Verkehr und Sicherheit

Ampel gelb geblitzt: Wann ein Rotlichtblitzer auslöst und was bei Gelb gilt

Bei Gelb geblitzt: Warum ein Rotlichtblitzer erst ab Rotbeginn misst, was die zwei Fotos belegen, was § 37 StVO zu Gelb sagt und was der Katalog bei Rot kostet.

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Ein Rotlichtblitzer misst nach den Anforderungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) die Zeit seit dem Beginn der Rotphase, nicht die Dauer von Gelb. Wer meint, bei Gelb geblitzt worden zu sein, kann es deshalb mit zwei Dingen zu tun haben, die die Texte nennen: Die Ampel zeigte beim Überfahren der Haltelinie schon Rot, oder das Foto stammt von einem Geschwindigkeitsmodul an derselben Anlage. Der Bußgeldkatalog (Stand: zuletzt geändert durch Art. 4 V v. 12.8.2026 I Nr. 236) hat Beträge für Rot, aber keinen eigenen Tatbestand für Gelb. Dieser Beitrag legt die Texte nebeneinander; wie sie auf einen Einzelfall passen, sagt er nicht.

Was Gelb nach § 37 StVO anordnet

§ 37 Abs. 2 StVO nennt die Farbfolge Grün, Gelb, Rot, Rot und Gelb gleichzeitig, Grün. Zu den beiden mittleren Farben steht dort: Gelb ordnet an: „Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten“. Rot ordnet an: „Halt vor der Kreuzung“. Nach den Zeichen für Grün und Gelb folgt der Satz: „Keines dieser Zeichen entbindet von der Sorgfaltspflicht.“ Nach Abs. 1 gehen Lichtzeichen den Vorrangregeln vor. Was gilt, wenn das Anhalten bei Gelb nicht mehr sicher möglich ist, regeln die hier gelesenen Texte nicht ausdrücklich.

Als Ordnungswidrigkeit führt § 49 Abs. 3 Nr. 2 StVO, wer einer Vorschrift des § 37 „über das Verhalten an Wechsellichtzeichen“ zuwiderhandelt. Das nennt den Rahmen, nicht den Betrag.

AmpelphaseAnordnung nach § 37 Abs. 2 StVOBußgeldkatalog
Gelb„Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten“kein eigener Tatbestand gefunden; das Wort „gelb“ steht nur bei Nr. 134 (gelbes Blinklicht)
Rot„Halt vor der Kreuzung“Nr. 132 bis 132.3.2, von 90 bis 360 Euro

Dass der Katalog kein Gelb kennt, ist unsere Lesart nach Durchsicht des Volltexts, keine Aussage der Verordnung. Was die Behörde im Einzelfall vorwirft, steht im Schreiben; wie es aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zum Anhörungsbogen nach dem Blitzer.

Warum die Anlage erst mit Rot misst

Die PTB beschreibt Rotlichtüberwachungsanlagen als Geräte für die amtliche Überwachung des Gebots „Halt vor der Kreuzung“ bei Rot. Zuerst erfasst die Anlage die Gelbphase und wertet ihre Dauer aus; überwacht wird nur, wenn die Vorgaben von StVO und Verwaltungsvorschrift zur Gelbphasendauer eingehalten sind. Die Richtlinien für Lichtsignalanlagen (2015) nennen laut PTB 3 Sekunden bei 50 km/h, 4 bei 60 km/h und 5 bei 70 km/h. Unterschreitet die Gelbphase den an der Signalanlage eingestellten Mindestwert um mehr als 0,05 Sekunden, darf kein Messwert dokumentiert werden.

Die Zeitmessung startet erst bei Beginn der Rotphase; nach Berücksichtigung von Toleranzen zugunsten des Betroffenen ergibt die an der Haltelinie gemessene Zeit die „vorzuwerfende Rotzeit“. In die Bilder blendet die Anlage neben Rotzeit und vorzuwerfender Rotzeit auch die Gelbphasendauer ein. Auf dem Foto steht also, wie lange Gelb an dieser Ampel gedauert hat. Wie die Rotzeit ermittelt wird und was die Rotlichtverzögerungszeit ist, erklärt Ampel-Blitzer: Rotzeit und Folgen.

Warum zwei Fotos kein doppelter Verstoß sind

Die PTB unterscheidet zwei Begriffe: Der Haltelinienverstoß ist die „Überfahrt der Haltelinie bei Rot und Anhalten vor dem Gefährdungsbereich der Kreuzung“, der Rotlichtverstoß die „Einfahrt in den Gefährdungsbereich der Kreuzung bei Rot“. Die Anlage erstellt ein Bild von der Überfahrt der Haltelinie; ein oder mehrere weitere Bilder sind der Beweis, dass das Fahrzeug tatsächlich in den Gefährdungsbereich hineingefahren ist, „und nicht nur die Haltelinie überfahren, dann aber angehalten“ hat. Die Fotos einer Überfahrt dokumentieren nach dieser Beschreibung also einen Rotlichtverstoß, nicht zwei.

Auch die Haltelinie selbst hat im Katalog Tatbestände. Nr. 154 nennt für „An der Haltlinie (Zeichen 294) nicht gehalten“ 10 Euro. Nr. 150 nennt 70 Euro und nach Anlage 13 FeV einen Punkt für „Zeichen 206 (Halt. Vorfahrt gewähren.) nicht befolgt oder trotz Rotlicht nicht an der Haltlinie (Zeichen 294) gehalten und dadurch einen Anderen gefährdet“. Zeichen 206 behandelt der Beitrag Stoppschild überfahren: Bußgeld.

Wenn der Blitz vom Tempomodul kommt

An Rotlichtanlagen können Geschwindigkeitsmessgeräte angebunden sein; die PTB nennt das eine Möglichkeit, regelt es in ihren Anforderungen aber nicht. Die Polizei Berlin begründet ihre Entscheidung, stationäre Rotlichtanlagen grundsätzlich um ein Modul zur Geschwindigkeitsüberwachung zu erweitern, ausdrücklich mit dem Umschalten auf Gelb: Fahrzeugführer beschleunigten dabei häufig deutlich, um nicht bei Rot einzufahren. Ein Foto, das man als „bei Gelb“ erlebt, kann an einer solchen Anlage also aus der Tempomessung stammen; die Stufen dafür stehen im Bußgeldkatalog mit Tempo-Tabelle.

Was bei Rot im Katalog steht

Für die Frage nach Gelb ist im Katalog eine Grenze wichtig: Nr. 132 (Rot nicht befolgt) kostet einen Kraftfahrzeugführer 90 Euro und einen Punkt (Anlage 13 FeV Nr. 3.2.19). War die Rotphase schon „länger als 1 Sekunde“, gilt Nr. 132.3 mit 200 Euro, zwei Punkten (Nr. 2.2.8) und einem Monat Regelfahrverbot. Die Rotzeit, die die Anlage ab Rotbeginn misst, entscheidet also über die Stufe. Alle Zeilen mit Gefährdung und Sachbeschädigung, auch für Radfahrer und Grünpfeil, stehen in Bußgeld Ampel Rot.

Was BlitzBuddy zeigt

Neben den Standorten zeigt die App dein Tempo neben dem Limit, das jetzt gilt, und meldet sich mit einem Ton, wenn du darüber bist. Die Standorte der Blitzer stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Für die Warnungen vor Blitzern gilt in Deutschland § 23 Abs. 1c StVO: Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören; bei anderen technischen Geräten, die auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Funktionen nicht verwendet werden. Du darfst die Warnungen von BlitzBuddy deshalb während der Fahrt nicht nutzen und kannst sie unter Profil, Warnungen ausschalten. Die Verantwortung liegt beim Fahrer. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Mehr zum Thema unter Bußgeld und Punkte. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.

Quellen

Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Kann ein Rotlichtblitzer bei Gelb auslösen?

Nach den PTB-Anforderungen 12.02 überwacht er das Gebot „Halt vor der Kreuzung“ bei Rot, und seine Zeitmessung beginnt mit dem Rotbeginn. An die Anlage kann aber ein Geschwindigkeitsmessgerät angebunden sein; ein Foto bei Gelb kann dann aus der Tempomessung stammen.

Warum wurde ich bei Gelb zweimal geblitzt?

Die PTB beschreibt ein Bild von der Überfahrt der Haltelinie bei Rot und ein oder mehrere weitere Bilder, die die Einfahrt in den Gefährdungsbereich der Kreuzung belegen. Die Fotos dokumentieren danach einen Rotlichtverstoß, nicht zwei.

Was kostet es, bei Gelb über die Ampel zu fahren?

Einen eigenen Tatbestand für Gelb haben wir im Bußgeldkatalog (Stand 12. August 2026) nicht gefunden. Aufgeführt ist das Nichtbefolgen von Rot: Nr. 132 kostet 90 Euro und einen Punkt, bei mehr als einer Sekunde Rot 200 Euro, zwei Punkte und in der Regel einen Monat Fahrverbot.

Wie lange sollte eine Gelbphase dauern?

Nach den Richtlinien für Lichtsignalanlagen (2015), die die PTB zitiert, sollte die Übergangszeit Gelb bei 50 km/h 3 Sekunden, bei 60 km/h 4 und bei 70 km/h 5 Sekunden betragen. Unterschreitet die Anlage den eingestellten Mindestwert um mehr als 0,05 Sekunden, darf kein Messwert dokumentiert werden.

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