Hamburg hat keine Umweltzone, und du brauchst für die Stadt keine Umweltplakette. Die Liste des Umweltbundesamts führt Hamburg weder unter den aktiven noch unter den aufgehobenen Zonen. Der Luftreinhalteplan der Stadt von 2017 führt die Umweltzone unter den Maßnahmen, die nicht geprüft wurden. Was es stattdessen gab, waren Dieseldurchfahrtsbeschränkungen auf zwei Straßen, und die sind seit dem 13. September 2023 aufgehoben (Stand 17. Oktober 2026).
Gibt es in Hamburg eine Umweltzone?
Nein. Das Umweltbundesamt (UBA) stellt die von Ländern und Kommunen gemeldeten Umweltzonen in einer Liste zusammen; nach der letzten inhaltlichen Änderung vom 26. August 2026 zählt sie 35 aktive und 23 aufgehobene Zonen. Hamburg steht in keiner der beiden Gruppen. Es taucht nur in der Tabelle der Luftreinhaltepläne auf, mit der 2. Fortschreibung von 2017 und der Schadstoffgruppe Stickstoffdioxid, ohne Vermerk einer Umweltzone.
Im Straßenverkehr erkennst du eine Umweltzone am Zeichen 270.1, dem Beginn einer Verkehrsverbotszone zur Verminderung schädlicher Luftverunreinigungen; das Zeichen 270.2 beendet sie. Das Zusatzzeichen nennt die Plakettenfarbe, die Zutritt hat (StVO Anlage 2, lfd. Nr. 44 bis 46). Eine Hamburger Zone mit diesem Zeichen kennt die UBA-Liste nicht.
Warum Hamburg auf eine Umweltzone verzichtet
Die Begründung steht im Luftreinhalteplan von 2017. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Hamburg vom 5. November 2014 (9 K 1280/13), rechtskräftig seit dem 17. April 2015, ist die Stadt verpflichtet, den Plan so zu ändern, dass er die Maßnahmen für die schnellstmögliche Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts von 40 µg/m³ im Jahresmittel enthält. Zugleich hielt das Gericht es nach dem Plan für rechtmäßig, auf eine Umweltzone zu verzichten, und zwar „im Hinblick auf den geringen zu erwartenden Effekt und die erheblichen wirtschaftlichen Belastungen“.
Außerdem wies das Gericht darauf hin, eine Umweltzone in ihrer damaligen gesetzlichen Form sei nicht verhältnismäßig, weil sie bei Diesel-Pkw nicht zu weniger Stickstoffdioxid führen würde. Der Plan von 2017 hält fest, diese Feststellungen träfen weiterhin unverändert zu. Wie die Plakette in Städten mit Zone gedacht ist, erklärt der Beitrag zur Umweltplakette: Farbe, Ausgabe und Preis.
Die Dieseldurchfahrtsbeschränkungen 2018 bis 2023
Stattdessen setzte Hamburg auf zwei Straßenabschnitte. Beide traten am 31. Mai 2018 in Kraft:
| Straße | Abschnitt | Betroffen |
|---|---|---|
| Max-Brauer-Allee | zwischen Julius-Leber-Straße und Holstenstraße | ältere Dieselfahrzeuge |
| Stresemannstraße | zwischen Kaltenkircher Platz und Neuer Pferdemarkt | Lkw mit Dieselmotor |
Die Messwerte sanken danach unter den Grenzwert: An der Station Stresemannstraße lag der Jahresmittelwert 2017 bei 48 µg/m³, 2022 bei 32 µg/m³, an der Station Max-Brauer-Allee II 2017 bei 46 und 2022 bei 31 µg/m³ (Plan vom Dezember 2023). Am 13. September 2023 kündigte die Umweltbehörde an, beide Beschränkungen aufzuheben, und der Innensenator meldete, dass die Polizei sie noch am selben Tag per straßenverkehrsbehördlicher Anordnung aufgehoben habe und die Schilder abmontiert würden. Der Senat beschloss die 3. Fortschreibung (Teil 2) am 5. Dezember 2023; sie nennt als Grundlage Gutachten, wonach der Grenzwert auch ohne die Maßnahmen sicher und dauerhaft eingehalten wird. Umweltsenator Jens Kerstan hatte im September betont, dass diese Fortschreibung erstmals keine neuen verkehrsbeschränkenden Maßnahmen brauche. Wie es in anderen Städten mit Durchfahrtsbeschränkungen aussieht, steht im Beitrag Diesel-Fahrverbot in Deutschland.
Die Habichtstraße: Drosselung statt Plakette
Eine Beschränkung blieb nach dem Plan vom Dezember 2023 bestehen, und sie hat nichts mit Plaketten zu tun. An der Habichtstraße führte die Stadt im Dezember 2019 außerplanmäßig eine Verkehrsdrosselung mit Ampelsteuerung ein; seit dem 24. Mai 2022 steht sie als flexible Drosselung im Luftreinhalteplan. Nach dem Plan von 2022 war eine Absenkung der Verkehrsmenge um 4.000 Kfz in 24 Stunden nötig, um den Grenzwert einzuhalten; der Jahresmittelwert fiel 2020 auf 41 und 2021 auf 38 µg/m³. Die Stadt beobachtet den gleitenden Jahresmittelwert und passt die Drosselung an, wenn er die 40 µg/m³ zu überschreiten droht. Der Plan von 2023 behält sie bei, weil an dieser Stelle ab 2024 durch U5-Bauarbeiten mehr Verkehr erwartet wurde; eine neuere Aussage der Stadt dazu haben wir nicht gefunden. Eine Plakette verlangt diese Drosselung nicht; sie steuert die Menge der Fahrzeuge, nicht ihre Abgasklasse.
Hamburg ohne Plakette, andere Städte mit
Die Umweltbehörde schreibt, die Luftqualität habe sich in den vergangenen Jahrzehnten positiv entwickelt; seit 2021 werden an allen Hamburger Luftmessstationen die Immissionsgrenzwerte der 39. BImSchV eingehalten. Bei den Nachbarn sieht es anders aus: Bremen und Osnabrück stehen in der UBA-Liste als aktiv, Hannover ist seit dem 22. Februar 2024 aufgehoben (siehe Umweltzone Hannover). Wer ohne Plakette in eine Zone fährt, zahlt nach Nr. 153 des Bußgeldkatalogs 100 Euro (Stand 12. August 2026). Einen Überblick über alle Zonen gibt der Beitrag Umweltzonen in Deutschland. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.
Was BlitzBuddy in Deutschland zeigt
Zur Rechtslage in Deutschland: § 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen oder stören soll, und bei anderen Geräten wie dem Handy die Verwendung solcher Funktionen. BlitzBuddy zeigt feste Blitzer und Rotlichtblitzer an ihrem genauen Standort; deren Warnungen sind für Fahrer in Deutschland während der Fahrt deshalb nicht zu nutzen. Du kannst sie unter Profil, Warnungen ausschalten, die übrigen Warnungen bleiben an. Die Verantwortung liegt beim Fahrer.
BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Wo und wie Hamburg das Tempo überwacht, steht im Beitrag Blitzer in Hamburg. Alle Beiträge zu Umweltzonen, Maut und Vignetten stehen unter Maut, Vignette und Umweltzonen.
Quellen
- Umweltzonen, Durchfahrtsbeschränkungen und Luftreinhaltepläne: Liste der Umweltzonen, Umweltbundesamt (letzte inhaltliche Änderung 26.08.2026)
- Luftreinhaltung, Freie und Hansestadt Hamburg
- Luftreinhaltepläne, Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg
- Luftreinhalteplan für Hamburg, 2. Fortschreibung 2017, Freie und Hansestadt Hamburg (pdf)
- Luftreinhalteplan für Hamburg, 3. Fortschreibung (Teil 1) 2022, Freie und Hansestadt Hamburg (pdf)
- Luftreinhalteplan für Hamburg, 3. Fortschreibung (Teil 2) 2023, Freie und Hansestadt Hamburg (pdf)
- Aufhebung der Dieseldurchfahrtsbeschränkungen, Pressemitteilung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, 13. September 2023
- Dritte Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Hamburg: beschlossen, Pressemitteilung, 5. Dezember 2023
- StVO, Anlage 2: Vorschriftzeichen, Bundesministerium der Justiz
- Bußgeldkatalog-Verordnung, Anlage (Bußgeldkatalog), Bundesministerium der Justiz (Stand: zuletzt geändert durch Art. 4 V v. 12.8.2026 I Nr. 236)
- StVO § 23 Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden, Bundesministerium der Justiz (Stand: zuletzt geändert durch Art. 4 V v. 30.1.2026 I Nr. 32)
Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Gibt es in Hamburg eine Umweltzone?
Nein. Die Liste des Umweltbundesamts (letzte inhaltliche Änderung 26. August 2026) führt Hamburg weder bei den aktiven noch bei den aufgehobenen Umweltzonen. Der Luftreinhalteplan von 2017 hat eine Umweltzone nicht geprüft und beruft sich auf ein Urteil, das den Verzicht für rechtmäßig hielt.
Brauche ich eine Umweltplakette für Hamburg?
Nein, für Hamburg nicht, weil es dort keine Zone mit Zeichen 270.1 gibt. Die Plakette brauchst du nur in Städten mit Umweltzone, etwa in Bremen oder Osnabrück.
Gibt es in Hamburg noch ein Dieselfahrverbot?
Nein. Die Dieseldurchfahrtsbeschränkungen in der Max-Brauer-Allee und der Stresemannstraße, seit Ende Mai 2018 in Kraft, hat die Polizei am 13. September 2023 per Anordnung aufgehoben.
Was gilt an der Habichtstraße?
Dort gilt keine Plakettenregel, sondern eine Verkehrsdrosselung mit Ampelsteuerung. Nach dem Luftreinhalteplan vom Dezember 2023 bleibt sie bestehen, weil ab 2024 durch die U5-Bauarbeiten mehr Verkehr erwartet wurde.