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Maut in Deutschland: keine Pkw-Maut, Lkw-Maut ab 3,5 Tonnen und zwei Tunnel

Maut in Deutschland: Pkw zahlen auf Autobahnen keine, eine Pkw-Maut gibt es nicht. Gebühr nehmen zwei Tunnel in Rostock und Lübeck, Lkw zahlen ab 3,5 Tonnen.

BlitzBuddy7 Min. Lesezeit
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Auf deutschen Autobahnen zahlt ein Pkw keine Maut, und eine Pkw-Maut gibt es nicht: Das Infrastrukturabgabengesetz ist aufgehoben. Die Maut nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) trifft Fahrzeuge für den Güterkraftverkehr mit mehr als 3,5 Tonnen. Eine eigene Gebühr, die auch Pkw zahlen, erheben auf Bundesfernstraßen laut Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) zwei Tunnel: der Warnowtunnel in Rostock und der Herrentunnel in Lübeck. Hier steht, warum die Pkw-Maut gescheitert ist und was die Tunnel kosten (Stand 16. Oktober 2026).

Wen die Maut in Deutschland trifft

§ 1 Absatz 1 BFStrMG verlangt Maut für Bundesautobahnen und Bundesstraßen von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugkombinationen, die für den Güterkraftverkehr bestimmt sind oder verwendet werden und deren technisch zulässige Gesamtmasse mehr als 3,5 Tonnen beträgt. Ein Pkw ist davon nicht erfasst, auch nicht mit Anhänger: Eine Kombination ist nur mautpflichtig, wenn das Zugfahrzeug selbst mehr als 3,5 Tonnen hat. Wie die Maut für Lkw berechnet und bezahlt wird, steht im Beitrag zur Lkw-Maut in Deutschland.

Wohnmobile nennt das Gesetz nicht ausdrücklich. Toll Collect, der Betreiber des Mautsystems, führt ein reines Wohnmobil als Beispiel für ein nicht mautpflichtiges Fahrzeug: Die Zulassung muss es als Wohnmobil ausweisen, und es darf nur privat genutzt werden. Eine freiwillige Registrierung bei Toll Collect ist nach dessen Angabe keine rechtliche Anerkennung.

Warum es keine Pkw-Maut gibt

Deutschland hatte 2015 einen Rahmen für eine Infrastrukturabgabe für Pkw geschaffen. Nach der Pressemitteilung des Gerichtshofs der Europäischen Union sollten Halter inländischer Fahrzeuge eine Jahresvignette mit höchstens 130 Euro bezahlen. Für im Ausland zugelassene Fahrzeuge war die Abgabe nur auf Autobahnen fällig, mit einer Zehntagesvignette von 2,50 bis 25 Euro, einer Zweimonatsvignette von 7 bis 50 Euro oder einer Jahresvignette bis 130 Euro. Gleichzeitig sollten die Halter inländischer Fahrzeuge bei der Kraftfahrzeugsteuer mindestens um den Betrag der Abgabe entlastet werden.

Am 18. Juni 2019 entschied der Gerichtshof in der Rechtssache C-591/17, Österreich gegen Deutschland: Die Abgabe zusammen mit der Steuerentlastung sei eine mittelbare Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit und verstoße gegen die Grundsätze des freien Warenverkehrs und des freien Dienstleistungsverkehrs. Artikel 5 des Dritten Gesetzes zur Änderung mautrechtlicher Vorschriften hat das Infrastrukturabgabengesetz vom 8. Juni 2015 aufgehoben. Das Gesetz wurde am 24. November 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet und tritt nach seinem Artikel 9 Absatz 1 am Tag nach der Verkündung in Kraft, abgesehen von einzelnen Artikeln; für Artikel 5 gilt keine Ausnahme, also am 25. November 2023 (eigene Ableitung aus dem Gesetzestext).

Zwei Tunnel mit Gebühr

Das BALM nennt als Ausnahmestrecken von der Lkw-Maut zwei Tunnel, für die eine Maut nach dem Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz erhoben wird: den Herrentunnel der B 75 in Lübeck und den Warnowtunnel der B 105 in Rostock. Nach diesem Gesetz übernehmen Private Bau und Betrieb einer Strecke, und die Mautgebühr dient der Refinanzierung ihrer Aufwendungen. Der Warnowtunnel ist nach Angabe des Betreibers Deutschlands erstes privat finanziertes Straßenbauprojekt, der Herrentunnel das zweite, das so refinanziert wird. Zahlen müssen alle Fahrzeuge, auch Pkw.

Warnowtunnel RostockHerrentunnel Lübeck
Preisstandseit 1. November 2025Tabelle gültig ab 1. März 2025
Pkw, bar5,40 Euro im Sommer (1. Mai bis 31. Oktober), 4,40 Euro im Winter2,30 Euro
Pkw, ermäßigt3,49 Euro ganzjährig mit Tunnelkarte, Tunnelstreifen oder Tunnelbox im Lastschriftverfahren2,20 Euro mit Trave-Pass, 1,82 Euro mit Quick-Box oder RFID über ein Kundenkonto
Klasse des PkwKategorie 1: Pkw, Motorrad, Pkw mit flachem Anhänger bis 2,05 m HöheKlasse A: bis 130 cm Höhe an der Vorderachse

Warnowtunnel: Kategorien und Bezahlen

Die Preise der Warnow-Querung legt das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern per Verordnung fest; die aktuelle gilt seit dem 1. November 2025. Der Tunnel ist nach Angabe des Betreibers rund um die Uhr geöffnet, die Preise enthalten 19 Prozent Umsatzsteuer. Ein Pkw mit hohem Anhänger oder ein Wohnmobil über 2,05 und unter 2,60 Meter Höhe fällt in Kategorie 2: 6,70 Euro im Sommer, 5,10 Euro im Winter, 4,37 Euro im Rabatttarif. Ein großes Wohnmobil ab 2,60 Meter mit zwei Achsen zahlt in Kategorie 3 14,40 Euro im Sommer, 11,00 Euro im Winter und 9,93 Euro im Rabatttarif.

An der Kasse gelten laut Betreiber auch viele Giro- und Kreditkarten, aber keine Scheine zu 100, 200 und 500 Euro. Für den Rabatttarif meldest du dich beim Betreiber an und zahlst per Lastschrift; mit RFID-Folie oder TAG fährst du ohne Stopp durch.

Herrentunnel: Klassen nach Höhe und Achsen

Beim Herrentunnel ist die Maut nach dem Betreiber eine Gebühr, die das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein erlässt und veröffentlicht. Die Höhe richtet sich nach der Höhe des Fahrzeugs an der Vorderachse, gemessen vom Boden bis zur Oberkante, und nach der Zahl der Achsen. Klasse A umfasst Fahrzeuge bis 130 Zentimeter, die Tabelle zeigt dafür Pkw, Motorrad und Pkw mit Anhänger. Klasse B gilt für Fahrzeuge über 130 Zentimeter mit zwei Achsen und kostet 4,30 Euro bar und 3,52 Euro mit Quick-Box oder RFID. Ein Wohnmobil, das an der Vorderachse höher als 130 Zentimeter ist, fällt nach der Tabelle mit zwei Achsen in Klasse B, mit drei Achsen in Klasse C.

Bezahlt wird nach dem Betreiber mit Quick-Box oder RFID-Sticker, die das Guthaben eines Kundenkontos belasten, mit der anonymen Chipkarte Trave-Pass, bar oder mit einer Flottenkarte. Münzautomaten geben kein Wechselgeld; die besetzten Kassen nehmen Scheine bis 50 Euro an.

Was keine Maut ist, aber trotzdem Geld kostet

Die Umweltzone verlangt eine Plakette am Fahrzeug, aber keine Gebühr je Fahrt; wie das in einer Stadt aussieht, zeigt zum Beispiel der Beitrag Umweltzone München mit Diesel-Regeln. Eine Vignette verlangen mehrere Nachbarländer, wie der Überblick zur Vignette in Europa zeigt. Reiseziele mit Maut je Strecke oder Durchfahrt haben eigene Regeln: Maut in Spanien und Maut in Schweden mit Staugebühr.

BlitzBuddy in Deutschland

BlitzBuddy zeigt in Deutschland feste Blitzer und Rotlichtblitzer an ihrem genauen Standort. § 23 Absatz 1c StVO verbietet Fahrern, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen Geräten wie dem Handy dürfen solche Funktionen nicht verwendet werden. Die Blitzerwarnungen von BlitzBuddy darfst du als Fahrer während der Fahrt in Deutschland deshalb nicht nutzen. Unter Profil, Warnungen schaltest du sie aus; alle anderen Warnungen bleiben an. Die Verantwortung liegt beim Fahrer. Die Tunnelgebühr zahlst du an der Mautstation, nicht in der App.

BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Alle Beiträge zum Thema findest du unter Maut, Vignette und Umweltzonen.

Quellen

Quellen gelesen am 16. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Gibt es in Deutschland eine Maut für Pkw?

Auf Autobahnen nicht. Die Maut nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz trifft nur Fahrzeuge für den Güterkraftverkehr über 3,5 Tonnen. Als Bundesfernstraßen mit eigener Gebühr nennt das BALM zwei Tunnel, die auch Pkw zahlen: den Warnowtunnel in Rostock und den Herrentunnel in Lübeck.

Warum gibt es keine Pkw-Maut?

Der Gerichtshof der Europäischen Union sah in der geplanten Infrastrukturabgabe am 18. Juni 2019 eine mittelbare Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit. Das Infrastrukturabgabengesetz hat der Gesetzgeber 2023 aufgehoben (BGBl. 2023 I Nr. 315, Artikel 5).

Zahlt ein Wohnmobil Maut in Deutschland?

Ein reines Wohnmobil, das die Zulassung als Wohnmobil ausweist und nur privat genutzt wird, führt Toll Collect als nicht mautpflichtig. In den beiden Tunneln zahlt es wie jedes Fahrzeug: im Warnowtunnel nach Höhe, im Herrentunnel nach Höhe an der Vorderachse und Achszahl.

Was kostet der Warnowtunnel mit dem Auto?

Für einen Pkw bis 2,05 m Höhe seit 1. November 2025 bar 5,40 Euro im Sommer und 4,40 Euro im Winter, ganzjährig 3,49 Euro mit Tunnelkarte, Tunnelstreifen oder Tunnelbox im Lastschriftverfahren, laut Betreiber und Landesverordnung.

Was kostet der Herrentunnel in Lübeck für Pkw?

Laut Gebührentabelle des Betreibers (gültig ab 1. März 2025) in Klasse A bar 2,30 Euro, mit der Chipkarte Trave-Pass 2,20 Euro und mit Quick-Box oder RFID über ein Kundenkonto 1,82 Euro.

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