Verkehr und Sicherheit

Blitzer in Hannover: Stadt, Region und Polizei messen getrennt, und die Polizei redet mit

Blitzer in Hannover: Die Stadt misst im Stadtgebiet, die Region im Umland mit Monatsliste. Warum die Polizei zustimmen muss und was die Quellen nennen.

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Die Seite auf hannover.de mit der Liste der Radarkontrollen heißt „Blitzer in der Region Hannover“, gilt aber nicht für die Stadt: Sie nennt geplante Messungen der Messfahrzeuge der Region Hannover im Umland. Die Landeshauptstadt misst selbst, und die Polizei wirkt in beiden Fällen mit. Dieser Beitrag trennt die drei Stellen, erklärt, warum die Stadt vor einer Überwachungsmaßnahme das Einvernehmen der Polizei braucht, und nennt die Zahlen, die die Quellen veröffentlichen. Standorte von heute nennt er nicht.

Drei Stellen, ein Name

Die Region Hannover schreibt auf ihrer Seite zur Verkehrsüberwachung, bei allen Verkehrsverstößen innerhalb der Region Hannover, „mit Ausnahme des Gebietes der Landeshauptstadt Hannover“, komme die Post von der Region. Die Liste der Radarkontrollen trägt den Titel „Blitzer in der Region Hannover“ und beschreibt sich als geplante Geschwindigkeitsmessungen mit Messfahrzeugen der Region. Für die Landeshauptstadt gilt die Verwaltung der Stadt, und neben beiden misst die Polizei.

StelleGebietWas sie veröffentlicht
Landeshauptstadt HannoverStadtgebietBeschreibung ihrer Überwachung, keine Liste von Messstellen, die wir gefunden haben
Region HannoverUmlandkommunen ohne die StadtMonatsliste mit Datum und Kommune, „Änderungen vorbehalten“
Polizeidirektion HannoverStadt und RegionJahreszahlen im Verkehrssicherheitsbericht, keine Orte

Was die Landeshauptstadt beschreibt

Auf ihrer Seite „Verkehrsüberwachung“ schreibt die Stadt, die Geschwindigkeitsüberwachung finde an Hauptverkehrsstraßen und in Tempo-30-Zonen statt, vor allem im Bereich von Schulen und im Umfeld von Einrichtungen, die häufig Kinder nutzen, etwa Spielplätzen. Sie führe sie „regelmäßig an wechselnden Standorten im gesamten Stadtgebiet“ durch. Dazu kommen Dialogdisplays, die bei zu hoher Geschwindigkeit „langsam“ und bei angepasster Geschwindigkeit „Danke“ anzeigen, und Anzeiger der gefahrenen Geschwindigkeit. Eine Liste von Messstellen der Stadt haben wir nicht gefunden.

Warum die Polizei zustimmen muss

Wie ein Blitzer in Hannover entsteht oder nicht entsteht, zeigt eine Stellungnahme der Verwaltung von 2017. Der Stadtbezirksrat hatte Messungen in einer Straße gefordert. Die Verwaltung stellte eine Woche lang ein Geschwindigkeitsdisplay auf: 40.274 Fahrzeuge in beiden Richtungen, Durchschnitt 42,3 km/h, die für die Verwaltung maßgebliche Kennzahl v85 („85% aller Fahrzeuge“) lag bei 50 km/h. Danach beantragte sie bei der Polizeidirektion das Einvernehmen für einen mobilen kommunalen Messstandort. Die Polizei erteilte es nicht, weil die Unfall- und Gefahrenlage es nicht rechtfertige. Die Stadt konnte dort deshalb keinen stationären oder mobilen Blitzer einrichten.

Die Grundlage nennt die Verwaltung selbst: einen verbindlichen Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vom 27. Oktober 2010. Im niedersächsischen Vorschriftensystem steht dazu in Abschnitt 5 der Richtlinien für die Überwachung des fließenden Straßenverkehrs (Fassung ab 28.10.2010): Vor der Durchführung jeder Verkehrsüberwachungsmaßnahme müsse auf der Grundlage der örtlichen Unfalluntersuchung über die Auswahl der Messstellen, die Festlegung der Messzeiten und die Durchführung von Schwerpunkteinsätzen Einvernehmen mit der zuständigen Polizeiinspektion erzielt werden. Abschnitt 1 („Allgemeines“) stellt klar, dass neben der Polizei die Straßenverkehrsbehörden für die Überwachung der Höchstgeschwindigkeit und der Lichtzeichen zuständig sind und dass die Übertragung von Überwachungsaufgaben einschließlich der Ausführung auf Private „ausgeschlossen“ ist. Mehr zu diesem Erlass steht im Beitrag zu Blitzern in Niedersachsen.

Feste Anlagen: zwei Beispiele aus den Drucksachen

Die Stadt veröffentlicht ihre stationären Anlagen nicht als Liste, aber Antworten an Stadtbezirksräte beschreiben einzelne. Im Februar 2014 beantwortete die Verwaltung eine Anfrage zu einer Kreuzung, an der sie eine kombinierte Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlage aufstellen ließ: Es handle sich um eine Unfallhäufungsstelle, an der sich vermehrt Unfälle wegen Rotlichtverstößen ereignet hätten, und die Anlage stehe dort „aufgrund eines gemeinsamen Beschlusses mit der Polizeidirektion Hannover“. Wann ein Rotlichtblitzer auslöst, erklärt ein eigener Beitrag.

Im Februar 2024 ging es um eine stationäre Anlage in einer 30er-Straße, die 2019 auf Antrag des Stadtbezirksrates installiert wurde. Ein einseitiges Halteverbot vor und hinter dem Gerät sei „zwingend erforderlich“, um den störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Beide Drucksachen sind Einzelfälle. Sie sagen nichts darüber, wo heute gemessen wird.

Die Liste der Region

Die Seite „Radarkontrollen“ der Region führte am 17. Oktober 2026 für Oktober 2026 19 Einträge, jeweils ein Datum und eine Kommune, nur Werktage, ohne Straßen und ohne Uhrzeiten. Darunter steht „Änderungen vorbehalten“. Für das Stadtgebiet Hannover steht dort nichts. Ähnlich grob ist die Liste der Stadt Koblenz mit Wochentag und Stadtteilen, wie Blitzer in Koblenz zeigt. Wie ein anderer niedersächsischer Landkreis ohne solche Liste misst, zeigt der Beitrag zu Blitzern im Landkreis Diepholz. Wir geben keinen Eintrag wieder, denn die Liste gilt nur für ihren Monat.

Was die Polizei veröffentlicht

Die Polizeidirektion Hannover schreibt in ihrem Verkehrssicherheitsbericht 2025 (14. April 2026), zu schnelles Fahren stehe auch 2025 im Mittelpunkt ihrer Verkehrsüberwachung; die Polizeiinspektionen richteten ihre Kontrollen „eng am tatsächlichen Unfallgeschehen“ aus. Sie ahndete 2025 insgesamt 16.233 Geschwindigkeitsverstöße und damit 37,3 Prozent weniger als 2024. Orte nennt der Bericht nicht, und die Zahl gilt für die ganze Polizeidirektion, nicht für die Stadt allein.

Blitzer in Hannover aktuell und heute

Für „Blitzer Hannover heute“ gibt es im Umland die Monatsliste der Region mit Datum und Kommune, für die Stadt selbst keine Liste, die wir gefunden haben. Die Polizei nennt keine Orte.

Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt

§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Das gilt in Hannover wie überall in Deutschland.

Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen. Welchen Abstand zwischen Schild und Messstelle der niedersächsische Erlass vorsieht und wie andere Länder das regeln, steht im Beitrag zum Abstand zwischen Blitzer und Schild.

Quellen

Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Gilt die Radarkontrollen-Liste von hannover.de für die Stadt Hannover?

Nein. Sie nennt geplante Messungen der Messfahrzeuge der Region Hannover in den Umlandkommunen. Nach der Region kommt bei Verkehrsverstößen in der Region die Post von ihr, mit Ausnahme des Gebiets der Landeshauptstadt Hannover.

Wer blitzt in der Stadt Hannover selbst?

Die Landeshauptstadt Hannover, nach ihrer Seite „Verkehrsüberwachung“ an Hauptverkehrsstraßen und in Tempo-30-Zonen, vor allem bei Schulen und Spielplätzen, an wechselnden Standorten im Stadtgebiet. Daneben misst die Polizei.

Kann die Stadt Hannover einfach einen Blitzer aufstellen?

Nicht ohne die Polizei. Die Stadt nennt einen verbindlichen Erlass des Landes vom 27.10.2010: Vor jeder Überwachungsmaßnahme muss Einvernehmen mit der zuständigen Polizeiinspektion erzielt werden. In einem Fall erteilte die Polizei es nicht.

Wie viele Geschwindigkeitsverstöße ahndete die Polizeidirektion Hannover 2025?

Nach ihrem Verkehrssicherheitsbericht 2025 insgesamt 16.233, das sind 37,3 Prozent weniger als 2024. Die Zahl betrifft die Polizeidirektion Hannover, nicht die Stadt und nicht die Region.

Darf ich in Hannover eine Blitzer-App nutzen?

Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen, nicht verwendet werden. Das gilt in Niedersachsen wie überall in Deutschland.

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