Verkehr und Sicherheit

In 30er-Zone mit 50 geblitzt: Bußgeld, Punkte und Fahrverbot

Mit 50 km/h in der 30er-Zone geblitzt: 20 km/h zu schnell. Was der Bußgeldkatalog für Pkw, Lkw und Gespann vorsieht, mit Punkten, Fahrverbot und Kosten.

BlitzBuddy7 Min. Lesezeit
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Wer in einer 30er-Zone mit 50 km/h geblitzt wird, war 20 km/h zu schnell. Für einen Pkw nennt der Bußgeldkatalog dafür 70 Euro (Nr. 11.3.3), keinen Punkt und kein Fahrverbot, dazu kommen Gebühren und Auslagen. Mit einem Lkw über 3,5 t, einem Bus oder einem Pkw mit Anhänger sind es innerorts 160 Euro und ein Punkt. Das gilt für die Tempo 30-Zone genauso wie für ein einzelnes Tempo-30-Schild. Hier stehen die Sätze für jede Stufe, die Kosten und die Folgen für Fahranfänger. Grundlage ist der Bußgeldkatalog, wie ihn gesetze-im-internet.de am 11. Oktober 2026 zeigt.

Pkw: 70 Euro, kein Punkt

Nr. 11 des Katalogs erfasst Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, unter anderem nach Zeichen 274 und nach Zeichen 274.1, dem Beginn einer Tempo 30-Zone. Für Pkw und andere Kraftfahrzeuge, die nicht zu den schwereren Gruppen zählen, gilt Tabelle 1 Buchstabe c. Die Stufe 16 bis 20 km/h steht dort als Nr. 11.3.3: 70 Euro innerhalb geschlossener Ortschaften, 60 Euro außerhalb. Ein Fahrverbot ist für diese Stufe nicht vorgesehen. Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung nennt unter den Geschwindigkeitsverstößen für Pkw erst die Stufen ab Nr. 11.3.4, also ab 21 km/h. Die Stufe 16 bis 20 km/h ist dort nicht aufgeführt und bringt deshalb keinen Punkt.

Nach Anlage 2 der StVO gilt für das Zeichen 274.1: Wer ein Fahrzeug führt, darf innerhalb der Zone nicht schneller als mit der angegebenen Höchstgeschwindigkeit fahren. Die Zone endet mit Zeichen 274.2.

Was zum Bußgeld dazukommt

Ein Bußgeld über 55 Euro ist eine Geldbuße, die die Behörde in einem Bußgeldbescheid festsetzt. Nach § 107 OWiG kommen im Verfahren der Behörde fünf Prozent der Geldbuße als Gebühr hinzu, mindestens aber 25 Euro. Als Auslage nennt die Vorschrift pauschal 3,50 Euro für jede Zustellung mit Zustellungsurkunde. Rechnerisch ergeben 70 Euro Geldbuße, 25 Euro Gebühr und 3,50 Euro Zustellung 98,50 Euro. Dieses Beispiel zeigt die Rechenregel des Gesetzes, nicht den Betrag auf deinem Bescheid.

Alle Stufen für Pkw in der 30er-Zone

Die Tabelle rechnet die Überschreitung aus Tabelle 1 Buchstabe c in Fahrgeschwindigkeiten um und zeigt die Sätze innerhalb geschlossener Ortschaften.

ÜberschreitungIn der 30er-ZoneRegelsatzPunkteFahrverbot
bis 10 km/hbis 40 km/h30 Eurokeinekeins
11 bis 15 km/h41 bis 45 km/h50 Eurokeinekeins
16 bis 20 km/h46 bis 50 km/h70 Eurokeinekeins
21 bis 25 km/h51 bis 55 km/h115 Euro1keins
26 bis 30 km/h56 bis 60 km/h180 Euro1keins
31 bis 40 km/h61 bis 70 km/h260 Euro21 Monat
41 bis 50 km/h71 bis 80 km/h400 Euro21 Monat
51 bis 60 km/h81 bis 90 km/h560 Euro22 Monate
61 bis 70 km/h91 bis 100 km/h700 Euro23 Monate
über 70 km/hüber 100 km/h800 Euro23 Monate

Punkte kommen nach § 4 Abs. 2 StVG erst, wenn die Entscheidung rechtskräftig ist. Wie viele Punkte zur Entziehung der Fahrerlaubnis führen, steht im Beitrag wie viele Punkte man in Flensburg haben darf.

Lkw, Busse und Pkw mit Anhänger

Für Kraftfahrzeuge der Gruppen aus § 3 Abs. 3 Nr. 2 Buchstabe a und b StVO gilt Tabelle 1 Buchstabe a. Dazu gehören Kraftfahrzeuge über 3,5 t (außer Pkw), Pkw mit Anhänger und Kraftomnibusse. Innerhalb geschlossener Ortschaften:

ÜberschreitungRegelsatzPunkteFahrverbot
16 bis 20 km/h (Nr. 11.1.4)160 Euro1keins
21 bis 25 km/h (Nr. 11.1.5)175 Euro1keins
26 bis 30 km/h (Nr. 11.1.6)235 Euro21 Monat

Für Busse mit Fahrgästen und Fahrzeuge, die Gefahrgut kennzeichnen müssen, gilt Tabelle 1 Buchstabe b mit nochmals höheren Sätzen. Die Stufen bis 15 km/h unterscheiden sich in Buchstabe a nach der Dauer: Wer länger als 5 Minuten oder in mehr als zwei Fällen nach Fahrtantritt zu schnell fährt, fällt unter die Nr. 11.1.3 mit 160 Euro.

Was „mit 50 geblitzt“ im Katalog bedeutet

Tabelle 1 setzt nicht bei der gefahrenen Geschwindigkeit an, sondern bei der Überschreitung in km/h. Welche Überschreitung dir vorgeworfen wird, steht im Bescheid, und nach ihr richtet sich die Zeile des Katalogs. Außerdem zählt der Ort: Die Tabelle unterscheidet zwischen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften. Ein Tempo-30-Schild auf einer Straße außerorts fällt deshalb unter die Spalte außerorts, für den Pkw mit 16 bis 20 km/h zu viel also 60 Euro statt 70 Euro.

Wiederholung und Probezeit

Nach § 4 Abs. 2 BKatV kommt ein Fahrverbot in der Regel in Betracht, wenn jemand wegen mindestens 26 km/h zu viel bereits ein rechtskräftiges Bußgeld hat und innerhalb eines Jahres seit der Rechtskraft erneut mindestens 26 km/h zu schnell fährt. Mehr zu Dauer und Beginn steht im Beitrag zum Fahrverbot nach § 25 StVG.

In der Probezeit gelten zusätzliche Regeln. Anlage 12 FeV zählt Verstöße gegen die Geschwindigkeitsvorschriften der StVO zu den schwerwiegenden Zuwiderhandlungen (A-Verstöße). Maßnahmen nach § 2a Abs. 2 StVG knüpfen an rechtskräftige Entscheidungen an, die nach § 28 Abs. 3 Nr. 1 oder Nr. 3 Buchstabe a oder c ins Fahreignungsregister einzutragen sind. Nach einem solchen A-Verstoß ordnet die Behörde ein Aufbauseminar an, und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre (§ 2a Abs. 2a). Im Punktekatalog des KBA (Stand 1. September 2023) steht ein Pkw-Tempoverstoß ab 21 km/h (Nr. 11.3.4) als A-Verstoß, in der 30er-Zone also ab 51 km/h. Die Stufe 16 bis 20 km/h, in die 50 km/h fallen, führt dieser Katalog nicht auf; Anlage 13 FeV bewertet sie auch nicht mit Punkten. Wie lange Eintragungen bleiben, erklärt der Beitrag wann Punkte in Flensburg verfallen.

BlitzBuddy in Deutschland

Mit dem Tempolimit auf dem Display behältst du deine Geschwindigkeit im Blick, ersetzt wird dadurch der Blick auf die Schilder nicht. In Deutschland zeigt BlitzBuddy außerdem feste Blitzer und Rotlichtblitzer an ihrer genauen Position. Nach § 23 Abs. 1c StVO darfst du als Fahrer ein technisches Gerät, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören, nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen; bei anderen Geräten dürfen diese Funktionen nicht verwendet werden. Während der Fahrt darfst du die Blitzerwarnungen deshalb nicht nutzen. Du kannst sie unter Profil, Warnungen ausschalten. Die Verantwortung liegt beim Fahrer. Weitere Beiträge zu Strafen findest du im Thema Bußgeld und Punkte.

Quellen

Quellen gelesen am 11. Oktober 2026. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie viel kostet es, mit 50 in der 30er-Zone geblitzt zu werden?

Für einen Pkw nennt der Bußgeldkatalog 70 Euro (Nr. 11.3.3) bei einer Überschreitung von 16 bis 20 km/h innerorts. Dazu kommen nach § 107 OWiG Gebühren von mindestens 25 Euro und Auslagen.

Bekomme ich Punkte, wenn ich 20 km/h zu schnell war?

Mit einem Pkw nicht. Anlage 13 FeV nennt die Tempostufe 16 bis 20 km/h für Pkw nicht, Punkte beginnen bei 21 km/h. Für Lkw über 3,5 t, Busse und Pkw mit Anhänger ist schon die Stufe 16 bis 20 km/h mit einem Punkt bewertet.

Ab wann droht in der 30er-Zone ein Fahrverbot?

Für einen Pkw innerorts ab 31 km/h Überschreitung, in der 30er-Zone also bei mehr als 60 km/h. Der Katalog nennt dafür 260 Euro, 1 Monat Fahrverbot und nach Anlage 13 FeV zwei Punkte.

Gilt das auch für Tempo 30 auf einem einzelnen Schild?

Ja. Nr. 11 des Bußgeldkatalogs führt das Zeichen 274 (zulässige Höchstgeschwindigkeit) und das Zeichen 274.1 (Tempo 30-Zone) auf, beide mit denselben Regelsätzen.

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