Verkehr und Sicherheit

Blitzer in Hamburg: Wie viele Anlagen es gibt, wer misst und was der Senat veröffentlicht

Wie viele feste und mobile Blitzer Hamburg hat, wie viele Messstunden, Anzeigen und Einnahmen es 2024 gab und wo der Senat die festen Anlagen auflistet.

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In Hamburg nennt der Senat auf Anfragen der Bürgerschaft wiederholt Zahlen zu Blitzern. Am 31. Dezember 2024 gab es nach seiner Antwort 48 stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen, dazu kommen mobile Anlagen der Polizei. Hier liest du, was diese Antworten über feste und mobile Messungen, Anzeigen und Einnahmen sagen und was sie nicht sagen: eine Liste der mobilen Standorte von heute ist nicht dabei.

Wie viele Blitzer es in Hamburg gibt

Der Senat nennt in seinen Antworten zwei Arten von Anlagen, feste („stationäre“) und mobile. Die Kürzel dort sind GÜA für Geschwindigkeits- und RÜA für Rotlichtüberwachungsanlagen.

AngabeStandQuelle
48 stationäre GÜA31. Dezember 2024Drucksache 22/17552
zehn kombinierte Anlagen für Tempo und Rotlicht (GÜA/RÜA)31. Dezember 2024Drucksache 22/17552
20 mobile GÜA29. Mai 2024Drucksache 22/15369
mobile GÜA: „Der Bestand ist unverändert.“31. Dezember 2024Drucksache 22/17552
42 Anlagen an 34 StandortenEnde 2018Drucksache 21/15721

Bei den mobilen Anlagen verweist die Antwort vom Januar 2025 auf die „Drs. 22/15389“. Unter dieser Nummer führt die Parlamentsdatenbank einen Bericht zum Tierhaus Steilshoop; die Zahl 20 steht in der Drucksache 22/15369, der Antwort auf dieselbe Frage vom Juni 2024.

Die Zahlen sind nicht Zeile für Zeile vergleichbar. Der Senat erklärte 2019, dass die Zählung 2018 nach installierter Technik erfolgte: An manchen Standorten gibt es mehrere Kameraeinschübe, deshalb 42 Anlagen an 34 Standorten. Die Tabelle zu den Anzeigen in der Antwort von 2025 hat 48 Zeilen, jeweils für einen Standort oder eine Fahrtrichtung eines Standorts; darin steht auch die kombinierte Anlage, die im November 2024 in Betrieb ging. Ob alle zehn kombinierten Anlagen in den 48 enthalten sind, sagt die Antwort nicht. Für 2025 waren nach der Antwort vom Januar 2025 keine Neubeschaffungen geplant.

Wer misst

Als handelnde Stelle nennen die Senatsantworten die Polizei. Sie prüfe fortlaufend, ob neue feste Anlagen nötig sind, schrieb der Senat 2019, und habe damals keine Orte für weitere identifiziert. 2018 waren an sechs neuen Standorten mit Unfallhäufungsstellen acht stationäre Anlagen aufgestellt worden. Bei der mobilen Überwachung unterscheidet die Antwort vom Juni 2024 die Polizeikommissariate von der Verkehrsdirektion: Bis zum 30. April 2024 nennt sie 36.016 Messstunden tagsüber und 16.596 nachts. Die Polizeikommissariate hatten daran 196 Stunden, alle tagsüber; den weitaus größten Teil leistete die Verkehrsdirektion. Als Quelle der Tabelle mit Anzeigen und Einnahmen je fester Anlage nennt dieselbe Antwort die Bußgeldstelle im Amt für Migration.

Die mobile Geschwindigkeitsüberwachung der Polizei umfasst nach der Antwort von 2019 Lasermessungen, Messfahrzeuge und mobile Anlagen in Anhängern. In den Anzeigenzahlen von 2024 sind nach den Antworten von 2024 und 2025 Messungen von Anhängern, Radarwagen, Provida-Fahrzeugen, Laserfächern, Handlasern und Lichtschranken berücksichtigt. Die Polizei Hamburg nennt in ihrer Verkehrssicherheitsbilanz 2025 vom 23. Februar 2026 „Geschwindigkeit und Abstand“ als eine der Hauptunfallursachen bei Unfällen mit Personenschaden und schreibt, Rotlichtverstöße, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Parkverstöße seien besonders häufig sanktioniert worden.

Mobil gemessen: Stunden, Anzeigen, Einnahmen

Seit April 2018 setzt die Polizei Anhänger ein, die nach Angaben des Senats wesentlich längere Messzeiträume ermöglichen als herkömmliche Geräte. Die Polizei entschied im April 2018, die mobile Überwachung in Messstunden statt Messeinheiten auszuwerten, weil die Dauer der Messungen stark schwankt. Für 2018 nannte der Senat 13.510 Stunden mobiler Überwachung ohne die Videonachfahrsysteme. Für 2024 enthält die Antwort vom Januar 2025 eine Monatstabelle. Nach unserer Addition der zwölf Monate waren es 158.454 Messstunden mit Messanhängern und 10.106 durch andere mobile Messungen (2023: 138.823 und 9.217).

Aus Anzeigen und Einnahmen 2024 ergibt sich dieses Bild; die Summe der stationären Anzeigen und die Prozente sind unsere Rechnung:

2024StationärMobil
Anzeigen304.179 (Summe der 48 Zeilen der Tabelle)709.830, etwa 70 Prozent aller Anzeigen
Einnahmen11.285.700,34 Euro35.704.339,79 Euro, etwa 76 Prozent von 46.990.040,13 Euro

Der Senat weist darauf hin, dass sich Einnahmen nicht in Bezug zur Zahl der Anzeigen setzen lassen, weil sie später eingehen, und dass sie neben Verwarnungs- und Bußgeldern auch Gebühren und Auslagen enthalten. Zur Rotlichtüberwachung nennt die Antwort 11.679 Anzeigen und 1.186.744,53 Euro für 2024 (2023: 10.428 Anzeigen, 1.261.915,66 Euro). Die Messung bei Rot erklärt der Beitrag wie Ampel-Blitzer bei Rot messen.

Feste Anlagen: Ausfälle und Streuung

Die Antwort listet jede stationäre Anlage mit Standort, Fahrtrichtung, Anzeigen und Einnahmen. Wir geben die Zeilen nicht wieder. Auffällig ist die Streuung: Die höchste Zahl in einer Zeile ist 57.130 Anzeigen, die niedrigste 9; sie gehört zur kombinierten Anlage, die im November 2024 in Betrieb ging. Bei einer Anlage, die seit Januar 2023 außer Betrieb ist, steht statt einer Zahl ein Strich.

Außerdem gibt der Senat Ausfallzeiten an. Gründe 2024 waren Baustellen, Sachbeschädigung, die Erneuerung nach einem Verkehrsunfall und eine Abschaltung wegen einer Veranstaltung; eine Anlage war seit dem 18. Januar 2023 wegen einer Baustelle außer Betrieb, die Antwort nennt das Ende „andauernd“. Ob eine Anlage in der Liste gerade misst, sagt die Liste also nicht. Mehr zu Anhängern bei anderen Behörden steht im Beitrag was Blitzer-Anhänger sind und wo sie stehen. Wie der Senat in Bremen feste Anlagen und drei Blitzer-Anhänger beschreibt, zeigt der Beitrag Blitzer in Bremen.

Blitzer in Hamburg aktuell und heute

Wer „Blitzer Hamburg heute“ sucht, findet bei der Polizei Hamburg auf den Seiten, die wir am 16. Oktober 2026 gelesen haben, keine Liste mobiler Messorte. Amtlich genannt werden die festen Anlagen, aber nur als Stand eines Stichtags in einer Senatsantwort. Dieser Beitrag nennt keine Standorte von heute. Wie eine andere Stadt ihre festen und mobilen Anlagen zählt, zeigt der Beitrag zu Blitzern in Berlin. Was eine Landespolizei außerhalb der Stadtstaaten über ihre Messungen mitteilt, steht im Beitrag zu Blitzern in Osthessen.

Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt

§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden.

Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.

Quellen

Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wie viele Blitzer gibt es in Hamburg?

Zum 31. Dezember 2024 zählte der Senat (Antwort vom 21. Januar 2025) 48 stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen; kombinierte Anlagen für Tempo und Rotlicht nannte er zehn. Die Zahl der mobilen Anlagen gab eine frühere Antwort (Stand 29. Mai 2024) mit 20 an; Anfang 2025 hieß es: „Der Bestand ist unverändert.“

Wo stehen die festen Blitzer in Hamburg?

Der Senat nennt sie in seinen Antworten auf Anfragen der Bürgerschaft, mit Fahrtrichtung und Anzahl der Anzeigen. Die Antwort vom 21. Januar 2025 ist unter Quellen verlinkt. Standorte mobiler Messungen haben wir bei der Polizei Hamburg nicht gefunden.

Wer blitzt in Hamburg?

Die Senatsantworten nennen die Polizei: Sie prüft nach der Antwort von 2019 laufend, ob neue feste Anlagen nötig sind, und misst mobil mit Laser, Messfahrzeugen und Anhängern. Die Zahlen zu Anzeigen und Einnahmen der festen Anlagen kommen laut Antwort von 2024 von der Bußgeldstelle.

Wie viel nimmt Hamburg durch Blitzer ein?

Für 2024 nennt der Senat 46.990.040,13 Euro aus Geschwindigkeitsüberwachung, davon 11.285.700,34 Euro stationär und 35.704.339,79 Euro mobil. Darin stecken auch Gebühren und Auslagen, und die Einnahmen lassen sich laut Senat nicht auf die Zahl der Anzeigen beziehen.

Darf ich in Hamburg eine Blitzer-App nutzen?

Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen, nicht verwendet werden. Das gilt in jedem Bundesland.

Feste Blitzer und Rotlichtblitzer mit Entfernung, auch ohne Netz.
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