Blitzer in Dortmund: Die Stadt nennt auf ihrer Seite zur Verkehrsüberwachung sieben mobile Messgeräte, zwölf stationäre und zwei semistationäre Anlagen; teil-stationär arbeiten nach ihren Meldungen die beiden Blitzeranhänger. Dazu kommen Anlagen für Rotlichtverstöße und Durchfahrtsverbote. Hier liest du, wer in Dortmund misst, wie der Blitzeranhänger arbeitet, welche Zahlen die Stadt veröffentlicht und warum dieser Beitrag keine Standorte nennt. Die Angaben der Stadt geben den Stand vom 17. Oktober 2026 wieder.
Wer in Dortmund misst
Zuständig ist das Ordnungsamt mit seiner Verkehrsüberwachung. Nach der Stadt gehört die Überwachung des fließenden Verkehrs mit mobilen, stationären und semistationären Anlagen zu den Kernaufgaben. Auch die Polizei Dortmund misst: Zur europäischen Aktionswoche ROADPOL Speed im April 2025 überwachte sie gemeinsam mit der Stadt Autobahnen und Stadtgebiet. Allein am 10. April 2025 maßen Polizei und Stadt in Dortmund und Lünen 11.276 Fahrzeuge, 891 überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit; die Polizei verhängte an dem Tag 431 Verwarngelder wegen zu hohen Tempos.
Die Aufgabenteilung folgt dem nordrhein-westfälischen Erlass zum Ordnungsbehördengesetz: Mobile Geschwindigkeitskontrollen auf Bundesautobahnen und autobahnähnlichen Straßen bleiben der Polizei vorbehalten (Nr. 48.24). Für die kommunale Überwachung sieht derselbe Erlass vor, Messstellen seien „im Vorfeld mittels geeigneter Medien anzukündigen und zu veröffentlichen“ (Nr. 48.26). Warum die Polizei in NRW dagegen grundsätzlich keine Orte nennt, erklärt der Beitrag Blitzer-Marathon NRW: Herkunft und Regeln für Messstellen. Wie das benachbarte Niedersachsen das Verhältnis von Kommunen und Polizei regelt, zeigt Blitzer in Niedersachsen: Wer misst und was der Erlass regelt.
| Was | Anzahl laut Stadt (17. Oktober 2026) |
|---|---|
| Mobile Messgeräte | 7 |
| Stationäre Anlagen | 12 |
| Semistationäre Anlagen (Blitzeranhänger) | 2 |
Die zwölf stationären Anlagen
Die Stadt führt ihre stationären Anlagen auf der Seite mit Straße und Art auf. Von den zwölf sind nach dieser Liste acht reine Geschwindigkeitsmessanlagen, zwei kombinieren Rotlicht und Geschwindigkeit, und zwei messen Geschwindigkeit und kontrollieren zugleich das Durchfahrtsverbot der Umweltzone. Ob und wann das Verbot gilt, hängt von der Umweltzone ab, nicht vom Blitzer.
Wir geben keine Straße aus der Liste wieder. Eine Liste kann sich ändern, und dieser Beitrag soll nicht den Eindruck erwecken, er zeige, wo heute gemessen wird. Wer die Anlagen der Stadt nachlesen will, öffnet die Seite der Verkehrsüberwachung auf dortmund.de.
Der Blitzeranhänger
Seit Oktober 2024 setzt das Ordnungsamt einen sogenannten Enforcement Trailer ein. Die Stadt beschreibt ihn als mobiles Gerät in Form eines Anhängers, das am Straßenrand steht und über mehrere Spuren die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge misst. Bei einer Überschreitung löst die Kamera aus, die Verstöße werden gespeichert und regelmäßig ausgelesen. Während der Messung ist kein Personal vor Ort, deshalb kann er auch nach Dienstschluss und an Sonn- und Feiertagen messen.
Die Stadt mietete den ersten Anhänger zunächst für zwölf Monate als Pilotphase; der Vermieter übernimmt Wartung und stellt bei Totalausfall ein Ersatzgerät. Am 24. Juni 2025 kündigte sie an, den Fachausschüssen zu empfehlen, ihn dauerhaft zu mieten und einen zweiten anzuschaffen. Der zweite ist seit dem 21. Januar 2026 im Einsatz. Nach der Stadt arbeitet er mit Lasertechnik (LIDAR), wiegt rund 1.300 Kilogramm und wird wie der erste von geschulten Mitarbeitenden der Verkehrsüberwachung bedient. Die Kosten werden nach Angabe der Stadt aus den Einnahmen der Verwarnungen finanziert.
Was die Stadt zählt
| Zeitraum | Umfang | Zu schnell oder geahndet | Quelle |
|---|---|---|---|
| Erster Monat ab Oktober 2024, sechs Standorte | 127.899 Fahrzeuge | 4.833 (3,79 Prozent) | Pressemeldung 13. November 2024 |
| Erstes halbes Jahr | 3.111 Einsatzstunden | 17.845 Verstöße verzeichnet und geahndet | Pressemeldung 24. Juni 2025 |
| Eine Woche im März 2026, Tempo-30-Straße | 49.530 Fahrzeuge | 4.889 | Pressemeldung 1. April 2026 |
Nach unserer Rechnung war in der Märzwoche rund jeder Zehnte zu schnell (9,9 Prozent). Anlass der Kontrolle waren laut Stadt frühere Messergebnisse und Beschwerden von Anwohnern über Tempo und Lärm. Das Ergebnis: mehr als 3.500 Verwarnungsgelder und über 800 Bußgeldverfahren.
Für den ersten Monat staffelt die Stadt die Überschreitungen: Bis 10 km/h waren es 2.976 Fahrzeuge, zwischen 11 und 15 km/h 1.079, zwischen 16 und 20 km/h 350. Die übrigen 428 lagen nach unserer Rechnung darüber. Die Zahlen sagen etwas über diese Messungen aus, nicht über den Verkehr in ganz Dortmund.
Wo und warum Dortmund misst
Als Schwerpunkte nennt die Stadt Tempo-30-Zonen und das Umfeld von Schulen, Kitas, Senioren- und Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, dazu unfallauffällige Straßenabschnitte und Bereiche mit besonders hoher Geschwindigkeitsbelastung. Rotlichtverstöße und die Umweltzone kontrolliert sie an ausgewählten Standorten. Den Blitzeranhänger setzt das Ordnungsamt nach eigener Aussage im regelmäßigen Wechsel an verschiedenen Standorten ein, auch an Straßen, die nach seiner Darstellung die Raserszene nutzt. Bei der Standortwahl beachte es die Regeln der Straßenverkehrsordnung. Das Straßennetz umfasst rund 2.060 Kilometer.
Eine laufende Liste mobiler Messstellen oder der Anhängerstandorte fanden wir auf der Seite der Verkehrsüberwachung am 17. Oktober 2026 nicht. Was mobile Messungen überhaupt sind, steht in Mobile Blitzer: Arten, Einsatz und wo Standorte veröffentlicht werden.
Nach dem Blitz: Foto, Verwarnung, Bescheid
Nach der Stadt fließen die geprüften Aufnahmen in die regulären Verwarn- und Bußgeldverfahren ein. Wie Köln als zweite kreisfreie Stadt in NRW seine Radarwagen und Messstellen beziffert, steht im Beitrag zu Blitzern in Köln. Was auf dem Foto steht und wie Behörden es zeigen, steht in Blitzerfoto: Was auf dem Bild steht.
Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Die Regel gilt in Dortmund wie überall in Deutschland.
Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Abschnittskontrollen zeigt die App in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.
Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.
Quellen
- Verkehrsüberwachung, Stadt Dortmund
- Neuer flexibler Blitzer wird auf Dortmunds Straßen eingesetzt, Pressemeldung der Stadt Dortmund vom 16. Oktober 2024
- Neuer Blitzer erfasst rund 5.000 Verstöße im ersten Monat, Pressemeldung der Stadt Dortmund vom 13. November 2024
- Dortmund soll einen zweiten Blitzeranhänger bekommen, Pressemeldung der Stadt Dortmund vom 24. Juni 2025
- Stadt setzt zweiten Blitzeranhänger ein, Pressemeldung der Stadt Dortmund vom 20. Januar 2026
- Ordnungsamt kontrollierte Tempo 30, Pressemeldung der Stadt Dortmund vom 1. April 2026
- Geschwindigkeitskontrollen in Dortmund und Lünen: Über 11.000 gemessene Fahrzeuge, Polizei Dortmund, 11. April 2025
- Änderungserlass zur VV OBG, MBl. NRW. 2013 S. 204, Land Nordrhein-Westfalen
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie viele feste Blitzer gibt es in Dortmund?
Die Stadt nennt auf ihrer Seite zur Verkehrsüberwachung zwölf stationäre Anlagen, dazu sieben mobile Messgeräte und zwei semistationäre Anlagen. Zwei der stationären Anlagen sind kombinierte Rotlicht- und Geschwindigkeitsanlagen. Stand der Angabe: 17. Oktober 2026.
Wer blitzt in Dortmund?
Das Ordnungsamt der Stadt mit seiner Verkehrsüberwachung. Die Polizei Dortmund misst ebenfalls, etwa bei der europäischen Aktionswoche ROADPOL Speed im April 2025 gemeinsam mit der Stadt.
Wo steht der Blitzeranhänger in Dortmund heute?
Das sagt die Stadt nicht. Nach ihren Meldungen stehen die Anhänger im Wechsel an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet. Eine laufende Standortliste fanden wir am 17. Oktober 2026 nicht, deshalb nennt dieser Beitrag keine.
Gibt es in Dortmund Blitzer mit Umweltzone-Kontrolle?
Ja. Nach der Stadt kontrollieren zwei der stationären Anlagen neben der Geschwindigkeit das Durchfahrtsverbot der Umweltzone. Ob und wann das Verbot gilt, hängt von der Umweltzone ab, nicht vom Blitzer.
Darf ich in Dortmund eine Blitzer-App nutzen?
Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen, nicht verwendet werden. Die Regel gilt bundesweit.