er, er arbeite ausschließlich mit Messgeräten, die die Physikalisch-Technische Bundesanstalt geprüft und zugelassen hat; auf seiner Seite zu den Geschwindigkeitskontrollen nennt er die Messanlage Poliscan von Vitronic. Warum gemessen wird, begründet er mit dem Unfallrisiko: Steige die Durchschnittsgeschwindigkeit um 1 km/h, steige das Unfallrisiko um etwa 3 Prozent, das Risiko eines Unfalls mit tödlichem Ausgang um 4 bis 5 Prozent. Wie solche Messungen im Einzelnen funktionieren, steht im Beitrag Blitzer in Deutschland: Arten, Standorte und Messtechnik erklärt.

Was die Verkehrspolizei meldet

In den Meldungen, die wir gelesen haben, nennt die Verkehrspolizei Nürnberg Ergebnisse nach den Einsätzen, aber keine Liste von Messstellen. Für das Wochenende vom 4. und 5. April 2025 meldete das Polizeipräsidium Mittelfranken an vier Messstellen rund 6.400 passierte Fahrzeuge und 215 Verkehrsteilnehmer, die Folgen erwarten: 154 Verwarnungsgelder, 61 Bußgelder, drei davon mit Fahrverbot. Über das verlängerte Wochenende vom 14. bis 17. Mai 2026 waren es 499 Verwarngelder, 241 Bußgelder und zehn Fahrverbote. Bei einzelnen Spitzenwerten prüft nach den Meldungen die Zentrale Bußgeldstelle, ob Vorsatz vorliegt; das führe in der Regel zu einer Verdoppelung des Bußgelds (Meldung vom 7. April 2025). Für die gesamte Region nennt die Polizei im Bericht zur Verkehrsunfallstatistik 2025 in Mittelfranken 229.740 Geschwindigkeitsüberschreitungen, 2.013 Geschwindigkeitsunfälle (plus 5,06 Prozent) und 16 Tote durch Geschwindigkeitsunfälle (Vorjahr 17).

Das sind Zahlen für Mittelfranken und für einzelne Wochenenden, keine Messergebnisse der Stadt Nürnberg und kein Maß dafür, wie oft ein bestimmter Ort kontrolliert wird.

Was nach dem Blitz in Nürnberg passiert

Der Zweckverband beschreibt sein Verfahren so: Im Bereich einer Verwarnung bis 55 Euro könne ein weiteres Verfahren vermieden werden, wenn der mitgeteilte Betrag innerhalb einer Woche bezahlt wird; andernfalls müsse der Bogen innerhalb einer Woche ausgefüllt zurückkommen. Wird die Frist nicht eingehalten, ermittle die Behörde weiter, etwa mit Fahrerermittlung oder Fahrtenbuchauflage. Ein Zeugenfragebogen sei noch kein Tatvorwurf, deshalb stünden dort keine Angaben zum Toleranzabzug. Das Beweisfoto könne beim Zweckverband nach Vorlage des Anhörungsbogens kostenfrei eingesehen werden; die Ermittlungsakte lasse sich bei persönlicher Vorsprache einsehen. Bei einem Bußgeldbescheid kommen nach seinen Angaben Verwaltungsgebühren dazu: Der Zweckverband setze den Mindestbetrag von 25 Euro an, dazu 3,50 Euro Auslagen. Was auf dem Foto steht, erklärt der Beitrag Blitzerfoto: Was auf dem Bild steht, wie Behörden es zeigen und was die Akte enthält.

Blitzer in Nürnberg aktuell und heute

Wer „Blitzer Nürnberg aktuell“ sucht, findet auf den amtlichen Seiten, die wir gelesen haben, keine Liste von heute. Der Zweckverband beschreibt Schwerpunkte, die Polizei veröffentlicht Ergebnisse im Nachhinein. Eine Aufstellung wäre schnell überholt, deshalb nennt dieser Beitrag keinen Standort von heute und verspricht keine Live-Daten.

Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt

§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Das gilt in Nürnberg wie überall in Deutschland. Wie die Landeshauptstadt München ihre Zuständigkeiten aufteilt, steht im Beitrag zu Blitzern in München.

Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.

Quellen

Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wer blitzt in Nürnberg?

Der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung im Großraum Nürnberg, den die Städte Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach gegründet haben, und die Verkehrspolizei Nürnberg mit ihrer Technischen Verkehrsüberwachung.

Wo stehen die Blitzer in Nürnberg heute?

Eine amtliche Liste der Messstellen fanden wir am 16. Oktober 2026 weder beim Zweckverband noch bei der Polizei. Die Polizei nennt Messstellen erst in Berichten nach den Messungen, dieser Beitrag nennt keine Standorte.

Setzt der Zweckverband private Firmen zum Blitzen ein?

Nach seiner Selbstdarstellung nicht. Er sei kein privates Unternehmen und bediene sich weder der Arbeitnehmerüberlassung noch privater Subunternehmer.

Darf ich in Nürnberg eine Blitzer-App nutzen?

Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachung anzeigen, nicht verwendet werden. Die Regel gilt bundesweit.

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