Verkehr und Sicherheit

30 km/h zu schnell auf der Autobahn: Bußgeld, Punkt, Fahrverbot

30 km/h zu schnell auf der Autobahn: Was der Bußgeldkatalog für Pkw, Lkw, Gespann und Bus nennt, mit Punkten, Fahrverbot, Kosten und dem Abzug vom Messwert.

BlitzBuddy7 Min. Lesezeit
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Wer auf der Autobahn 30 km/h zu schnell ist, zahlt mit dem Pkw außerhalb geschlossener Ortschaften 150 Euro (Nr. 11.3.5 des Bußgeldkatalogs), bekommt einen Punkt und kein Fahrverbot. Innerorts sind es 180 Euro, ebenfalls ohne Fahrverbot. Schon 1 km/h mehr kostet den Pkw außerorts 200 Euro. Für Lkw über 3,5 t, Gespanne und Busse gelten andere Zeilen; für Gefahrgut und Busse mit Fahrgästen nennt der Katalog bei 26 bis 30 km/h in beiden Spalten ein Fahrverbot. Die Stufe ist außerdem die erste, in der die Wiederholungsregel des § 4 Abs. 2 BKatV greift. Grundlage ist der Bußgeldkatalog, zuletzt geändert am 12. August 2026, wie ihn gesetze-im-internet.de am 16. Oktober 2026 zeigt.

Zu schnell, gemessen woran?

Nr. 11 des Katalogs setzt voraus, dass die „zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten“ ist: auf der Autobahn ein Schild mit Zeichen 274 oder die Grenze für dein Fahrzeug nach § 18 Abs. 5 StVO. Bei Schild 100 sind 130 km/h also 30 zu viel; ein Kraftfahrzeug über 3,5 t (kein Pkw), für das § 18 Abs. 5 Nr. 1 auch ohne Schild 80 km/h setzt, ist mit 110 km/h 30 zu schnell. Ohne Schild und ohne Fahrzeuggrenze gilt für den Pkw ohne Anhänger kein Limit, die 130 km/h der Richtgeschwindigkeits-Verordnung sind eine Empfehlung. Die drei Fälle und die Orts-Spalten der Tabelle erklärt 20 km/h zu schnell auf der Autobahn.

Pkw: 150 Euro, ein Punkt, kein Fahrverbot

Für den Pkw gilt Tabelle 1 Buchstabe c. Die Stufe 26 bis 30 km/h steht dort als Nr. 11.3.5: 180 Euro innerhalb, 150 Euro außerhalb geschlossener Ortschaften, in beiden Spalten ohne Fahrverbot. Anlage 13 FeV bewertet die Nr. 11.3.5 unter Nr. 3.2.2 mit einem Punkt. Das Kraftfahrt-Bundesamt führt sie in seinem Punktekatalog (Stand 1. September 2023) mit einem Punkt und der Kategorie A der Fahrerlaubnis auf Probe.

Lkw, Gespann und Bus: dieselbe Stufe, andere Zeilen

Buchstabe a gilt nach Nr. 11 für Kraftfahrzeuge der in § 3 Abs. 3 Nr. 2 Buchstabe a oder b StVO genannten Art, etwa Kraftfahrzeuge über 3,5 t (ohne Pkw), Kraftfahrzeuge mit Anhänger und Kraftomnibusse ohne Fahrgäste. Buchstabe b gilt für diese Fahrzeuge mit kennzeichnungspflichtigen gefährlichen Gütern und für Kraftomnibusse mit Fahrgästen. Stufen in km/h; die Klammer zeigt jeweils die Werte innerhalb geschlossener Ortschaften.

Stufe (Nr.)Euro außerorts (innerorts)PunkteFahrverbot
Pkw, 26 bis 30 (11.3.5)150 (180)1 (1)keins (keins)
Pkw, 31 bis 40 (11.3.6)200 (260)1 (2)keins (1 Monat)
Gruppe a, 26 bis 30 (11.1.6)175 (235)1 (2)keins (1 Monat)
Gruppe a, 31 bis 40 (11.1.7)255 (340)2 (2)1 Monat (1 Monat)
Gruppe b, 26 bis 30 (11.2.6)400 (480)2 (2)1 Monat (1 Monat)
Gruppe b, 31 bis 40 (11.2.7)560 (640)2 (2)1 Monat (2 Monate)

Was die übrigen Stufen für den Pkw außerorts kosten und was sonst auf der Autobahn im Katalog steht, zeigt Bußgeldkatalog Autobahn: Tempo, Abstand, Rettungsgasse, Wenden.

Warum 26 km/h die Schwelle sind

§ 4 Abs. 2 BKatV sagt: Ein Fahrverbot kommt in der Regel in Betracht, wenn gegen den Führer eines Kraftfahrzeugs wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h bereits eine Geldbuße rechtskräftig festgesetzt worden ist und er innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft der Entscheidung eine weitere Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h begeht. Für den Pkw ist Nr. 11.3.5 damit die niedrigste Stufe, die diese Regel auslöst. Ein Fahrverbot kann dann also in Betracht kommen, obwohl die Spalte der Zeile keins nennt. Ab 41 km/h bekommt der Pkw auch außerorts ein Fahrverbot; diese Grenze und wann ein Fahrverbot beginnt, erklärt 40 km/h zu schnell auf der Autobahn.

30 oder 31 km/h: der Abzug vom Messwert

Welche Überschreitung zählt, legt für Verkehrsradargeräte die PTB in PTB-A 12.04 fest (November 2021, Teil 2 Nr. 2.1): Die Verkehrsfehlergrenze beträgt 3 km/h bei Messwerten bis 100 km/h und 3 Prozent darüber. Über 100 km/h wird sie zugunsten der Betroffenen auf den nächsten ganzen km/h aufgerundet, und der angezeigte Wert wird um sie verringert. Vier Rechenbeispiele (keine echten Messungen) zeigen die Grenzen 25/26 und 30/31:

Schild, AnzeigeAbzugGewertetPkw außerorts
120, 150 km/h3 % = 4,5, aufgerundet 5145 km/h, 25 zu vielNr. 11.3.4: 100 Euro
120, 151 km/h3 % = 4,53, aufgerundet 5146 km/h, 26 zu vielNr. 11.3.5: 150 Euro
100, 135 km/h3 % = 4,05, aufgerundet 5130 km/h, 30 zu vielNr. 11.3.5: 150 Euro
100, 136 km/h3 % = 4,08, aufgerundet 5131 km/h, 31 zu vielNr. 11.3.6: 200 Euro

Für andere Gerätearten gelten andere Vorgaben; was die PTB für sie vorschreibt, steht in Blitzer-Toleranz: wie viel vom Messwert abgezogen wird.

Was zum Bußgeld dazukommt

Bis 55 Euro ist es ein Verwarnungsgeld (§ 1 Abs. 1 BKatV). 150 Euro sind eine Geldbuße im Bußgeldbescheid, dazu kommen nach § 107 OWiG fünf Prozent als Gebühr, mindestens 25 Euro, und 3,50 Euro für die Zustellung mit Zustellungsurkunde. Rechnerisch sind das 150 + 25 + 3,50 = 178,50 Euro: die Rechenregel des Gesetzes, nicht der Betrag auf deinem Bescheid.

Probezeit

In der Probezeit kommt zum Bußgeld eine eigene Folge: Die Kategorie A des KBA bezeichnet eine schwerwiegende Zuwiderhandlung, und schon ein solches A-Delikt führt in der Probezeit zu einem Aufbauseminar. Wie das abläuft, steht im Beitrag In Probezeit geblitzt: Aufbauseminar, Probezeit und Bußgeld.

Was BlitzBuddy auf der Autobahn zeigt

In Deutschland zeigt BlitzBuddy außer Tempo und Limit feste Blitzer und Rotlichtblitzer an ihrer genauen Position und Staus auf der Autobahn live von Die Autobahn GmbH.

Nach § 23 Absatz 1c StVO darfst du als Fahrer Blitzerwarnungen während der Fahrt nicht nutzen. Du kannst sie unter Profil, Warnungen ausschalten; alle anderen Warnungen bleiben an. Die Verantwortung liegt beim Fahrer. BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Weitere Beiträge zu Strafen stehen im Thema Bußgeld und Punkte.

Quellen

Quellen gelesen am 16. Oktober 2026. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie viel kostet es, auf der Autobahn 30 km/h zu schnell zu sein?

Mit dem Pkw 150 Euro außerhalb und 180 Euro innerhalb geschlossener Ortschaften (Nr. 11.3.5). Für Lkw über 3,5 t, Gespanne und Busse ohne Fahrgäste sind es 175 Euro außerorts und 235 Euro innerorts (Nr. 11.1.6), dazu Gebühr und Auslagen nach § 107 OWiG.

Gibt es bei 30 km/h zu viel auf der Autobahn ein Fahrverbot?

Mit dem Pkw nicht, weder innerorts noch außerorts. Tabelle 1 sieht für Nr. 11.3.5 keins vor. Nach § 4 Abs. 2 BKatV kommt es aber in der Regel in Betracht, wenn schon eine Geldbuße wegen mindestens 26 km/h rechtskräftig ist und binnen eines Jahres seit Rechtskraft erneut mindestens 26 km/h dazukommen.

Wie viele Punkte bringt 30 km/h zu viel auf der Autobahn?

Mit dem Pkw einen Punkt (Anlage 13 FeV, Nr. 3.2.2). Für die Gruppe a (Lkw über 3,5 t, Gespanne, Busse ohne Fahrgäste) ist es außerorts ein Punkt, innerorts sind es zwei. Für Busse mit Fahrgästen und Gefahrgut (Gruppe b) sind es zwei Punkte.

Ist 31 km/h zu schnell auf der Autobahn teurer als 30?

Ja. Mit dem Pkw kostet die Stufe 31 bis 40 km/h außerorts 200 statt 150 Euro, weiter mit einem Punkt und ohne Fahrverbot; innerorts sind es 260 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot (Nr. 11.3.6). Welche Stufe gilt, entscheidet der Wert nach Abzug der Messtoleranz.

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