Blitzer in Augsburg betreibt die Stadt selbst: Sie überwacht nach ihrer eigenen Seite seit 2004 den fließenden Verkehr, mit mobilen Messgeräten, daneben misst die Polizei. Wo diese Woche gemessen wird, haben wir auf den Seiten der Stadt nicht gefunden. Veröffentlicht hat sie dagegen die Zahl ihrer Mitarbeitenden, einen Teil der Technik und die Toleranz, die sie anwendet. Dieser Beitrag legt das nebeneinander, dazu die bayerischen Vorgaben für Gemeinden. Standorte nennt er nicht, auch keine Straßen aus den städtischen Plänen.
Verkehrsüberwachungsdienst und Polizei
Auf der Seite „Geschwindigkeitsüberwachung“ (Stand 11. Juni 2026) schreibt die Stadt, 13 Mitarbeitende sorgten dafür, dass sich Verkehrsteilnehmende an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Sie führten die Messungen durch und ermittelten Halterinnen und Halter, die zu schnell gefahren waren, ihr Bußgeld aber nicht bezahlt hatten. Der Verkehrsüberwachungs- und Ordnungsdienst insgesamt zählt nach der Übersichtsseite über 90 Mitarbeitende im Schichtbetrieb, zuständig für Parkraum, Geschwindigkeit und Ordnungsdienst.
Wo und wann gemessen wird, „entscheidet der Verkehrsüberwachungsdienst in Zusammenarbeit mit der Polizei“. Das passt zur bayerischen Bekanntmachung für Gemeinden vom 12. Mai 2006: Danach legen die Gemeinden die Kontrollstellen „im Benehmen mit der Polizei“ fest, Messungen auf Autobahnen und ähnlich ausgebauten Straßen bleiben der Polizei vorbehalten, und die Gemeinden sollen innerhalb geschlossener Ortschaften messen. Wer ein Messgerät einsetzt, braucht nach Nr. 2.4 ein von der PTB zugelassenes und geeichtes Gerät. Nr. 1.1 stellt außerdem klar, dass die Verfolgung „rein fiskalischer Interessen“ unzulässig ist. Einen Überblick über die Rollenverteilung in ganz Deutschland gibt der Beitrag Geschwindigkeitsüberwachung in Deutschland.
Welche Geräte die Stadt nennt
Drei Dokumente der Stadt nennen Technik, jedes mit eigenem Stand:
| Dokument und Stelle der Stadt | Stand | Was dort zur Technik steht |
|---|---|---|
| Lärmaktionsplan, 4. Stufe (Umweltamt) | August 2024 | „inzwischen sechs mobile Geschwindigkeitsmessgeräte“ im gesamten Stadtgebiet |
| 2. Nachtragshaushalt 2024 (Stadtkämmerei) | Redaktionsschluss 25. Oktober 2024 | 600.000 Euro weniger Verwarngelder aus der Geschwindigkeitsüberwachung „aufgrund der Lieferschwierigkeiten der neuen Blitzeranlagen“; Zahl und Art der Anlagen stehen dort nicht |
| Seite Geschwindigkeitsüberwachung (Verkehrsüberwachungsdienst) | zuletzt aktualisiert 11. Juni 2026 | „Acht mobile Messgeräte“, außerdem „vier Messgeräte der Marke Leivtec (XV3)“ |
Ob die vier Leivtec-Geräte zu den acht gehören oder hinzukommen, sagt die Seite nicht. Die Zahl sechs gibt den Stand vom August 2024 wieder, die Zahl acht den vom Juni 2026; eine Erklärung für den Unterschied haben wir bei der Stadt nicht gefunden.
Wo die Stadt messen will
Nach der städtischen Seite kommen die Geräte „vor allem in Tempo-30-Zonen, vor Schulen, Kindergärten und dort, wo häufig Unfälle passieren“ zum Einsatz. Zum Schulbeginn werde die Umgebung von Kindergärten und Schulen besonders überwacht. Der Lärmaktionsplan nennt eine ähnliche Liste und ergänzt Seniorenheime und Baustellen. Dort steht auch, dass in vielen als Lärmbrennpunkte ermittelten Straßenzügen kontrolliert wurde und an fünf Straßen neue Messpunkte geprüft oder angelegt werden. Welche das sind, steht im Plan; dieser Beitrag gibt die Straßen nicht wieder, weil eine Planung kein Einsatzplan ist.
Wer sich über zu schnellen Verkehr in einer Straße ärgert, kann sich nach der Seite an die Geschwindigkeitsüberwachung wenden. Die Stadt nennt dafür ein verschlüsseltes Kontaktformular.
Die Toleranz, die die Stadt nennt
Die Stadt beschreibt zwei Schritte. Innerorts ziehen die Verkehrsüberwachenden von der gemessenen Geschwindigkeit 3 km/h als „Verkehrsfehlergrenze“ ab. Wird das Limit danach „um weniger als 5 km/h“ überschritten, wird der Verstoß nicht verfolgt. Als Beispiel nennt die Seite: Bei zulässigen 30 oder 50 km/h ahnde die Verkehrsüberwachung keine Verstöße bis 38 beziehungsweise bis 58 km/h.
Wortlaut und Beispiel passen nach unserer eigenen Rechnung nicht ganz zusammen. Nach dem Wortlaut wäre 37 km/h der höchste nicht verfolgte Messwert bei Tempo 30 (37 minus 3 ergibt 34, also 4 km/h darüber), bei 38 km/h blieben nach Abzug genau 5 km/h. Das Beispiel der Stadt entspricht damit einer Grenze von „bis zu 5 km/h“, der Wortlaut einer von „weniger als 5 km/h“. Die Seite erklärt den Unterschied nicht. Sie bittet ohnehin, sich „aus Sicherheitsgründen“ an die Tempolimits zu halten. Wie viel vom Messwert allgemein abgezogen wird, steht im Beitrag Blitzer-Toleranz: Wie viel vom Messwert abgezogen wird.
Blitzer Augsburg heute: keine Liste gefunden
Eine Wochenliste, wie sie andere Städte veröffentlichen, haben wir bei der Stadt Augsburg nicht gefunden. Das entspricht dem Regelfall der bayerischen Polizeirichtlinie: Maßnahmen der Verkehrsüberwachung sind „grundsätzlich nicht anzukündigen“, damit niemand meint, ohne Ankündigung müsse nicht mit einer Kontrolle gerechnet werden. Ausnahmen sind am Kontrollort möglich, unter anderem an besonders unfallträchtigen Stellen, gegebenenfalls mit dem Zusatzzeichen „Radarkontrolle“. Nach Nr. 4 gelten ihre Bestimmungen „entsprechend für Gemeinden und Zweckverbände“, soweit sie kommunale Verkehrsüberwachung betreiben. Öffentlich sind in Bayern sonst nur einzelne Aktionen: Zum Blitzmarathon veröffentlicht das Innenministerium eine Messstellenliste, die nur für diesen Tag gilt. Wie sich Wochenlisten, Aktionslisten und Karten in Deutschland unterscheiden, zeigt der Beitrag Mobile Blitzer; die Lage im ganzen Freistaat beschreibt Blitzer in Bayern.
Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy kann
§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Funktionen nicht verwendet werden. Das gilt in Augsburg wie im übrigen Bundesgebiet.
BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Die festen Blitzer stammen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden und sind auf dem Handy gespeichert. Abschnittskontrollen zeigt die App in Deutschland nicht an. Alle Beiträge zum Thema stehen im Themenbereich Blitzer. Wie eine Stadt in Oberfranken 2024 mit eigener Überwachung begann, zeigt Blitzer in Bayreuth: Start 2024, Regeln und Zahlen der Stadt.
Quellen
- Geschwindigkeitsüberwachung, Stadt Augsburg (zuletzt aktualisiert am 11.06.2026)
- Verkehrsüberwachungs- und Ordnungsdienst, Stadt Augsburg (zuletzt aktualisiert am 11.06.2026)
- Lärmaktionsplan 4. Stufe der Stadt Augsburg, Stand August 2024, Stadt Augsburg, Referat 2, erarbeitet vom Umweltamt (pdf)
- 2. Nachtragshaushaltssatzung 2024 mit Nachtragshaushaltsplan, Stadt Augsburg, Stadtkämmerei, Redaktionsschluss 25. Oktober 2024 (pdf)
- Verfolgung und Ahndung von Verstößen im ruhenden Verkehr sowie von Geschwindigkeitsverstößen durch Gemeinden, Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 12. Mai 2006, Text gilt ab 1. Juni 2006
- Richtlinie für die polizeiliche Verkehrsüberwachung (VÜR), Bayerische Staatsregierung, Text gilt ab 1. Juni 2006
- Blitzmarathon in Bayern 2026, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 23, Bundesministerium der Justiz
- Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wer macht in Augsburg die Geschwindigkeitskontrollen?
Die Stadt Augsburg selbst, ihr Verkehrsüberwachungsdienst. Nach ihrer Seite überwacht sie den fließenden Verkehr seit 2004 und setzt dafür 13 Mitarbeitende ein. Daneben misst die Polizei.
Gibt es in Augsburg eine Liste der aktuellen Blitzer?
Eine Liste mit Messstellen für heute oder diese Woche haben wir auf den Seiten der Stadt nicht gefunden. Die Stadt schreibt nur, dass der Verkehrsüberwachungsdienst gemeinsam mit der Polizei entscheidet, wo und wann gemessen wird.
Wie viele Messgeräte hat die Stadt Augsburg?
Die Seite der Stadt zur Geschwindigkeitsüberwachung (zuletzt aktualisiert am 11. Juni 2026) nennt acht mobile Messgeräte und vier Geräte der Marke Leivtec, der Lärmaktionsplan des Umweltamts (Stand August 2024) sechs mobile Geräte. Wie die Zahlen zusammenhängen, erklärt die Stadt nicht.
Wie viel wird in Augsburg vom Messwert abgezogen?
Nach der Seite der Stadt innerorts 3 km/h als Verkehrsfehlergrenze. Bleibt die Überschreitung danach unter 5 km/h, verfolgt die Verkehrsüberwachung den Verstoß nicht. Die Seite nennt als Beispiel 38 km/h bei Tempo 30 und 58 km/h bei Tempo 50.
Darf ich in Augsburg eine Blitzer-App nutzen?
Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen, nicht verwendet werden. Das gilt in Bayern wie überall in Deutschland.