E-Auto laden an einer öffentlichen Ladesäule heißt: Kabel einstecken und den Ladevorgang mit Ladekarte, App oder Zahlungskarte starten. Nach Artikel 5 der EU-Verordnung AFIR muss das auch ohne Vertrag gehen. Die Preise unterwegs unterliegen laut Bundesnetzagentur dem Wettbewerb. Hier steht, welche Ladepunkte es gibt, wie du bezahlst, was an der Säule über den Preis stehen muss, wie du die Kosten pro 100 Kilometer rechnest und was Ladeapps leisten.
Ladepunkte in Deutschland
Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur enthält nach ihren Angaben 157.762 Normalladepunkte und 56.572 Schnellladepunkte, die am 1. September 2026 in Betrieb waren, zusammen 214.334, mit insgesamt 9,38 GW Ladeleistung. Die Zahlen enthalten auch Meldungen aus noch nicht abgeschlossenen Anzeigeverfahren. Ein Normalladepunkt liefert höchstens 22 Kilowatt, ein Schnellladepunkt mehr als 22 Kilowatt. Die AFIR zieht ihre Grenzen für Zahlung und Preisanzeige dagegen bei 50 Kilowatt.
Die Mindestanforderungen an den Stecker beschreibt die Bundesnetzagentur so: Für Wechselstrom braucht jeder öffentliche Ladepunkt mindestens Typ 2, für Gleichstrom mindestens Combo Typ 2 (CCS). Ein CHAdeMO-Anschluss ist an einem Schnellladepunkt zusätzlich möglich, wenn derselbe Ladepunkt auch CCS hat. Wo die Ladepunkte stehen, zeigt die amtliche Ladesäulenkarte, mehr dazu in Ladestationen finden: ladenetz.de und die amtliche Ladesäulenkarte.
Bezahlen ohne Vertrag nach AFIR
Artikel 5 Absatz 1 AFIR (konsolidierte Fassung vom 8. Januar 2026) verpflichtet Betreiber, an öffentlichen Ladepunkten punktuelles Aufladen anzubieten. Das ist laut Artikel 2 ein Ladedienst, für den du dich nicht registrieren, keine schriftliche Vereinbarung schließen und keine Geschäftsbeziehung über den bloßen Kauf hinaus eingehen musst. Welche Zahlungswege es geben muss, hängt von Leistung und Baujahr ab.
| Ladepunkt | Zahlung ohne Vertrag nach Artikel 5 Absatz 1 (mindestens eines davon) |
|---|---|
| Ab 13. April 2024 errichtet, unter 50 kW | Zahlungskartenleser, Gerät mit Kontaktlosfunktion für Zahlungskarten oder ein Gerät mit Internetverbindung für einen sicheren Zahlungsvorgang, etwa mit QR-Code |
| Ab 13. April 2024 errichtet, ab 50 kW | Zahlungskartenleser oder Gerät mit Kontaktlosfunktion für Zahlungskarten |
| Ab 1. Januar 2027: ab 50 kW, entlang des TEN-V-Straßennetzes oder auf einem sicheren und gesicherten Parkplatz, auch vor dem 13. April 2024 errichtete Punkte | Zahlungskartenleser oder Gerät mit Kontaktlosfunktion für Zahlungskarten |
Ladepunkte, an denen keine Zahlung verlangt wird, sind von diesen Anforderungen ausgenommen. Bietet ein Betreiber automatische Authentifizierung an, darfst du sie nach Absatz 2 ablehnen und stattdessen punktuell laden oder eine andere dort angebotene vertragsbasierte Zahlungslösung nutzen. Für Punkte, die vor dem 13. April 2024 in Betrieb gingen, gelten nach der Bundesnetzagentur die Anforderungen der Ladesäulenverordnung in der Fassung bei der Inbetriebnahme.
Was kostet es, ein E-Auto zu laden?
Zu Hause. Die Rechnung ist Verbrauch mal Preis. Das Pkw-Label eines Neuwagens nennt bei Elektroautos den Stromverbrauch in Kilowattstunden je 100 Kilometer und die Energiekosten bei 15 000 Kilometern Jahresfahrleistung. Das Statistische Bundesamt meldet für das 1. Halbjahr 2026 einen durchschnittlichen Strompreis für private Haushalte von 37,97 Cent je Kilowattstunde. In der Studie „Energieverbrauch von Elektroautos (BEV)“ des Umweltbundesamts (TEXTE 160/2022, Dezember 2022) liegt der Realverbrauch von Elektroautos im Bereich von etwa 18 kWh je 100 Kilometer. Als Rechenbeispiel: 18 mal 0,3797 Euro ergibt etwa 6,83 Euro für 100 Kilometer. Setze deinen Verbrauch und deinen Tarif ein.
Unterwegs. Die Preise an Ladesäulen können Betreiber laut Bundesnetzagentur grundsätzlich frei bestimmen. Zuständig für Fragen zur Preisgestaltung sind die Preisbehörden der Länder und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als oberste Preisbehörde. Der ADAC beschreibt in seiner Tarifübersicht vom 6. Juli 2026 Modelle mit und ohne Grundgebühr, teils mit einem Aufschlag pro Minute nach einer gewissen Standzeit, und unterschiedliche Preise an AC- und DC-Säulen. Wer sich per Vertrag an einen Anbieter bindet und nur an dessen Partnersäulen lädt, zahlt laut ADAC meist deutlich weniger als beim spontanen Laden ohne Vertrag.
Nach Artikel 5 Absatz 3 AFIR müssen die Preise der Betreiber angemessen, einfach und eindeutig vergleichbar, transparent und nichtdiskriminierend sein. Absatz 4 regelt die Anzeige an der Station:
- Ab 50 kW: Der Ad-hoc-Preis beruht auf dem Preis pro kWh, dazu darf eine Gebühr pro Minute gegen lange Belegung kommen. Beides muss an der Station ausgewiesen sein, damit du es vor dem Laden kennst. Diese Regeln gelten für Punkte, die ab dem 13. April 2024 errichtet wurden.
- Unter 50 kW: Der Ad-hoc-Preis mit all seinen Bestandteilen muss an der Station klar und leicht verfügbar sein, in der Reihenfolge Preis pro kWh, pro Minute, pro Ladevorgang, sonstige. Einen Stichtag nennt der Text für diese Regel nicht.
Auch an älteren Säulen sind die Ad-hoc-Preise pro kWh laut Bundesnetzagentur gut sichtbar anzubringen; Grundlage ist die Preisangabenverordnung. Lädst du über Karte oder App, rechnet ein Mobilitätsdienstleister ab: Er muss dir nach Absatz 5 vor dem Laden alle Preisinformationen für diesen Vorgang geben, mit klar getrennten Bestandteilen einschließlich der e-Roaming-Kosten.
E-Auto kostenlos laden
Verlangt der Betreiber für das Laden nichts, gelten die Zahlungsregeln der AFIR nicht; die Bundesnetzagentur schreibt, dass die Kundschaft dann ohne Registrierung kostenlos Strom laden können muss. Mit kostenlosem Laden nicht zu verwechseln ist die Treibhausgasminderungsquote: Laut Umweltbundesamt können reine batterieelektrische Pkw darüber, oft über einen Dienstleister, finanziell vom Klimavorteil profitieren.
Apps zum Laden: was sie leisten
Die AFIR unterscheidet zwei Rollen. Der Betreiber ist für Verwaltung und Betrieb des Ladepunkts zuständig. Der Mobilitätsdienstleister erbringt dir gegen Entgelt Dienstleistungen, etwa den Verkauf von Ladediensten, in der Praxis über Ladekarte oder App. Wie die Daten in Apps kommen, regelt Artikel 20: Betreiber müssen seit dem 14. April 2025 statische und dynamische Daten zu ihren Ladepunkten kostenfrei verfügbar machen. In Deutschland laufen sie laut Nationaler Leitstelle Ladeinfrastruktur über eine Schnittstelle zur Mobilithek, dem Nationalen Zugangspunkt, seit dem 14. April 2026 im Format DATEX II. Zu den dynamischen Daten zählen Betriebszustand, Verfügbarkeit und Ad-hoc-Preis. Ein Netz mit eigener App und Karte beschreibt ladenetz.de und die amtliche Ladesäulenkarte.
Wann du laden musst, hängt von deiner Reichweite ab, siehe E-Auto-Reichweite: WLTP-Wert und Alltag. Für den Weg zur Säule: Stau aktuell: wo Staumeldungen amtlich stehen und Autobahn-Sperrungen aktuell finden. Alle Beiträge zum Thema stehen unter E-Auto laden.
BlitzBuddy auf dem Weg zur Ladesäule
BlitzBuddy zeigt keine Ladepunkte und keine Ladepreise. Die App bringt dich hin: Adresse suchen und mit Sprachansagen losfahren, in Deutschland und den vier anderen Ländern der App.
BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. In Deutschland zeigt sie außerdem feste Blitzer und Rotlichtblitzer an ihrer genauen Position. Nach § 23 Absatz 1c StVO darf, wer ein Fahrzeug führt, kein technisches Gerät betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören; bei anderen technischen Geräten wie dem Handy dürfen die entsprechenden Funktionen nicht verwendet werden. Die Blitzerwarnungen darfst du als Fahrer während der Fahrt deshalb nicht nutzen. Unter Profil, Warnungen schaltest du sie aus; alle anderen Warnungen bleiben an. Die Verantwortung liegt bei dir als Fahrer.
Quellen
- E-Mobilität: Öffentliche Ladeinfrastruktur, Bundesnetzagentur (Zahlen vom 1. September 2026)
- FAQ / Begriffe zur Ladeinfrastruktur, Bundesnetzagentur
- Verordnung (EU) 2023/1804 (AFIR), konsolidierte Fassung vom 8. Januar 2026, EUR-Lex, Artikel 2, 5 und 20
- Erdgas- und Stromdurchschnittspreise, Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30. September 2026
- Pkw-EnVKV, Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 2.3.2026 I Nr. 55, Bundesministerium der Justiz
- Energieverbrauch von Elektroautos (BEV), Abschlussbericht, TEXTE 160/2022, Umweltbundesamt, Dezember 2022 (pdf)
- Beim Autokauf Elektroautos bevorzugen, Umweltbundesamt, zuletzt aktualisiert am 24.06.2026
- AFIR, Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur (im Auftrag des BMV unter dem Dach der NOW GmbH)
- Ladetarife für Elektroautos 2026, ADAC, 6. Juli 2026 (Hintergrund, keine Rechtsquelle)
- StVO § 23: Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden, Bundesministerium der Justiz
Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Kann ich an einer Ladesäule ohne Ladekarte laden?
Ja, das ist vorgesehen. Nach Artikel 5 AFIR müssen Betreiber an öffentlichen Ladepunkten punktuelles Laden anbieten, ohne Registrierung und ohne Vertrag. An Punkten, die ab dem 13. April 2024 errichtet wurden, muss das mit einem in der EU weitverbreiteten Zahlungsinstrument gehen.
Was kostet es, ein E-Auto zu laden?
Zu Hause: Verbrauch in kWh je 100 km mal dein Strompreis je kWh. Unterwegs bestimmt beim Ad-hoc-Laden der Betreiber den Preis, beim Laden mit Karte oder App dein Anbieter; laut Bundesnetzagentur unterliegen die Preise dem Wettbewerb.
Kann ich ein E-Auto kostenlos laden?
Ja, wenn der Betreiber für das Laden nichts verlangt. Für solche Ladepunkte gelten die Zahlungsregeln der AFIR nicht; laut Bundesnetzagentur muss das kostenlose Laden dann ohne Registrierung möglich sein.
Welche App brauche ich, um ein E-Auto zu laden?
Eine bestimmte App schreibt das Gesetz nicht vor. Ladeapps und Ladekarten kommen von Mobilitätsdienstleistern; ohne sie lädst du ad hoc, an neueren Ladepunkten über Kartenleser, kontaktloses Terminal oder, unter 50 kW, auch über ein Gerät mit Internetverbindung, etwa mit QR-Code.
Welcher Stecker passt an öffentlichen Ladepunkten?
Laut Bundesnetzagentur muss jeder öffentliche Ladepunkt für Wechselstrom mindestens Typ 2 und für Gleichstrom mindestens Combo Typ 2 (CCS) haben. CHAdeMO ist an einem Schnellladepunkt zusätzlich möglich, wenn derselbe Ladepunkt auch CCS hat.