Verkehr und Sicherheit

Blitzer in Zwickau: Vom Wochenplan zum Messanhänger und die Regeln aus Sachsen

Blitzer in Zwickau: Die Stadt misst mit stationären Anlagen, einem mobilen Blitzer und seit 2025 mit einem gemieteten Anhänger. Zahlen und Regeln.

BlitzBuddy7 Min. Lesezeit
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Blitzer in Zwickau betreibt das Ordnungsamt der Stadt selbst, mit stationären Anlagen, einem herkömmlichen mobilen Blitzer und seit 2025 mit einem gemieteten Messanhänger. Die Stadt hat zu jedem dieser Schritte Meldungen veröffentlicht, aus denen sich ablesen lässt, wie ihre Überwachung gewachsen ist. Dieser Beitrag zeichnet die Entwicklung nach, nennt die Zahlen aus dem Anhänger-Test und erklärt, was die sächsische Verwaltungsvorschrift für Städte vorgibt. Straßen und Stadtteile, an denen Anlagen stehen oder standen, nennt er nicht.

Ordnungsamt und Bußgeldstelle

Auf der Seite zur Verkehrsüberwachung beschreibt das Ordnungsamt als Kontrollschwerpunkte Geschwindigkeitskontrollen „mit mobiler und stationärer Messtechnik“, die Beachtung der Lichtzeichenanlagen sowie Halten und Parken. Die Ergebnisse gehen an die Bußgeldstelle im Rechtsamt, die „weitere Maßnahmen zur Ahndung“ einleitet. Als Rechtsgrundlagen nennt die Seite StVG, StVO, OWiG, die sächsische Ordnungswidrigkeiten-Zuständigkeitsverordnung und das Polizeigesetz. Die Seite ist mit „Letzte Änderung: 08.01.2024“ datiert.

Wie der Bestand wuchs

Die Meldungen der Stadt lassen sich als Zeitleiste lesen:

Datum der MeldungWas die Stadt mitteilte
28. August 2009Wochenplan „geplanter Geschwindigkeitskontrollen“ mit dem Zusatz: Die Angaben erheben „keinen Anspruch auf Vollständigkeit“, Abweichungen seien möglich
18. November 2013Drei neue stationäre Anlagen, Kosten rund 130.000 Euro einschließlich Tiefbau und Stromversorgung; Gründe: häufige Überschreitungen, ein schwerer Unfall, Beschwerden von Anwohnern. Daneben zwei mobile Systeme
22. September 2014Eine weitere digitale Anlage für rund 50.000 Euro, angeschafft nach Anwohnerbeschwerden
13. Dezember 2021Neue Anlage ohne Sensortechnik in der Fahrbahn; die alte war Ende 2019 stillgelegt worden, weil sich Sensoren verschoben und ein zuverlässiger Betrieb nicht mehr möglich war. Die Meldung führt neun weitere stationäre Anlagen auf
1. April 2025Messanhänger „Enforcement Trailer“ gemietet, dazu ein weiterer herkömmlicher mobiler Blitzer

Nach der Dezember-Meldung von 2021 waren es demnach, mit der neuen Anlage gezählt, zehn stationäre Anlagen im Stadtgebiet. Das ist eine Zählung nach der damaligen Liste, kein Stand von heute: Seitdem hat die Stadt keine neue Übersicht veröffentlicht, die wir gefunden hätten. Dass Anlagen kommen und gehen, zeigt schon die Stilllegung von 2019. Wie sich der Bestand einer anderen sächsischen Stadt zusammensetzt, steht in Blitzer in Chemnitz.

Der Messanhänger

Am 1. April 2025 schrieb die Stadt, es gebe „zahlreiche, oftmals berechtigte Beschwerden“ über Geschwindigkeitsübertretungen, und die Forderungen nach Kontrollen seien bisher nicht abzudecken gewesen. Deshalb stehe der Verwaltung ein „Enforcement Trailer“ zur Verfügung, der flexibel eingesetzt werden könne, „insbesondere in der Nähe von Schulen und Kindergärten“. Die Anlage sei gemietet und werde drei Monate getestet; die Mitarbeitenden des Ordnungsamts seien in der Woche davor geschult worden. Danach solle entschieden werden, ob er dauerhaft eingesetzt wird.

Das Ergebnis meldete die Stadt am 28. November 2025: In der Testphase von April bis Juli 2025 seien insgesamt 5.993 Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst worden, an zehn Standorten. Zusammen mit dem zuständigen Ausschuss des Stadtrates sei entschieden worden, den Anhänger ein Jahr lang einzusetzen; die Anlage sei für zwölf Monate gemietet und komme ab dem 1. Dezember 2025 wieder zum Einsatz. Was „erfasst“ bedeutet, erklärt die Meldung nicht. Insbesondere sagt sie nicht, wie viele Fälle zu Verwarnungen oder Bußgeldern führten, und die Zahl lässt sich deshalb nicht mit Bescheiden vergleichen. Wie Messanhänger allgemein einzuordnen sind, steht im Beitrag Mobile Blitzer.

Was Sachsen für Städte vorgibt

Für Verwaltungsbehörden und Polizei gilt in Sachsen die Verwaltungsvorschrift Verkehrsüberwachung vom 21. Mai 2014 (Fassung gültig ab 20. Juni 2014; das Landesrechtsportal führt sie als zuletzt enthalten in der Verwaltungsvorschrift vom 25. November 2025). Für die Fragen, die zu Zwickau passen:

  • Wer betreibt. Die Verwaltungsbehörden betreiben mobile und stationäre Geschwindigkeitsüberwachungen; auf Bundesautobahnen überwacht ausschließlich die Polizei.
  • Abstimmung. Polizei und Verwaltungsbehörden stimmen sich mindestens zweimal jährlich ab, insbesondere über Gerätestandorte und Überwachungszeiträume.
  • Private. Sie dürfen Verstöße nicht verfolgen oder ahnden, nur technisch-manuelle Hilfsdienste leisten, etwa die Bereitstellung der Überwachungstechnik. Bei einer mobilen Messung muss ein am Gerät ausgebildeter öffentlicher Bediensteter anwesend sein und trägt die Verantwortung. Ob der Mietvertrag in Zwickau in diesem Rahmen liegt, sagen die Meldungen nicht; sie nennen nur Miete und eigene geschulte Mitarbeitende.
  • Technik. Vor der Inbetriebnahme ist die Gültigkeit der Eichung zu prüfen; den Zulassungsschein der PTB gilt es zu beachten.
  • Abzug. Bei Messungen mit technischen Geräten werden bis 100 km/h 3 km/h abgezogen, darüber 3 Prozent (Anlage 1 Nr. 5). Verbleibt danach eine Überschreitung von nicht mehr als 5 km/h, ist in der Regel von einer Verfolgung abzusehen.

Wie dieselbe Vorschrift in einer ländlichen Region wirkt, zeigt Blitzer im Erzgebirge; das Gesamtbild des Landes steht in Blitzer in Sachsen.

Blitzer in Zwickau heute

Eine Wochenliste wie 2009 haben wir nicht gefunden. Wer „Blitzer Zwickau heute“ sucht, findet bei der Stadt die Beschreibung der Verfahren, die Meldungen zum Anhänger und nichts, was für heute gilt. Die Stadt schreibt selbst, der Anhänger könne „flexibel an unterschiedlichen Stellen“ eingesetzt werden; einen veröffentlichten Plan dazu haben wir nicht gefunden. Andere Städte machen es anders: Wolfsburg nennt in einer Blitzerinfo je Kalenderwoche einige Straßen, wie Blitzer in Wolfsburg zeigt.

Was § 23 StVO sagt und was BlitzBuddy zeigt

§ 23 Absatz 1c StVO verbietet dem Fahrer, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei anderen technischen Geräten, die auch dazu verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden. Das gilt in Sachsen wie im übrigen Bundesgebiet.

BlitzBuddy ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Abo. Die App gibt es für das iPhone; die Android-Version folgt bald. Feste Blitzer kommen aus OpenStreetMap, von Lufop.net und aus öffentlichen Listen von Behörden und liegen auf dem Handy, auch ohne Netz. Abschnittskontrollen zeigt BlitzBuddy in Deutschland nicht an. Alle Beiträge zum Thema findest du im Themenbereich Blitzer.

Quellen

Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wer blitzt in Zwickau?

Das Ordnungsamt der Stadt mit mobiler und stationärer Messtechnik. Die Ergebnisse gehen an die Bußgeldstelle im Rechtsamt. Daneben ist die Polizei zuständig.

Was ist der Enforcement Trailer in Zwickau?

Ein gemieteter Messanhänger, den die Stadt seit dem 1. April 2025 testet und der nach ihrer Meldung vom 28. November 2025 ab dem 1. Dezember 2025 für ein Jahr eingesetzt wird, vor allem in der Nähe von Schulen und Kindergärten.

Wie viele Tempoverstöße erfasste der Anhänger in der Testphase?

Nach der Stadt 5.993 Geschwindigkeitsüberschreitungen von April bis Juli 2025, an zehn verschiedenen Standorten. Die Meldung sagt nicht, wie viele davon geahndet wurden.

Gibt es in Zwickau eine Liste der aktuellen Blitzer?

Eine Liste für diese Woche haben wir auf den Seiten der Stadt nicht gefunden. Im August 2009 veröffentlichte die Stadt noch einen Wochenplan mit dem Zusatz, die Angaben erhöben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Darf ich in Zwickau eine Blitzer-App nutzen?

Als Fahrer nicht während der Fahrt. Nach § 23 Absatz 1c StVO dürfen bei technischen Geräten wie einem Handy die Funktionen, die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigen, nicht verwendet werden. Das gilt in Sachsen wie überall in Deutschland.

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