Die Umweltzone Stuttgart umfasst nach der Stadt das gesamte Stadtgebiet, und hinein dürfen nur Fahrzeuge mit grüner Plakette. Dazu kommen Diesel-Verkehrsverbote: Diesel der Klasse Euro 4/IV und schlechter dürfen seit dem 1. Januar 2019 nirgends im Stadtgebiet fahren, Euro 5/V und schlechter seit dem 1. Juli 2020 nicht in der „kleinen Umweltzone“. Ein Verstoß kostet laut Stadt 100 Euro. Hier steht, wo genau das gilt, wer ausgenommen ist und was du tun kannst, wenn dein Auto betroffen ist, nach den Seiten der Stadt (Stand 24. Februar 2026) und des Landes.
Umweltzone Stuttgart: Karte und Grenzen
Stuttgart ist nach der Stadt seit dem 1. März 2008 Umweltzone. Die Liste des Umweltbundesamts (letzte inhaltliche Änderung 26.08.2026) führt die Zone als aktiv, mit Stufe 3 seit dem 1. Januar 2012. Die „kleine Umweltzone“ liegt innerhalb davon und umfasst den Talkessel sowie die Stadtbezirke Bad Cannstatt, Feuerbach und Zuffenhausen; so grenzt sie auch die 5. Fortschreibung des Luftreinhalteplans ab, die das Regierungspräsidium Stuttgart im März 2020 veröffentlicht hat. Die Karte beider Zonen steht auf der Seite der Stadt zum Diesel-Verkehrsverbot: Blau und Orange zusammen sind das ganze Stadtgebiet, Orange allein ist die kleine Umweltzone.
| Dieselklasse | Wo das Verbot gilt | Seit |
|---|---|---|
| Euro 4/IV und schlechter | gesamtes Stadtgebiet | 1. Januar 2019 |
| Euro 5/V und schlechter | kleine Umweltzone | 1. Juli 2020 |
| Euro 6/VI | nach der Stadt aktuell nicht betroffen |
Das Verbot für Euro 5/V gilt nach der Stadt „unter Vorbehalt weiterer gerichtlicher Entscheidungen“. Angeordnet hat die Verbote das Land Baden-Württemberg in seinen Luftreinhalteplänen; die Stadt setzt sie um.
Welche Plakette und welcher Diesel?
Nach dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg dürfen in allen Umweltzonen des Landes nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren; ohne, mit gelber oder mit roter Plakette bleibst du draußen. Die Plaketten gelten deutschlandweit, und auch Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen brauchen eine. Was die Farben bedeuten und wo du die Plakette bekommst, erklärt der Beitrag zur Umweltplakette: Farben, Kauf und Kosten.
Ausnahme nach Bundesrecht: Ohne Plakette dürfen nach Anhang 3 Nr. 11 der 35. BImSchV seit der Änderung vom 25. September 2026 Kraftfahrzeuge mit E-Kennzeichen nach § 11 FZV in die Zone; im Ausland zugelassene tragen eine blaue Plakette an der Rückseite (§ 11 Abs. 4 FZV). Nach § 79 Abs. 9 FZV sind § 11 und Anlage 3 nach dem 31. Dezember 2026 nicht mehr anzuwenden; ein Regierungsentwurf (Bundestags-Drucksache 21/7872) würde die Frist auf Ende 2035 verschieben, und was sonst danach für Nr. 11 gilt, sagen die Verordnungen (Stand 16. Oktober 2026) nicht.
Das Diesel-Verbot kommt zur Plakette hinzu: Auch ein Diesel mit grüner Plakette fällt darunter, wenn er Euro 4 oder, in der kleinen Zone, Euro 5 und schlechter ist. Die Abgasnorm steht nach der Stadt in den Fahrzeugpapieren. Für die kleine Umweltzone sieht der Luftreinhalteplan Zeichen 270.1 mit zwei Zusatzzeichen vor: dem Plakettenzusatzzeichen und dem Text „Diesel (außer Lieferverkehr) erst ab Euro 6/VI frei“. Was für die übrigen Zonen in Deutschland gilt und wo sie liegen, steht im Beitrag zur Umweltzone in Deutschland.
Wer ausgenommen ist
Allgemein ausgenommen sind nach der Stadt unter anderem der geschäftsmäßige Lieferverkehr, Menschen mit bestimmten Behinderungen, medizinische Notfälle, Fahrten auswärtiger Pendler zu und von Park-and-ride-Anlagen außerhalb des Talkessels und zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge. Die ausführliche Liste der Stadt (Stand 21. April 2023) nennt außerdem:
- Krankenwagen, Arztwagen mit „Arzt Notfalleinsatz“ und Fahrzeuge mit Sonderrechten nach § 35 StVO,
- Taxen, Mietwagen und Carsharing-Fahrzeuge, Bestattungsfahrzeuge, Fahrten mit rotem Kennzeichen, Kurzzeitkennzeichen oder Ausfuhrkennzeichen,
- Oldtimer mit H-Kennzeichen sowie Fahrzeuge aus einem anderen EU- oder EWR-Staat oder der Türkei, „wenn sie gleichwertige Anforderungen erfüllen“; wie das geprüft wird, schreibt die Stadt nicht,
- Euro-4- und Euro-5-Fahrzeuge, die im realen Fahrbetrieb weniger als 270 Milligramm Stickstoffdioxid je Kilometer ausstoßen,
- in der kleinen Umweltzone dauerhaft Fahrzeuge mit teilelektrischem Antrieb und mit Hardware-Nachrüstung.
Drei Strecken sind vom Verbot ausgenommen, damit bestimmte Stadtteile erreichbar bleiben; sie tragen das Schild „Zufahrt zu ... frei“: die Hafenbahnstraße zwischen B10 und Obertürkheimer Straße, die Heerstraße mit Mittlerer Filderstraße und Neuhauser Straße entlang der A8 sowie die B10 und B27a zwischen Korntal-Münchingen und Kornwestheim.
Einzelausnahme beantragen
Wer nicht unter eine allgemeine Ausnahme fällt, kann bei der Stadt einen Antrag stellen, online oder persönlich beim Amt für öffentliche Ordnung. Die Stadt nennt drei allgemeine Voraussetzungen: Das Fahrzeug hat die grüne Plakette, dem Halter steht für den Fahrtzweck kein auf ihn zugelassenes anderes Fahrzeug zur Verfügung, und das Fahrzeug wurde vor dem 1. Januar 2019 (Euro 4/IV) beziehungsweise vor dem 1. Juli 2020 (Euro 5/V) erstmals auf den Halter zugelassen. Als Beispiele für mögliche Genehmigungen nennt sie Fahrten mit Wohnmobilen zu Urlaubszwecken, regelmäßige Arztbesuche und Schichtdienst, wenn der Nahverkehr keine Alternative ist, sowie Härtefälle. Allein in Stuttgart zu arbeiten, reicht nach der Stadt nicht. Für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen gibt es ein eigenes Formular, weil das Online-Tool sie nicht erfasst. Die Entscheidung schickt die Stadt per Post.
Was ein Verstoß kostet
Die Stadt nennt für einen Verstoß gegen das zonale Verkehrsverbot, in der kleinen wie in der großen Umweltzone, ein Bußgeld von 100 Euro nach dem Bußgeldkatalog; mit Gebühren und Auslagen seien es 128,50 Euro. Rechtsgrundlage ist nach der Stadt das Bundes-Immissionsschutzgesetz, einen Punkteeintrag gibt es nicht. Welche Nummer des Bußgeldkatalogs das ist, schreibt die Stadt nicht. Nach unserer Einordnung ist es Nr. 153 („trotz Verkehrsverbotes zur Verminderung schädlicher Luftverunreinigungen (Zeichen 270.1, 270.2) am Verkehr teilgenommen“, 100 Euro), weil der Luftreinhalteplan in Abschnitt 5.3 die Beschilderung mit Zeichen 270.1 vorsieht. Kontrolliert wird laut Stadt durch die Polizei im fließenden Verkehr; die städtische Bußgeldstelle prüft außerdem bei anderen Verstößen, etwa zu schnellem Fahren oder Falschparken, die Schadstoffklasse mit. Andere Regelsätze stehen im Bußgeldkatalog 2026.
Luftwerte und Feinstaubalarm
Das Verkehrsministerium schreibt (17.12.2025), dass der Grenzwert für das Jahresmittel von Stickstoffdioxid seit 2021 an allen Messstellen im Stadtgebiet eingehalten wird, bisher aber nur knapp. Den Feinstaubalarm hat die Stadt am 15. April 2020 eingestellt. Ein Ende der Diesel-Verbote kündigen weder Stadt noch Land auf den Seiten an, die wir gelesen haben.
Was BlitzBuddy in Deutschland zeigt
BlitzBuddy zeigt in Deutschland feste Blitzer und Rotlichtblitzer an ihrem genauen Standort. § 23 Absatz 1c StVO verbietet Fahrern, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen Geräten wie dem Handy dürfen solche Funktionen nicht verwendet werden. Die Blitzerwarnungen von BlitzBuddy darfst du als Fahrer während der Fahrt in Deutschland deshalb nicht nutzen. Unter Profil, Warnungen schaltest du sie aus; alle anderen Warnungen bleiben an. Die Verantwortung liegt beim Fahrer.
BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Alle Beiträge zu Umweltzonen, Maut und Vignetten stehen unter Maut, Vignette und Umweltzonen.
Quellen
- Diesel-Verkehrsverbot, Landeshauptstadt Stuttgart (Stand 24.02.2026)
- Ausnahmen von den Diesel-Verkehrsverboten, Landeshauptstadt Stuttgart (Stand 21.04.2023)
- Diesel-Verkehrsverbote: Ausnahmegenehmigungen beantragen, Amt für öffentliche Ordnung, Landeshauptstadt Stuttgart
- Feinstaubalarm, Landeshauptstadt Stuttgart (Stand 05.11.2025)
- Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart, Teilplan Landeshauptstadt Stuttgart, 5. Fortschreibung, Regierungspräsidium Stuttgart (pdf, März 2020)
- Umweltzonen: Das leisten sie im Land, Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (17.12.2025)
- Erfolge der Luftreinhaltung in Stuttgart, Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (17.12.2025)
- Liste der Umweltzonen, Umweltbundesamt (letzte inhaltliche Änderung 26.08.2026)
- 35. BImSchV, Anhang 3, Bundesministerium der Justiz
- Bußgeldkatalog-Verordnung, Anlage (Bußgeldkatalog), Bundesministerium der Justiz (Stand: zuletzt geändert durch Art. 4 V v. 12.8.2026 I Nr. 236)
- StVO § 23 Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden, Bundesministerium der Justiz (Stand: zuletzt geändert durch Art. 4 V v. 30.1.2026 I Nr. 32)
- Fahrzeug-Zulassungsverordnung, Bundesministerium der Justiz (§ 11, § 79, Anlage 3)
- Bundestags-Drucksache 21/7872, Gesetzentwurf vom 07.09.2026 (pdf)
Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie groß ist die Umweltzone in Stuttgart?
Nach der Stadt Stuttgart umfasst die Umweltzone das gesamte Stadtgebiet. Innerhalb davon liegt die kleine Umweltzone: der Talkessel sowie die Stadtbezirke Bad Cannstatt, Feuerbach und Zuffenhausen.
Darf ich mit einem Euro-5-Diesel nach Stuttgart fahren?
In die kleine Umweltzone nicht, sofern keine Ausnahme greift. Dort gilt seit dem 1. Juli 2020 ein Verkehrsverbot für Diesel der Klasse Euro 5/V und schlechter, nach der Stadt „unter Vorbehalt weiterer gerichtlicher Entscheidungen“. Im übrigen Stadtgebiet darf ein Euro-5-Diesel mit grüner Plakette fahren.
Was kostet ein Verstoß gegen das Diesel-Verkehrsverbot in Stuttgart?
Laut Stadt 100 Euro nach dem Bußgeldkatalog, mit Gebühren und Auslagen 128,50 Euro. Einen Punkteeintrag gibt es nach Angabe der Stadt nicht.
Gibt es in Stuttgart noch Feinstaubalarm?
Nein. Die Stadt hat den Feinstaubalarm am 15. April 2020 eingestellt. Sie begründet das damit, dass Stuttgart seit 2018 die gesetzlichen Grenzwerte an allen Messstationen einhält.
Brauchen Autos aus dem Ausland in Stuttgart eine Ausnahmegenehmigung?
Nur wenn ein Verbot für das Fahrzeug gilt und keine allgemeine Ausnahme greift. Für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen bietet die Stadt ein eigenes Antragsformular an, weil das Online-Tool sie nicht erfasst.