In Leipzig blitzt das Ordnungsamt der Stadt, daneben auch die Polizei. Die Stadt nennt sieben Bereiche mit festen Geschwindigkeitsanlagen und beantwortete 2023 eine Anfrage im Stadtrat, wie viele Geräte im Einsatz sind. Wo die mobilen Messfahrzeuge und Anhänger heute stehen, veröffentlicht sie nach eigenen Angaben nicht. Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Stadt über ihre Anlagen schreibt, welche Zahlen sie nannte, wie sie Standorte auswählt und was zu „Blitzer Leipzig aktuell“ amtlich zu lesen ist. Er nennt keine Standorte von heute.
Wer in Leipzig blitzt
Das Sachgebiet „Fließender Verkehr“ des Ordnungsamts überwacht nach der Seite der Stadt den fließenden Straßenverkehr mit mobilen und stationären Geschwindigkeitsmessanlagen und mit stationären Rotlichtüberwachungsanlagen. In den Fragen und Antworten der Stadt steht dazu: Wie im ruhenden Verkehr bestehe auch eine Doppelzuständigkeit mit der Polizeidirektion Leipzig. Privatpersonen oder Unternehmen dürfe die Stadt nicht vertraglich mit Verkehrsüberwachungsaufgaben betrauen. Ein Vergleich mit einer anderen sächsischen Stadt, die ebenfalls selbst misst, steht im Beitrag über Blitzer in Dresden.
Die Technik laut Antwort von 2023
Auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Stadtrat (VII-F-09044) antwortete das Dezernat Umwelt, Klima, Ordnung und Sport schriftlich. Die Antwort war für die Ratsversammlung am 20. September 2023 vorgesehen; dort wurde der Punkt laut Ratsinformationssystem vertagt und am 18. Oktober 2023 als beantwortet geführt. Der Stand ist der von 2023:
| Art | Angabe der Stadt |
|---|---|
| Stationäre Geschwindigkeitsgeräte | seit 2019 neun im Stadtgebiet aktiv |
| Rotlichtanlagen | 2019: 26 Außengehäuse mit 16 Messgeräten im wechselnden Messbetrieb; 2020: 22; 2021 bis 2023: je 18 Außengehäuse mit 16 Messgeräten |
| Kombiniert Rotlicht und Geschwindigkeit | seit 2020 an zwei Standorten |
| Messfahrzeuge | immer sechs, mit fest verbauter Technik oder abgesetzter Technik auf einem Stativ; elf Messbedienstete, montags bis freitags in Früh- und Spätschicht, samstags in einer Frühschicht |
| Enforcement-Trailer | 2020 drei beschafft, 2023 ein vierter; sie überwachen den Verkehr an bis zu sieben Tagen ohne Unterbrechung an wechselnden Orten |
Die Fragen und Antworten der Stadt tragen kein Datum (die Rotlicht-Liste darauf hat den Stand 31. März 2017) und sprechen von fünf Messfahrzeugen, von denen drei beide Fahrtrichtungen gleichzeitig überwachen können. Auch bei den festen Geschwindigkeitsanlagen unterscheiden sich die Angaben: Die Antwort von 2023 nennt neun aktive Geräte, die Seite der Stadt sieben Bereiche, zwischen denen fünf Messgeräte wechseln. Welche Zahl heute gilt, sagt keine der beiden Quellen; beide sind amtlich, deshalb stehen sie hier nebeneinander. Die Rotlicht-Gehäuse gingen laut Antwort von 26 auf 18 zurück, weil Straßen umgebaut wurden; Messplätze dieser Technik würden wegen der endlichen Zulassung des Messverfahrens nicht neu errichtet. Zum 31. Dezember 2024 sollten die bestehenden stationären Rotlichtanlagen ihre Bauartzulassung verlieren, die Stadt plante den Ersatz durch bis zu 19 neue Anlagen, optional auch mit Geschwindigkeitsmessung, und weitere Anhänger. Ob das so umgesetzt wurde, geht aus den gelesenen Quellen nicht hervor.
Wie die Stadt Chemnitz ihre Messanhänger einsetzt, beschreibt der Beitrag zu Blitzern in Chemnitz. Wie eine Rotlichtanlage die Rotzeit misst, steht im Beitrag wie Ampel-Blitzer bei Rot messen.
Welche festen Bereiche die Stadt nennt
Auf ihrer Seite nennt die Stadt sieben Bereiche mit stationären Geschwindigkeitsanlagen: Georgiring, Maximilianallee, Prager Straße, Dittrichring, Tannenwaldstraße/Lindenthaler Hauptstraße, Travniker Straße sowie Rödelstraße. Die Seite trägt kein Datum. Die Stadt weist darauf hin, dass die „Starenkästen“ nicht alle gleichzeitig aktiv sind, sondern in unterschiedlichen Abständen eines von fünf Messgeräten enthalten.
Für Rotlicht nennt die Seite eine Liste mit Stand 31. März 2017 (31 Messstandorte an Kreuzungen, einer davon damals noch nicht in Betrieb). Die Antwort von 2023 nennt für 2021 bis 2023 nur noch 18 Gehäuse, die ersetzt werden sollten. Wir geben die alte Liste deshalb nicht wieder.
Wie Leipzig Standorte auswählt
Nach der Seite der Stadt können stationäre Anlagen nicht überall errichtet werden, denn neben dem verkehrserzieherischen Sinn müsse auch die technische Machbarkeit geprüft werden. Neue Standorte schlagen häufig Bürgerinnen und Bürger, die Polizei, die Verkehrsunfallkommission oder die AG Schulwegsicherheit vor. Das Ordnungsamt verschafft sich bei einer Begehung mit einem Verkehrsmessgerät ein Bild und entscheidet, ob eine Anlage geplant wird. An bestehenden Anlagen analysiert es laufend die Fallzahlen: Geringe Verstoßzahlen deuteten darauf hin, dass das Ziel der Verhaltensänderung erreicht sei, dann werde die Anlage nicht weiterbetrieben, könne aber jederzeit reaktiviert werden.
Für die mobilen Messungen stellt die Stadt wöchentlich Einsatzpläne auf, die eine flächendeckende Kontrolle sichern sollen. Bürgerhinweise und Erkenntnisse zu gefahrenanfälligen Bereichen fließen ein. In Leipzig sind nach der Seite rund 900 Standorte dokumentiert, die mit unterschiedlicher Intensität in die Einsatzplanung einfließen. Eine Reihenfolge der Kontrollen sei nicht festgelegt, darüber entscheide der Messbedienstete nach Verkehrslage und Aufstellmöglichkeit vor Ort.
Zahlen 2019 bis 2022
Die Antwort von 2023 enthält Zahlen zu den Anzeigen im fließenden Verkehr:
| Jahr | Anzeigen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen | Anzeigen wegen Rotlichtverstößen |
|---|---|---|
| 2019 | 173.348 | 22.168 |
| 2020 | 183.518 | 18.466 |
| 2021 | 166.799 | 19.368 |
| 2022 | 213.680 | 18.213 |
Für das erste Halbjahr 2023 (Stand Juni 2023) nennt die Stadt für den fließenden Verkehr insgesamt 109.513 Anzeigen, eine Aufteilung nach Verstößen sei unterjährig nicht möglich. Die Zahlen sagen nichts darüber, wo gemessen wurde. Anzeigen und Einnahmen je fester Anlage, wie sie der Hamburger Senat auf Anfragen nennt, zeigt der Beitrag zu Blitzern in Hamburg.
Blitzer in Leipzig aktuell und heute
Zu den mobilen Standorten schreibt die Stadt, die lokalen Medien erhielten die wöchentlichen Einsatzpläne, „darüber hinaus“ würden keine Informationen veröffentlicht. Man müsse jederzeit im gesamten Stadtgebiet mit mobilen Verkehrskontrollen durch die Polizei und das Ordnungsamt rechnen. Eine Liste von heute gibt es auf den gelesenen Seiten der Stadt nicht, und dieser Beitrag nennt keine. Zu den festen Anlagen schreibt die Stadt selbst, dass nicht alle Gehäuse gleichzeitig aktiv sind.
Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Die Regel gilt in Leipzig wie überall in Deutschland.
Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Wie eine Stadt in Schleswig-Holstein ihre Zuständigkeit beschreibt, zeigt der Beitrag zu Blitzern in Kiel. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.
Quellen
- Fragen und Antworten zu Sicherheits- und Ordnungsthemen, Stadt Leipzig, Abschnitt Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachung (Seite ohne Datum)
- Fließender Verkehr, Ordnungsamt der Stadt Leipzig
- Schriftliche Antwort zur Anfrage VII-F-09044-AW-01, Straßenverkehrsüberwachung in Leipzig, Stadt Leipzig, Dezernat Umwelt, Klima, Ordnung und Sport, Ratsinformationssystem (Vorlage als pdf)
- Anfrage VII-F-09044, Straßenverkehrsüberwachung in Leipzig, Ratsinformationssystem der Stadt Leipzig, Beratungsfolge
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wo stehen die festen Blitzer in Leipzig?
Die undatierte Seite der Stadt nennt sieben Bereiche mit festen Geschwindigkeitsanlagen: Georgiring, Maximilianallee, Prager Straße, Dittrichring, Tannenwaldstraße/Lindenthaler Hauptstraße, Travniker Straße und Rödelstraße. In den Gehäusen wechseln die Messgeräte; die Antwort von 2023 nennt neun aktive Geräte.
Wo stehen die mobilen Blitzer in Leipzig heute?
Das veröffentlicht die Stadt nicht. Sie schreibt, die lokalen Medien erhielten die wöchentlichen Einsatzpläne und darüber hinaus würden keine Informationen veröffentlicht. Nach ihren Angaben muss man im gesamten Stadtgebiet jederzeit mit mobilen Kontrollen rechnen.
Wie viele Blitzer hat Leipzig?
Nach der schriftlichen Antwort der Stadt von 2023: neun stationäre Geschwindigkeitsmessgeräte, 16 Messgeräte in 18 Rotlicht-Gehäusen, sechs Messfahrzeuge und vier Enforcement-Trailer. Neuere Zahlen haben wir nicht gefunden.
Wer blitzt in Leipzig, Stadt oder Polizei?
Beide. Die Stadt schreibt, neben dem Ordnungsamt bestehe eine Doppelzuständigkeit mit der Polizeidirektion Leipzig. Das Ordnungsamt betreibt die mobilen und stationären Geschwindigkeitsanlagen und die stationären Rotlichtanlagen.
Wie werden Blitzer-Standorte in Leipzig ausgewählt?
Vorschläge kommen laut Stadt von Bürgern, der Polizei, der Verkehrsunfallkommission oder der AG Schulwegsicherheit. Das Ordnungsamt prüft vor Ort mit einem Verkehrsmessgerät und entscheidet, ob eine neue Anlage geplant wird.