Blitzer in Köln betreibt vor allem die Stadt selbst, daneben misst die Polizei. Die Stadt veröffentlicht eine Liste ihrer stationären Messanlagen nach Stadtteilen und die Zahlen ihrer mobilen Technik. Nach ihrer Seite zu den mobilen Kontrollen sind es neun Radarwagen und 13 semistationäre Anlagen an mehr als 2400 Messstellen. Dieser Beitrag erklärt, was die Stadt auf ihren Seiten nennt, nach welchen Vorgaben sie messen darf und wem die Bußgelder zufließen. Standorte nennt er nicht: Die Liste der Stadt hat kein Datum, und wo heute gemessen wird, lässt sich daraus nicht ablesen.
Wer in Köln messen darf, und wo
Die Stadt schreibt auf ihrer Seite zur Geschwindigkeitsüberwachung, ihr Einsatzgebiet beschränke sich „anders als bei der Polizei“ nach einem Erlass des NRW-Innenministeriums auf Gefahrenstellen. Das Gesetz sagt es selbst: Nach § 48 Absatz 2 des Ordnungsbehördengesetzes (OBG, Fassung ab 1. Juli 2026) sind unbeschadet der Zuständigkeit der Polizei die Kreisordnungsbehörden und die großen kreisangehörigen Städte für die Überwachung zulässiger Höchstgeschwindigkeiten und der Lichtzeichenanlagen „an Gefahrenstellen im Straßenverkehr“ zuständig; die übrigen Gemeinden nur auf Antrag. Kreisordnungsbehörden sind nach § 3 Absatz 1 OBG die Kreise und die kreisfreien Städte, also auch Köln. Die geeigneten Örtlichkeiten legt die Behörde im Benehmen mit der zuständigen Kreispolizeibehörde fest. Anhalten darf im fließenden Verkehr nach Nr. 48.22 des Erlasses vom 11. Juni 2013 nur die Polizei.
Was eine Gefahrenstelle ist, steht in Nr. 48.25 des Erlasses. Gemeint sind Unfallhäufungsstellen und Streckenabschnitte mit erhöhter Unfallgefahr, zum Beispiel in der Nähe von Orten, die schwache Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer, Kinder oder ältere Menschen häufig nutzen, an Baustellen oder dort, wo überdurchschnittlich oft gegen eine Beschränkung verstoßen wird. Ein Tempolimit allein reicht nach dem Erlass nicht aus. Die Stadt nennt Schulen, Kindergärten, Spielplätze, Krankenhäuser und Seniorenheime und schreibt, sie müsse nicht abwarten, bis schwere Unfälle passiert sind. Ausdrücklich bittet sie um Hinweise aus der Bevölkerung zu gefährlichen Strecken; sie prüfe dann das Geschwindigkeitsniveau und entscheide danach über Kontrollen.
Feste Anlagen: was die Liste der Stadt zeigt
Die Seite führt die stationären Messanlagen nach Stadtteilen auf, jeweils mit Straße, Hausnummer oder Höhe und Fahrtrichtung. Wir geben die Liste nicht wieder: Sie ist lang, die Stadt pflegt sie, und sie trägt kein Datum. Neu hinzugekommen sind nach einer Pressemitteilung vom 2. Februar 2026 Anlagen, die ab dem 5. Februar 2026, 10 Uhr, in Betrieb gehen sollten und über Brennstoffzellen mit Strom versorgt werden. Als Ziel nennt die Stadt, überhöhte Geschwindigkeiten zu senken, die Sicherheit aller zu erhöhen und die Infrastruktur zu schützen.
Daneben nennt die Stadt kombinierte Rotlichtüberwachungsanlagen. Dort überwacht eine Anlage Tempo und Rotlicht zugleich. Die Stadt begründet sie mit Standorten, an denen zuletzt zahlreiche Unfälle durch Missachtung des roten Signals passiert sind.
Sie spricht von Standorten, an denen „derzeit“ stationär gemessen wird, und verweist unter „Weitere Informationen“ auf einen Ratsbeschluss vom 25. November 2010.
Mobile Messungen: Radarwagen und semistationäre Anlagen
Die Seite zu den mobilen Kontrollen beschreibt die Technik und die Auswahl. Die Stadt misst vor allem in der Nähe von Schulen, Kitas oder Altenheimen und dort, wo Fußgänger und Radfahrende gefährdet sind, außerdem an Stellen mit besonderer Unfallhäufung. Vorschläge kommen von Bürgern, aus der Politik und von der Unfallkommission; die Stadt prüft laufend, ob sie rechtlich und technisch umsetzbar sind. Sie schreibt: „Sie müssen im gesamten Stadtgebiet mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen.“
Eine Messplatzliste als PDF zeigt mögliche Standorte für mobile Kontrollen. Wann an welchem Platz gemessen wird, geht daraus nicht hervor. Wie semistationäre Geräte arbeiten, die mehrere Tage ohne Personal an einem Ort messen, beschreibt der Beitrag über Blitzer-Anhänger und ihre Einsatzorte; eine andere Großstadt in NRW mit einer ähnlichen Aufteilung zeigt der Beitrag zu Blitzern in Dortmund.
Autobahn und Ankündigung
Am Ende der Liste steht ein Satz, der über das städtische Straßennetz hinausweist: Die Stadt betreibt „darüber hinaus“ Geschwindigkeitsmessanlagen auf einer Bundesautobahn. Der Erlass von 2013 behielt mobile Kontrollen auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen der Polizei vor, erlaubte den Kreisordnungsbehörden aber ausdrücklich, stationäre Messanlagen einzurichten (Nr. 48.24). Das Gesetz in der Fassung ab 1. Juli 2026 geht weiter: § 48 Absatz 2 Nr. 4 OBG macht die Kreisordnungsbehörden auch für die Überwachung auf Bundesautobahnen und autobahnähnlichen Straßen zuständig. Ein Erlass ist eine Verwaltungsvorschrift; für die Zuständigkeit maßgeblich ist das Gesetz in der aktuellen Fassung.
Nr. 48.26 des Erlasses verlangt, Messstellen „im Vorfeld mittels geeigneter Medien anzukündigen und zu veröffentlichen“; stationäre Messstellen auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen sind zusätzlich durch Beschilderung anzukündigen. Eine Änderung vom 25. April 2022 (MBl. NRW. 2022 S. 404) fasste nur neu, mit wem solche Autobahn-Messstellen festzulegen sind; die Ankündigungspflicht blieb. Wie das in Nordrhein-Westfalen eingeordnet wird, steht im Beitrag zum Blitz-Marathon in NRW.
Und wohin fließt das Geld? Nach Nr. 48.29 des Erlasses gehen Geldbußen aus rechtskräftigen Bescheiden einer Bußgeldstelle in die Kasse der Körperschaft, der die Bußgeldstelle angehört; das gilt entsprechend für Verwarnungsgelder. Bei den Messungen der Stadt ist das die Stadt Köln.
Blitzer in Köln aktuell und heute
Eine Tagesliste für „Blitzer Köln heute“ veröffentlicht die Stadt nicht. Die Messplatzliste nennt mögliche Plätze ohne Termine; bei mehr als 2400 Messstellen sagt sie über einen einzelnen Tag nichts. Anders macht es eine Stadt im Ruhrgebiet, wie der Beitrag zu Blitzern in Gelsenkirchen zeigt: Sie meldet einen Teil ihrer Messstellen tageweise vorab.
Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden.
Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen. Wie in einem NRW-Kreis drei Stellen nebeneinander messen, zeigt der Beitrag zu Blitzern im Kreis Borken.
Quellen
- Geschwindigkeitsüberwachung, ein Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit, Stadt Köln (ohne Datum, abgerufen am 17.10.2026)
- Geschwindigkeitskontrolle mit mobilen Messgeräten, Stadt Köln (ohne Datum, abgerufen am 17.10.2026)
- Verkehrssicherheit in Köln, Pressemitteilung der Stadt Köln vom 2. Februar 2026
- Ordnungsbehördengesetz Nordrhein-Westfalen (OBG), Fassung ab 1. Juli 2026, Land Nordrhein-Westfalen (pdf)
- Änderungserlass zur Verwaltungsvorschrift zum Ordnungsbehördengesetz, RdErl. vom 11.6.2013, MBl. NRW. 2013 S. 204, Land Nordrhein-Westfalen
- Achte Änderung der Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Ordnungsbehördengesetzes, RdErl. vom 25. April 2022, MBl. NRW. 2022 S. 404, Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wo stehen die festen Blitzer in Köln?
Die Stadt Köln führt sie auf ihrer Seite zur Geschwindigkeitsüberwachung nach Stadtteilen auf, mit Straße, Hausnummer oder Höhe und Fahrtrichtung, dazu die kombinierten Rotlichtanlagen. Die Liste hat kein Datum und spricht von Standorten, an denen „derzeit“ gemessen wird. Dieser Beitrag gibt sie nicht wieder.
Wie viele Radarwagen hat die Stadt Köln?
Nach der Seite zu den mobilen Kontrollen überwacht die Stadt mit neun Radarwagen und 13 semistationären Anlagen an mehr als 2400 Messstellen im Stadtgebiet. Die möglichen Standorte stehen in einer Messplatzliste als PDF, ein Termin für eine Messung steht nicht darin.
Darf die Stadt Köln überall blitzen?
Nach § 48 Absatz 2 des Ordnungsbehördengesetzes und dem Erlass erstreckt sich ihre Zuständigkeit auf die Überwachung an Gefahrenstellen. Dazu zählen Unfallhäufungsstellen und Strecken mit erhöhter Unfallgefahr, etwa bei Schulen, Kitas oder Seniorenheimen. Die Polizei ist davon unabhängig zuständig.
Kündigt die Stadt Köln ihre Blitzer an?
Für die mobilen Kontrollen veröffentlicht sie eine Messplatzliste möglicher Standorte ohne Termine und schreibt, man müsse im gesamten Stadtgebiet mit Kontrollen rechnen. Der NRW-Erlass verlangt, Messstellen im Vorfeld anzukündigen; die Änderung von 2022 ließ diesen Satz unverändert.
Darf ich in Köln eine Blitzer-App nutzen?
Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen, nicht verwendet werden. Das gilt in Köln wie überall in Deutschland.