Ein E-Auto lässt sich mit einem Mode-2-Ladekabel an der normalen Schuko-Steckdose laden, aber die Bundesnetzagentur schreibt: E-Autos sollten aus Gründen der elektrischen Sicherheit nicht über die normale Haushaltssteckdose geladen werden. Der ADAC nennt es eine Notlösung und rechnet mit 2,3 kW. Dieser Beitrag sagt, was die Behörde und der ADAC zum Laden an der Steckdose schreiben, wie lange es dauert, welche Verluste der ADAC gemessen hat und was für eine Wallbox angemeldet werden muss.
Was die Bundesnetzagentur zur Steckdose sagt
Im Verbraucherportal Energie der Bundesnetzagentur lautet die Frage „Dürfen Elektromobile über die normale Haushaltssteckdose geladen werden?“. Die Antwort: Die vorhandene Elektroinstallation in Wohngebäuden sei nicht für hohe Ladeströme bei langen Ladezeiten ausgelegt; für das Laden zu Hause solle man eine Wallbox installieren lassen, die Leistungen bis zu 22 kW ermögliche. Ein Verbot steht dort nicht, eine klare Empfehlung schon.
Wie lange es dauert: 2,3 kW im Vergleich
Der ADAC beschreibt das Laden an der Haushaltssteckdose mit 230 Volt und 10 Ampere, also mit 2,3 kW, die Wallbox mit 11 oder 22 kW. Das Umweltbundesamt nennt in seiner Studie als Realverbrauch von Elektroautos etwa 18 kWh je 100 Kilometer. Damit ergibt sich unsere Rechnung, ohne Ladeverluste: Ladezeit gleich Energie geteilt durch Leistung.
| Anschluss | Leistung | Zeit für 18 kWh (etwa 100 Kilometer) |
|---|---|---|
| Schuko-Steckdose, 230 V und 10 A | 2,3 kW | 18 geteilt durch 2,3, also etwa 7,8 Stunden |
| Wallbox | 11 kW | etwa 1,6 Stunden |
| Wallbox | 22 kW | etwa 0,8 Stunden |
Wie viel dein Auto an einem Wechselstrom-Anschluss überhaupt aufnimmt, hängt vom Bordlader ab. Wann du nachladen musst, erklärt E-Auto-Reichweite: WLTP-Wert und Alltag.
Warum die Steckdose eine Notlösung ist
Der ADAC begründet das so: Schutzkontaktsteckdosen seien auf den Hausgebrauch ausgelegt und nur für begrenzte Zeiträume mit dem Bemessungsstrom von 16 Ampere belastbar. Beim mehrstündigen Laden könne durch gealterte Kontakte, Klemmstellen in der Zuleitung oder unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand entstehen, der zu übermäßiger Erwärmung und zum Brand führen könne. Um das Risiko zu verringern, solle der Ladestrom auf 10 Ampere oder weniger begrenzt werden.
Ein Mode-2-Kabel, das vom Hersteller mitgeliefert oder extra bestellt wird, regelt die Kommunikation mit dem Auto über eine Box zwischen Fahrzeug- und Anschlussstecker. Wichtig ist nach dem ADAC, dass es einen Temperatursensor hat, der bei Überhitzung der Steckdose abschaltet; auch dann gelte: nur im Ausnahmefall und mit reduzierter Leistung. Empfehlenswert sind nach dem ADAC Mode-2-Kabel mit Adapter für die rote CEE-Starkstromsteckdose oder die blaue CEE-Campingsteckdose, die anders als die Schuko-Steckdose „dauerstromfest“ seien.
Ladeverluste an der Steckdose
Der ADAC hat in einer Studie (Stand 6. August 2026) an Fahrzeugen fünf verschiedener Marken gemessen, wie viel Energie beim Laden verloren geht. An der Haushaltssteckdose mit 2,3 kW (1 mal 10 A) lagen die Ladeverluste zwischen 12,7 und 24,2 Prozent; der höchste Wert gehörte zu einem Modell, dessen Bordlader nur mit 8 statt 10 Ampere lädt. An der Wallbox mit 11 oder 22 kW waren es 5,1 bis 7,0 Prozent, beim Laden mit der kleinsten Leistung von 4,1 kW, mit der der ADAC Solarüberschussladen nachstellte, 8,0 bis 12,8 Prozent. Der ADAC folgert, die Wallbox amortisiere sich auch über geringere Stromkosten. Was ein Steckersolargerät beim Laden beitragen kann, rechnet E-Auto mit Balkonkraftwerk laden nach.
Was für eine Wallbox gilt
Wer von der Steckdose auf eine Wallbox wechselt, hat nach Verordnung und Bundesnetzagentur Pflichten:
- Mitteilung: Nach § 19 Absatz 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) sind Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitzuteilen. Liegt die Summen-Bemessungsleistung über 12 Kilovoltampere je elektrischer Anlage (laut Bundesnetzagentur ungefähr 11 kW), braucht es seine vorherige Zustimmung; der Netzbetreiber muss sich innerhalb von zwei Monaten äußern.
- § 14a EnWG: Hat die Wallbox mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung und wurde sie in der Niederspannung nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen, muss sie nach der Bundesnetzagentur beim Netzbetreiber gemeldet werden, und es braucht eine Vereinbarung zur netzorientierten Steuerung; im Gegenzug gibt es ein reduziertes Netzentgelt.
- Fachbetrieb: Vorgeschrieben ist nach der Bundesnetzagentur (§§ 13, 19 NAV), dass Errichtung, Erweiterung und Änderung der Anlage der Netzbetreiber oder ein im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenes Unternehmen ausführt.
- Mieter und Wohnungseigentümer: Mieter können nach § 554 BGB bauliche Veränderungen am Stellplatz verlangen, die dem Laden dienen; bei Unzumutbarkeit kann der Vermieter ablehnen. Wohnungseigentümer können nach §§ 20 und 21 WEG angemessene bauliche Veränderungen verlangen. Die Kosten tragen nach der Bundesnetzagentur jeweils Mieter oder Eigentümer selbst.
Ob ein mobiles Ladekabel an einer bestehenden Steckdose eine „Ladeeinrichtung“ im Sinne der NAV ist, sagen die gelesenen Seiten nicht; die Bundesnetzagentur spricht dort von der Installation einer Wallbox. Wie ein Auto Strom auch zurückgeben kann, steht in Bidirektionales Laden. Unterwegs gelten andere Regeln, siehe E-Auto laden: Bezahlen, Kosten und Ladepunkte und das Überblicksthema E-Auto laden.
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Quellen
- Wallbox und Haushaltssteckdose (Verbraucherportal Energie), Bundesnetzagentur
- NAV § 19, Bundesministerium der Justiz, Stand: zuletzt geändert durch Art. 9 G v. 18.12.2025 I Nr. 347
- Elektroauto laden: Zu Hause, an der Wallbox oder der öffentlichen Ladesäule, Ladekabel fürs Elektroauto: Test und Infos zu Typ 2, CCS und Mode 3 und Ladeverluste beim Elektroauto, ADAC (6. August 2026), Hintergrund, keine Rechtsquelle
- Energieverbrauch von Elektroautos (BEV), Abschlussbericht, TEXTE 160/2022, Umweltbundesamt, Dezember 2022 (pdf)
- StVO § 23: Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden, Bundesministerium der Justiz
Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Darf ich ein E-Auto an der normalen Steckdose laden?
Mit einem Mode-2-Ladekabel geht es technisch. Die Bundesnetzagentur nennt kein Verbot, schreibt aber, E-Autos sollten aus Gründen der elektrischen Sicherheit nicht über die normale Haushaltssteckdose geladen werden, weil die Installation nicht für hohe Ladeströme bei langen Ladezeiten ausgelegt ist.
Wie lange dauert das Laden an der Schuko-Steckdose?
Der ADAC rechnet mit 2,3 kW (230 Volt, 10 Ampere). Unsere Rechnung ohne Ladeverluste: 18 kWh, rund 100 Kilometer, brauchen etwa 7,8 Stunden; eine ganze Batterie dauert entsprechend länger.
Mit wie viel Ampere sollte ich an der Steckdose laden?
Der ADAC empfiehlt, den Ladestrom auf 10 Ampere oder weniger zu begrenzen, weil Schutzkontaktsteckdosen nur für begrenzte Zeiträume mit dem Bemessungsstrom von 16 Ampere belastbar sind. Das Laden an der Schuko-Steckdose solle eine Notlösung sein.
Muss ich eine Wallbox beim Netzbetreiber anmelden?
Ja. Nach § 19 Absatz 2 NAV sind Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitzuteilen; über 12 kVA braucht es seine vorherige Zustimmung. Bei Wallboxen über 4,2 kW, die nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb gingen, kommt § 14a EnWG dazu.
Kann ich als Mieter eine Wallbox verlangen?
Nach der Bundesnetzagentur können Mieterinnen und Mieter verlangen, dass bauliche Veränderungen am mitvermieteten Stellplatz erlaubt werden, die dem Laden dienen; sie können abgelehnt werden, wenn sie nicht zumutbar sind (§ 554 BGB). Die Kosten tragen sie selbst.