Eine Liste aller Blitzer in München haben wir weder bei der Stadt noch bei der Polizei gefunden. Was die Stadt in ihren Stadtratsvorlagen und auf ihren Seiten veröffentlicht, sind Zuständigkeiten, Geräte und Zahlen: In München blitzen zwei Stellen, die Stadt in den 30er-Bereichen und die Polizei auf den übrigen Straßen. Hier liest du, wer wo zuständig ist, mit welcher Technik gemessen wird und was die Behörden für 2022 und 2023 nennen.
Wer in München blitzt
Die Landeshauptstadt beschreibt auf ihrer Seite zur Verkehrsüberwachung, die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) kontrolliere den ruhenden und den fließenden Verkehr. Die Geschwindigkeit überwache sie „in den sogenannten 30er-Zonen und 30er-Strecken des gesamten Stadtgebietes“. Außerhalb der Überwachungsgebiete im ruhenden Verkehr und „für die Überwachung der Geschwindigkeit in den übrigen Straßen“ sei die Polizei zuständig.
| Stelle | Wo sie nach den Angaben der Stadt misst |
|---|---|
| Kommunale Verkehrsüberwachung | Tempo-30-Zonen und Strecken mit höchstens 30 km/h; Schwerpunkt Umfeld von Einrichtungen für Kinder und Senioren sowie Unfallstellen |
| Polizei München | übrige Straßen der Stadt; die Geschwindigkeit überwacht nach dem Polizeipräsidium „primär“ die Verkehrspolizei, auch nachts |
Diese Aufteilung beruht auf einer Absprache. Die Stadtratsvorlage, die der Kreisverwaltungsausschuss am 28. November 2023 beschloss, beschreibt: Seit 1994 besteht eine vertragliche Vereinbarung des Kreisverwaltungsreferats mit dem Polizeipräsidium, die die Messungen der KVÜ schwerpunktmäßig auf Tempo 30 und verkehrsberuhigte Bereiche beschränkt. Rechtlich stehe einer Ausweitung nichts entgegen, die Gemeinden seien neben der Polizei zuständig; als Maßnahme nennt die Vorlage Verhandlungen mit dem Polizeipräsidium. Wie eine Gemeinde nach bayerischem Recht überhaupt messen darf, zeigt der Beitrag Geschwindigkeitsüberwachung in Deutschland: Wer misst, wo und nach welchen Regeln.
Was die Stadt selbst misst
Die Vorlage von 2023 nennt den Stand: Die KVÜ habe zwei „echte“ Laserfahrzeuge und ein umgebautes Radarfahrzeug, sechs weitere Laserfahrzeuge seien in Beschaffung, geplant und beschlossen seien acht. Zehn Beschäftigte bedienen sie in zwei Schichten von Montag bis Freitag zwischen 5.30 und 22.00 Uhr. Im Messprogramm stünden 880 Örtlichkeiten, bis zu rund 85.000 Verstöße im Jahr stelle die KVÜ fest, und die Geschwindigkeitsüberwachung habe 2022 Einnahmen von rund 3,6 Mio. Euro gebracht. Im Dezember 2024 sprach das Kreisverwaltungsreferat von rund 900 Straßenzügen mit entsprechenden verkehrsrechtlichen Anordnungen.
Eine stationäre Anlage hat die KVÜ nach den Quellen an einer Stelle, der Tegernseer Landstraße. Die Vorlage schreibt, die Polizei habe sie der Stadt seit 2003 zugestanden. Der frühere Unfallschwerpunkt sei dort nach der Antwort der Staatsregierung vom Juni 2021 „sehr deutlich und dauerhaft entschärft“ worden, die Beanstandungsquote habe zuletzt 0,14 Prozent betragen (Stand März 2021).
Die zwei Messanhänger
Die Stadt wollte nach der Vorlage von 2023 die Messfahrzeuge um teilstationäre Anlagen ergänzen: Akkubetriebene Messgeräte auf Anhängern, die mehrere Stunden oder Tage an besonders sensiblen Orten stehen und automatisch messen, auch außerhalb der Schichtzeiten. Als Vorbild nennt die Vorlage einen Pilotversuch des Bayerischen Innenministeriums von 2016 bis 2018; mit Schreiben vom 22. Dezember 2020 habe das Ministerium mitgeteilt, der Einsatz habe sich bewährt, ausgeschlossen sei er in verkehrsberuhigten Bereichen, an Autobahnen und auf Kraftfahrstraßen. Die Anschaffung der zwei Anlagen setzt die Vorlage mit insgesamt 600.000 Euro an. Zu den erwarteten Fallzahlen schreibt sie, ein Anhänger erzeuge „im Groben“ rund doppelt so viele Fälle wie ein Messfahrzeug, und warnt zugleich, Werte Dritter ließen sich nicht unkritisch übernehmen.
Am 25. Juli 2025 meldete die Rathaus Umschau, die KVÜ habe „ab kommender Woche“ zwei teilstationäre Blitzer im Einsatz, vor Ort ohne Personal betrieben. Sie ergänzten acht Geschwindigkeitsmessfahrzeuge und die stationäre Anlage an der Tegernseer Landstraße. Die KVÜ überwache „ausschließlich“ die Tempo-30-Zonen, Straßen mit höheren erlaubten Geschwindigkeiten kontrolliere die Polizei. Wie Anhänger rechtlich und technisch einzuordnen sind, erklärt der Beitrag Blitzer-Anhänger: Was Enforcement-Trailer sind, wer sie einsetzt und wo sie stehen.
Was die Polizei in München meldet
Das Polizeipräsidium München nannte der Stadt für 2023: Mehr als 1,7 Mio. Kraftfahrzeuge passierten die mobilen Messstellen der Polizei, über 61.000 fuhren zu schnell, 10,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit Handlasergeräten wurden weitere 6.773 Verstöße geahndet. In den drei Tunneln des Mittleren Rings (Richard-Strauss-, Petuel- und Luise-Kiesselbach-Tunnel), an der Landshuter Allee und an weiteren Stellen gebe es stationäre Anlagen; dort seien bei einem Durchlauf von über 97 Mio. Fahrzeugen 109.047 Kraftfahrer beanstandet worden, im Schnitt 0,1 Prozent. Wie viel dabei abgezogen wird, erklärt der Beitrag Blitzer-Toleranz: Wie viel vom Messwert abgezogen wird.
Blitzer in München aktuell und heute
Wer „Blitzer München aktuell“ sucht, findet bei der Stadt Schwerpunkte, aber keine Tagesliste. Ihre Seite nennt Straßen vor Schulen, Kitas und in Tempo-30-Zonen. Die einzige amtliche Messstellenliste, die wir für Bayern gefunden haben, gehört zum Blitzmarathon, wie der Beitrag Blitzer in Bayern beschreibt. Eine Liste von heute wäre schnell überholt, deshalb nennt dieser Beitrag keinen Standort und verspricht keine Live-Daten.
Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Das gilt in München wie überall in Deutschland. Wie die Stadt Nürnberg ihre Verkehrsüberwachung organisiert, steht im Beitrag zu Blitzern in Nürnberg.
Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.
Quellen
- Verkehrsüberwachung, Landeshauptstadt München
- Strategische Weiterentwicklung der Kommunalen Verkehrsüberwachung (KVÜ), Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 10285, Beschluss des Kreisverwaltungsausschusses vom 28. November 2023, Landeshauptstadt München (pdf)
- Lärmschutzplan für München bei Nacht: Tempolimit und Geschwindigkeitskontrollen im Stadtgebiet, Antwort des Referats für Klima- und Umweltschutz vom 19. Dezember 2024, Landeshauptstadt München (pdf)
- Kommunale Verkehrsüberwachung setzt neue Blitzer ein, Rathaus Umschau 140/2025, Landeshauptstadt München, 25. Juli 2025
- Übersicht stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen, Stand März 2021, Anlage zur Antwort der Staatsregierung, Bayerischer Landtag (pdf)
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz, Stand: zuletzt geändert 30. Januar 2026
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wer blitzt in München, die Stadt oder die Polizei?
Beide. Die Kommunale Verkehrsüberwachung der Stadt kontrolliert die Geschwindigkeit in Tempo-30-Zonen und auf Tempo-30-Strecken, auf den übrigen Straßen der Stadt ist nach der Stadt die Polizei zuständig.
Wo stehen die Blitzer in München heute?
Eine amtliche Liste der Messstellen von heute haben wir am 16. Oktober 2026 nicht gefunden. Die Stadt nennt Schwerpunkte wie Schulen und Kitas, aber keine Tagesorte, und dieser Beitrag nennt deshalb keine Standorte.
Wie viele stationäre Blitzer hat die Stadt München?
Nach der Rathaus Umschau vom 25. Juli 2025 betreibt die Kommunale Verkehrsüberwachung eine stationäre Messanlage. Dazu kommen acht Messfahrzeuge und zwei teilstationäre Messanhänger. Die Polizei hat weitere stationäre Anlagen, darunter in drei Tunneln des Mittleren Rings.
Darf ich in München eine Blitzer-App nutzen?
Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachung anzeigen, nicht verwendet werden. Die Regel gilt bundesweit.