Blitzer in Bielefeld: Die Stadt veröffentlicht Woche für Woche die Straßen, in denen ihr Ordnungsamt mobil messen will, mit dem Hinweis, dass sich das ändern kann, und verlinkt eine Karte der stationären Blitzer. Die Polizei Bielefeld nennt dagegen keine Orte. Dieser Beitrag erklärt, wer in Bielefeld misst, wie die Wochenliste der Stadt aufgebaut ist, was die Polizei und die Strategie der Polizei Nordrhein-Westfalen dazu sagen und wie es nach einem Blitzer weitergeht. Straßen oder Standorte nennt er nicht; die Angaben zur Wochenliste geben den Stand vom 17. Oktober 2026 wieder.
Wer in Bielefeld misst
Nach den Meldungen der Stadt plant das Ordnungsamt der Stadt Bielefeld mobile Geschwindigkeitsmessungen. Die Polizei Bielefeld kontrolliert ebenfalls: Zur Aktionswoche der europäischen Verkehrspolizeien vom 13. bis 19. April 2026 schrieb sie, sie führe „im Stadtgebiet und auf den ostwestfälischen Autobahnabschnitten“ verstärkt Geschwindigkeitsüberwachungen durch. Der Verkehrsüberwachungsdienst der Stadt gehört nicht dazu: Er überwacht nach der Beschreibung der Stadt den ruhenden Verkehr, also vor allem Halteverbote, Geh- und Radwege und öffentliche Parkplätze.
Wie eine andere Stadt ihre Wochenliste aufbaut, mit Stadtteilen statt Straßen, zeigt Blitzer in Koblenz.
Die Wochenliste der Stadt
Die Stadt Bielefeld gibt die geplanten mobilen Messungen Woche für Woche bekannt. Auf ihrer Startseite führt eine Kachel „Mobile Blitzer“ zur Seite der laufenden Woche; am 17. Oktober 2026 hieß sie „Hier sind vom 12. bis 18. Oktober Tempokontrollen geplant“. Diese Seite wechselt jede Woche ihren Inhalt. Dazu kommt eine Pressemeldung, am 16. Oktober 2026 unter dem Titel „Geschwindigkeitsmessungen ab Montag, 19. Oktober“, mit der Liste für die Woche bis zum 25. Oktober.
Beide Seiten sind gleich aufgebaut. Sie beginnen mit dem Satz, das Ordnungsamt plane in dieser Woche mobile Geschwindigkeitsmessungen „in folgenden Straßen“, und führen die Straßennamen alphabetisch auf. Am Ende steht der Hinweis, der für die Lesart der Liste entscheidend ist: „Änderungen und spontane Anpassungen sind möglich; darüber hinaus ist grundsätzlich auch mit weiteren Messungen im gesamten Stadtgebiet zu rechnen.“
Die Liste nennt also Straßen, aber keine Tage und keine Uhrzeiten, und sie schließt andere Orte ausdrücklich nicht aus. Wir geben keine Straße wieder, weil jede Liste nur für ihre Woche gilt. Die Länge schwankt: Die Seite für den 12. bis 18. Oktober nannte 35 Straßen, die Pressemeldung für den 19. bis 25. Oktober 27.
Was die Polizei Bielefeld veröffentlicht
Zur ROADPOL-Woche im April 2026 schrieb die Polizei Bielefeld: „Durch die Polizei werden keine Informationen über Kontrollörtlichkeiten veröffentlicht.“ Verkehrsteilnehmer sollten sich immer und überall an die Regeln halten und „zu jeder Zeit damit rechnen müssen, durch die Polizei kontrolliert zu werden“. Dazu setze die Polizei auf ein verkehrsdidaktisches Gespräch und suche bei Geschwindigkeitsverstößen den direkten Kontakt zu den Betroffenen. Wie andere Länder solche Aktionswochen handhaben, steht im Beitrag Blitzer-Marathon 2026: Termine, beteiligte Länder und veröffentlichte Messstellen.
Dieselbe Meldung nennt Unfallzahlen aus dem Zuständigkeitsbereich der Polizei Bielefeld:
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Stadtgebiet | 1.050 | 1.071 |
| davon Hauptunfallursache Geschwindigkeit | 92 | 92 |
| Unfälle auf den Autobahnen, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden | 294 | 297 |
| dabei verletzte oder getötete Menschen | 496 | 482 |
| Unfälle mit Personenschaden auf den Autobahnen mit Ursache Geschwindigkeit | 95 | 80 |
Warum die Polizei in NRW keine Orte nennt
Die Fachstrategie Verkehr der Polizei Nordrhein-Westfalen legt als operativen Grundsatz fest: Verkehrsüberwachung im Allgemeinen und Geschwindigkeitsüberwachung im Besonderen finde „grundsätzlich unangekündigt und in Form von Kontrollen mit Anhalten statt“. Das ermögliche die eindeutige Identifizierung der Fahrzeugführenden und ein verkehrserzieherisches Gespräch. Wo Anhalten nicht möglich oder geboten sei, gelte: Technikeinsatz vor Personaleinsatz. Maßnahmen der Geschwindigkeitsüberwachung seien mit kommunalen Verantwortungsträgern abzustimmen, um unter anderem „durch einen regelmäßigen und unvorhersehbaren Wechsel der Messstellen“ eine größtmögliche Wirkung zu erzeugen. Ankündigungen schließt die Strategie nicht aus: Soweit es zweckmäßig erscheine, könnten Verkehrsüberwachungsmaßnahmen, etwa Schwerpunktkontrollen, „ohne konkrete Angaben über Ort und Zeit“ angekündigt werden.
Ein Beispiel aus dem Land: Die Polizei Mönchengladbach beendete am 26. Februar 2024 die regelmäßige Vorabankündigung von Geschwindigkeitsmessungen und begründete das mit der neu ausgerichteten Strategie der Polizei NRW. Die Wochenliste in Bielefeld kommt dagegen von der Stadt, nicht von der Polizei. Warum Städte und Kreise in NRW ihre Messstellen vorab veröffentlichen sollen, erklärt der Beitrag Blitzer-Marathon NRW: Herkunft und Regeln für Messstellen.
Feste Blitzer in Bielefeld
Unter der Wochenliste schreibt die Stadt: „Hier eine Übersicht mit allen stationären Blitzern.“ Der Link führt in den Stadtplan der Stadt Bielefeld, Bereich „Verkehr | Sicherheit“, mit dem Thema „Stationäre Blitzer“ als Kartenebene. Eine Textliste dazu haben wir bei der Stadt und bei der Polizei nicht gefunden, und wir geben keinen Standort aus der Karte wieder. Wer wissen will, welche stationären Anlagen die Stadt selbst nennt, öffnet diese Karte.
Nach dem Blitzer: die Bußgeldstelle
Nach Angaben der Stadt ist die Abteilung Verkehrsordnungswidrigkeiten ihrer Bußgeldstelle „zuständig für die Durchführung sämtlicher Ordnungswidrigkeitenverfahren im Straßenverkehr“. Die Höhe des Verwarnungs- oder Bußgeldes richte sich nach dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog, den das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht; Voreintragungen im Fahreignungsregister könnten zu einer Erhöhung der Geldbuße führen.
Für den Ablauf nennt die Stadt diese Punkte:
- Verwarnungsgeld. Mit fristgerechter Zahlung innerhalb einer Woche nach Zugang wird die Verwarnung akzeptiert und das Verfahren ist abgeschlossen. Bei ausbleibender oder verspäteter Zahlung kann ein kostenpflichtiger Bußgeldbescheid folgen.
- Gebühren. Neben der Geldbuße erhebt die Stadt im Bußgeldbescheid eine Verwaltungsgebühr von mindestens 25 Euro, dazu Zustellungsauslagen von 3,50 Euro je Zustellungsversuch.
Wie ein Blitzerfoto im Verfahren verwendet wird, steht im Beitrag Blitzerfoto: Was auf dem Bild steht, wie Behörden es zeigen und was die Akte enthält. Welche Überschreitung zu welchem Verfahren führt, erklärt Blitzer-Strafe: Ablauf, Fristen, Punkte und Fahrverbot.
Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Die Regel gilt in Bielefeld wie überall in Deutschland.
Die festen Blitzer in BlitzBuddy stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden. Sie sind auf dem Handy gespeichert und funktionieren auch ohne Netz. Vor Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen warnt die App ebenfalls nicht, und Abschnittskontrollen zeigt sie in Deutschland nicht an. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge findest du im Themenbereich Blitzer mit allen Beiträgen.
Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.
Quellen
- Startseite der Stadt Bielefeld, Stadt Bielefeld
- Wochenseite „Mobile Blitzer“, Stadt Bielefeld (wechselt jede Woche; am 17. Oktober 2026: Woche vom 12. bis 18. Oktober)
- Stadtplan Verkehr | Sicherheit, Thema „Stationäre Blitzer“, Stadt Bielefeld
- Geschwindigkeitsmessungen ab Montag, 19. Oktober, Pressemeldung der Stadt Bielefeld vom 16. Oktober 2026
- Bußgeldstelle, Stadt Bielefeld
- Verkehrsüberwachungsdienst, Stadt Bielefeld
- Polizei Bielefeld beteiligt sich an „ROADPOL Operation Speed“, Polizei Bielefeld, 9. April 2026
- Fachstrategie Verkehr, Polizei Nordrhein-Westfalen, Datei vom November 2023 (pdf)
- Raser stoppen, Leben schützen, Polizei Mönchengladbach, 26. Februar 2024
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wo blitzt es in Bielefeld?
Die Stadt veröffentlicht Woche für Woche, in welchen Straßen das Ordnungsamt mobile Geschwindigkeitsmessungen plant, mit dem Hinweis auf mögliche Änderungen. Für die stationären Blitzer verlinkt sie eine Karte im Stadtplan. Dieser Beitrag nennt keine Straße und keinen Standort.
Veröffentlicht die Polizei Bielefeld Blitzer-Standorte?
Nein. Zu den Kontrollen der ROADPOL-Woche im April 2026 schrieb die Polizei Bielefeld, sie veröffentliche keine Informationen über Kontrollörtlichkeiten. Man solle überall und zu jeder Zeit mit Kontrollen rechnen.
Wer kontrolliert in Bielefeld die Geschwindigkeit?
Mobile Messungen der Stadt plant ihr Ordnungsamt. Die Polizei Bielefeld misst ebenfalls, in der Aktionswoche im April 2026 nach eigenen Angaben im Stadtgebiet und auf den ostwestfälischen Autobahnabschnitten. Der städtische Verkehrsüberwachungsdienst überwacht nur den ruhenden Verkehr.
Was passiert nach dem Blitzer in Bielefeld?
Zuständig ist nach Angaben der Stadt die Abteilung Verkehrsordnungswidrigkeiten ihrer Bußgeldstelle. Eine Verwarnung ist mit Zahlung innerhalb einer Woche nach Zugang akzeptiert; sonst kann ein Bußgeldbescheid mit einer Verwaltungsgebühr von mindestens 25 Euro folgen.
Warnt BlitzBuddy vor den mobilen Messungen in Bielefeld?
Nein. BlitzBuddy zeigt in Deutschland feste Blitzer und Rotlichtblitzer an ihrer genauen Position, warnt aber nicht vor mobilen Blitzern, Blitzer-Anhängern und Videofahrzeugen. Nach § 23 Absatz 1c StVO darfst du Blitzerwarnungen als Fahrer während der Fahrt nicht nutzen.